Effeltrich
Gemeinderat

Dem Radweg zwischen Effeltrich und Poxdorf geht ein Licht auf

Der Radweg zwischen Effeltrich und Poxdorf soll Straßenlaternen erhalten. Weitere Themen im Gemeinderat waren Kita, Grundschule und ein Beschluss zum Klimawandel.
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Der Radweg zwischen Poxdorf und Effeltrich, von Poxdorf  her gesehen, im Hintergrund die Baustelle des Supermarktes Foto: Dagmar Niemann
Der Radweg zwischen Poxdorf und Effeltrich, von Poxdorf her gesehen, im Hintergrund die Baustelle des Supermarktes Foto: Dagmar Niemann

Die Arbeiten am Neubau des Lebensmittelmarktes in Effeltrich machen sichtbare Fortschritte. Er liegt am Ortsausgang an der Baiersdorfer Straße Richtung Poxdorf. Links der Straße gibt es einen Radweg, für den sich in der Vergangenheit schon viele Effeltricher eine Straßenbeleuchtung gewünscht hatten. Die Rede war sogar von einem "dunklen Loch", in das beispielsweise die Schüler hineinfahren müssten, wenn sie im Winter zur Schule nach Baiersdorf radeln. Die gewünschte Beleuchtung kann nun im Zusammenhang mit dem Supermarkt leichter umgesetzt werden, da sich Synergieeffekte im Tiefbau ergeben. Die Verwaltung hat deshalb einen Plan erstellt und Angebote eingeholt. Die Beleuchtungskörper sollen, von Effeltrich her gesehen, auf der linken Straßenseite und links vom Radweg bis zur Einfahrt zum Supermarkt installiert werden. Dazu muss eine Grunddienstbarkeit für einen 40 Zentimeter breiten Streifen beim Eigentümer beantragt werden. Da das der Landkreis Forchheim ist, gibt es hier keine Probleme. Nach der genannten Einfahrt muss die Beleuchtung auf der rechten Seite des Radweges weitergeführt werden, da links vom Radweg der Grundstückseigner nicht bereit ist, den benötigten Streifen Land zur Verfügung zu stellen.

19 LED-Leuchten

Insgesamt sollen 19 LED-Beleuchtungskörper installiert werden. Die Kosten werden von den beiden Gemeinden Effeltrich und Poxdorf gemeinsam getragen. Für Effeltrich liegen diese, wenn man das günstigste Angebot annimmt, bei 46.100 Euro. Zurzeit wird geprüft, ob das Vorhaben vom Freistaat Bayern gefördert wird. Sollte das der Fall sein, kann ein vorzeitiger Beginn der Maßnahme beantragt werden. Erst danach kann der Auftrag erteilt werden. Um der Verwaltung die zügige Abwicklung zu erleichtern, beschloss der Gemeinderat einstimmig, dass der Auftrag zur Installation der Radwegbeleuchtung nach Klärung der offenen Fragen dem günstigeren Anbieter erteilt werden soll.

Innenhof als Speiseraum

In der letzten Gemeinderatssitzung hatte Dieter Nitsche vom Architekturbüro "Format 4" (Bamberg) die Kosten für den Erweiterungsbau der Kindertagesstätte vorgestellt. Bei der Diskussion danach hatte sich gezeigt, dass es wünschenswert wäre, den Innenhof in der Mitte des Gebäudes zu einem Speiseraum für die Kinder umzubauen. Der Innenhof wird als Raum nicht genutzt; seine Funktion besteht lediglich darin, die Gebäudemitte mit natürlichem Licht von oben zu versorgen. Dieter Nitsche erläuterte den Räten, wie man aus diesem bisher toten Raum das Zentrum der Kita machen könne, eine Art Marktplatz, der nicht nur als Speiseraum diene, sondern auch als Spiel- und Begegnungsraum und sogar als Rückzugs- oder Leseraum, wenn man ihn entsprechend möbliere. Für die Innenhof- Überdachung schlug er ein nach Osten ausgerichtetes, gläsernes Pultdach vor, das auf einer Stahlkonstruktion ruht. Nitsche bestätigte, dass die von Simon Wäger (FW) angesprochene Gefahr der Vermoosung der Glasfenster bestehe; ein- oder zweimal im Jahr müsse man deshalb eine Reinigungsfirma damit beauftragen, Fenster, Stahlschienen und Dachrinnen zu reinigen. Trotz dieses Nachteils würde er kein Satteldach empfehlen, da dann nicht die gleiche Menge Tageslicht in das neue Herzstück der Kita einfallen würde.

Kostenfrage

In Bezug auf die Kosten abzüglich möglicher Förderzuschüsse konnte Nitsche zeigen, dass die Gemeinde für die Erweiterung der Kita allein circa 167.000 Euro zahlen müsste, für die Erweiterung plus Umbau 250.000 Euro. Die rund 80.000 Euro zusätzlich würden also nicht nur mehr Raum, sondern auch die Verwirklichung eines Konzeptes ermöglichen, das sehr gut zu den pädagogischen Zielen des Kindergartenteams passe. Das überzeugte die Räte: Sie beschlossen einstimmig, dem Architekturbüro den Auftrag für die Erweiterung plus Umbau zu erteilen.

