Forchheim
Glasfaser

Das schnelle Forchheimer Netz auf dem Schirm

Die Firmen im Industriegebiet Pfaffensee können endlich ein angemessenes Arbeitstempo an den Tag legen.
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Britta und Philipp Blümlein freuen sich über den schnellen Netzzugang. Wirtschaftsförderer Viktor Naumann und Stadtwerke-Mitarbeiter Christian Palla (von links) haben geholfen, die Forchheimer Breitbandförderung auf den Weg zu bringen.  Foto: Ekkehard Roepert
Britta und Philipp Blümlein freuen sich über den schnellen Netzzugang. Wirtschaftsförderer Viktor Naumann und Stadtwerke-Mitarbeiter Christian Palla (von links) haben geholfen, die Forchheimer Breitbandförderung auf den Weg zu bringen. Foto: Ekkehard Roepert
Manche Downloads dauerten eine halbe Stunde lang oder brachen mittendrin ab, erzählt Britta Blümlein. Für sie und ihren Mann Philipp Blümlein wurde die unzureichende Netzgeschwindigkeit in den letzten Monaten zusehends zum Problem. Das Ehepaar betreibt im Industriegebiet Pfaffensee einen hochmodernen Holzbaubetrieb mit 25 Mitarbeitern. In der Halle steht eine 400 000 Euro teure Zuschneidemaschine. Doch wenn ein Update für die Maschine fällig war, musste Britta Blümlein nach Hause laufen, um das Update auf einen Stick zu laden - und es dann auf die Anlage zu spielen.


17 Firmen profitieren

Zimmermeister Philipp Blümlein ist erleichtert, dass dieses umständliche Prozedere nun der Vergangenheit angehört. Denn die Stadtwerke Forchheim haben vor wenigen Tagen ihr Breitband-Projekt abgeschlossen. "Alleine im Industriegebiet Pfaffensee haben 17 Firmen einen Hausanschluss bestellt", sagt Christian Palla, der Telekommunikations-Experte der Stadtwerke. Neben Holzbau Blümlein seien es die Firmen Ziegler und Compoint, die das neue Glasfasernetz bereits nutzten.
Der Forchheimer Wirtschaftsförderer Viktor Naumann hatte sich um die Fördermittel des Freistaates gekümmert. 375 000 Euro sind es geworden, die den Stadtwerken Forchheim den Einstieg als Netzbetreiber ermöglichten. Davon übernimmt der Freistaat 300 000 Euro, die Stadt Forchheim 75 000 Euro.
Dass die Firmen im Pfaffensee bislang nicht in den Genuss schneller Glasfasern kamen, habe damit zu tun, dass die großen Betreiber wie Telekom kein Interesse an dem Geschäft gezeigt hatten, erklärt Naumann. Für sie sei das Verlegen der Leitungen in den Stadtsüden "zu aufwendig und die Investition von einer Million Euro zu unwirtschaftlich" gewesen.
Der Unternehmer Philipp Blümlein, der auch für die Jungen Bürger im Forchheimer Stadtrat sitzt, kann sich noch gut an die politischen Auseinandersetzungen "über die Machbarkeit von Breitband" erinnern. Darüber sei bereits 2014 debattiert worden.
Diese Investition trage zur Arbeitsplatzsicherung in Forchheim bei, sagt der Wirtschaftsförderer. Wobei Viktor Naumann und auch Christian Palla betonen, dass nicht nur die Industrie und das Handwerk im Industrie Pfaffensee auf die Glasfaseranschlüsse gewartet hätten: Rund 70 Adressen in Serlbach und in Sigritzau profitierten von dieser Breitband-Förderung.
Die Nutzer der Glasfaserleitungen steuern pro Hausanschluss einmalig 500 Euro bei. Damit sei die Versorgung mit schnellem Internet in der Stadt vorerst komplett, freut sich Naumann. Der Freistaat habe bayernweit 1,5 Milliarden Euro investiert. Die Stadt Forchheim hätte 675 000 Euro zur Verfügung gehabt, also 300 000 Euro mehr, als sie letztlich verwenden konnte.


Nur noch Sekunden warten

Für Britta Blümlein, die sich um die kaufmännischen Belange der GmbH kümmert, ist damit die "nervige Zeit des Wartens" beendet. Auch umfangreiche Dateien von Architekten könnten nun sofort gelesen werden. Statt 2 Mbit/s wie zuvor, stehen nun 500 Mbit/s zu Verfügung: Ein Download, der einst eine halbe Stunde dauerte, kann jetzt in acht Sekunden erledigt werden.
Hacke und Nagel reichten ja längst nicht mehr aus, um etwas zustande zu kriegen, sagt der Zimmermeister Philipp Blümlein : "Ich bin froh, dass es relativ schnell gegangen ist", lobt er die zügige Arbeit der Stadtwerke.
Die hätten im Mai 2018 den Zuschlag für das Projekt erhalten, sagt Christian Palla. Ab Juni wurden die Leitungen verlegt, Ende Juli war das Projekt fertig.


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