Die Autobahn-Dauerbaustelle durch Forchheim neigt sich dem Ende zu. Seit März 2016 wird an der A 73 gebaut. Zufrieden blickt Projektleiter Michael Probst von der Autobahndirektion Nordbayern auf den dritten und letzten Bauabschnitt zurück: "Das Hauptziel war, dass wir heuer fertig werden und das schaffen wir!" Bis Mitte Dezember soll die neue Forchheimer Autobahn komplett für den Verkehr freigegeben werden.

Dieses Jahr wurde die 5,5 Kilometer lange Fahrbahn Richtung Nürnberg neu gemacht. Im Sommer wurde der nördliche Teil bis zur Trubbach-Brücke fertig, seitdem rollt dort der Verkehr vierspurig auf dem neuen Flüsterasphalt. Die restlichen 2,2 Kilometer wurden erst in den vergangenen Monaten gemacht, auch weil die Autobahndirektion auf der Strecke vier Brücken neu gebaut hat.

Derzeit laufen die Asphalt-Arbeiten auf dem letzten südlichen Teilstück. Spätestens am Samstagmorgen soll die Ausfahrt Forchheim-Süd in Richtung Nürnberg wieder befahrbar sein, erklärt Probst.

Die Bauarbeiter fahren mit drei Maschinen gleichzeitig nebeneinander den 160 Grad heißen Asphalt aus. Nachdem die thermoisolierten Mulden den Straßenbelag in den "Beschicker" kippen, läuft er über ein Förderband in den "Fertiger", der ihn langsam auf der Straße verteilt. Danach walzen die Arbeiter den dampfenden Asphalt zentimetergenau zurecht.

Materialschlacht auf der A73

Bis zu 5800 Tonnen Mischgut werden an einem Tag verbaut. Täglich liefern rund 40 Sattelzüge den Asphalt und circa 70 Bauarbeiter sind an der A 73 in Forchheim immer mindestens im Einsatz. "Das ist wirklich eine Materialschlacht", sagt der Projektleiter.

Der neue 32 Zentimeter dicke, dreischichtige Fahrbahnbelag sei das Non-Plus-Ultra an Straßenqualität in Deutschland. "Wir bauen hier in der Champions-League und nicht in der Kreisklasse", scherzt Probst. "Durch Forchheim haben wir eine Verkehrsbelastung von 60 000 Fahrzeugen täglich, da können wir nicht schwächer bauen." Er rechnet damit, dass die neue oberste Fahrbahndecke frühestens in 20 Jahren wieder erneuert werden muss. "Bisher sind wir sehr gut vorangekommen", betont Erich Ufer, Oberbauleiter der Autobahndirektion. Nennenswerte Verzögerungen habe es keine gegeben.

Ende November wird der Verkehr auf die neue Fahrbahn Richtung Nürnberg verlegt. Bis die Autobahn komplett fertig ist, braucht die Autobahndirektion danach noch zwei Wochen. Der Mittelstreifen muss hergerichtet, die Schutzplanken aufgestellt und die provisorischen Wände abgebaut werden. Zudem müssen die Straßenmarkierungen gemacht werden.

Verkehr aufrechterhalten

"Das Schwierige dabei ist, dass wir den Verkehr aufrechterhalten müssen", betont Probst. Die geänderte Verkehrsführung müsse genau eingetaktet werden, deshalb passiere der Umbau meist nachts. "Wenn wir unter der Vollsperrung so eine Autobahn bauen würden, dann bräuchten wir die Hälfte der Zeit - aber das geht nicht."