Dauerhaft fünf Klassen

Die Regierung von Oberfranken hat das Raumprogramm der Grundschule Effeltrich bewertet. Das Ergebnis war, dass die Schule in Zukunft wohl dauerhaft fünf Grundschulklassen haben wird, wofür ein Raumbedarf von 1000 Quadratmetern anzusetzen ist. Dafür wird ein Fördersatz von etwa 4300 Euro pro Quadratmeter gewährt. Das bedeutet, dass die maximale Förderhöhe für die Schule bei circa 4,3 Millionen liegt. Der mit der Generalsanierung betraute Architekt Norbert Siewertsen (Baiersdorf) war in der Sitzung anwesend. Er erläuterte, wie sich die anfallenden Kosten von circa 3.430.000 Euro für alle Sanierungsmaßnahmen einschließlich der jetzt schon laufenden Heizungssanierung und des behindertengerechten und wettergeschützten Übergangs zwischen zwei Gebäudeteilen zusammensetzen. Er wies darauf hin, dass der Antrag auf FAG (kommunaler Finanzausgleich) und der Antrag auf vorzeitigen Baubeginn bis zum 1. Oktober bei der Regierung von Oberfranken eingereicht werden müssten. Außerdem müsse der Rat noch darüber entscheiden, ob der barrierefreie Übergang tatsächlich umgesetzt werden solle. Auch ein Planer für die Außenanlagen müsse noch beauftragt werden. Denn erst dann könne geklärt werden, ob man bei geschätzten Kosten von 460.000 Euro richtig liege und wie viel Förderung dafür tatsächlich zu erhalten sei. Der Rat sprach sich einstimmig dafür aus, den Antrag auf Generalsanierung der Schule inklusive Bau des Übergangs schnellstmöglich zu stellen und umgehend einen Außenbereichsplaner zu beauftragen.

Grundsatzbeschluss zum Klimawandel

In der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause hatte Bürgermeisterin Kathrin Heimann (DEL) das Thema Klimawandel auf die Tagesordnung gesetzt. Sie bekannte, dass ihr dieses Thema ein Anliegen sei, und sie erinnerte an die zahlreichen Aktionen vieler und vor allem auch junger Menschen, durch die Regierungen und Parlamente aufgefordert werden, effizienter und konsequenter als bisher zu handeln, um eine Klimakatastrophe abzuwenden. Deshalb wolle sie im Gemeinderat eine Diskussion darüber anstoßen, was auf kommunaler Ebene gegen den -Ausstoß und die Verschlechterung des Klimas getan werden könne. Mit der Sitzungseinladung waren den Räten zahlreiche Grafiken zum Thema sowie Handlungsoptionen für Kommunen und Bürger zur Einsparung wie auch ein Beschlussvorschlag als Tischvorlage zugegangen. Der Beschluss mit dem Ziel, zur Eindämmung des Klimawandels beizutragen, bestand aus vier Punkten: 1. Die Gemeinde prüft, welche Maßnahmen sie ergreifen kann, um dem Ziel näher zu kommen. 2. Bei allen Geschäften der Gemeinde sollen die Auswirkungen auf den Klimawandel berücksichtigt werden. 3. Geschäfte, die den Klimawandel und dessen Folgen abschwächen, sollen bevorzugt behandelt werden. 4. Der Gemeinderat orientiert sich bei zukünftigen Maßnahmen zur Dämpfung des Klimawandels an den Berichten des Weltklimarates IPCC (Intergovernmental Panel of Climate Change).

Kontroverse Diskussion

Die Diskussion über diese Punkte verlief kontrovers: Matthias Fischbach (DEL) sagte, man müsse das realistischer und pragmatischer formulieren, um zu verhindern, dass nur ein "Schaufensterbeschluss" herauskäme. Susanne Lasch-Siebold (DEL) unterstützte den Beschluss und schlug vor, beispielsweise Anreize zur Förderung von Photovoltaikanlagen im Ort zu bieten. Christine Berthold (CSU/ÜWG) sprach sich gegen Punkt 2 und 3 aus, da diese dazu führen könnten, wirtschaftliche Belange der Gemeinde zu vernachlässigen. Roland Hetzel (CSU/ÜWG) meinte, man solle dem einzelnen Bürger nichts vorschreiben; jeder solle bei sich selbst anfangen. Simon Wäger (DEL) war dafür, bei Ratsbeschlüssen stets das Ziel des Klimaschutzes im Kopf zu haben, einen förmlichen Beschluss jedoch wollte er nicht. Erich Bauer (DEL) plädierte für den Beschluss, meinte aber, die Wirtschaftlichkeit müsse unbedingt im Auge behalten werden. Schließlich schlug Christine Berthold vor, die Punkte 2 und 3 aus dem Beschlussvorschlag herauszunehmen, um größere Akzeptanz zu erreichen. Gegen Punkt 4 wandte Wolfgang Batz (CSU/ÜWG) ein, die Orientierung an Berichten des Weltklimarates sei ihm zu vage; in der Gemeinde gäbe es näherliegende Maßnahmen, die man ergreifen könne und schon ergriffen habe, zum Beispiel Gebäudeertüchtigung oder den Einbau von Wärmepumpen. Nach der Streichung der Punkte 2 und 3 erfolgte die Abstimmung: Sechs Räte sprachen sich für den Grundsatzbeschluss aus und fünf Räte dagegen.

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