Forchheim
Natur

Das Landratsamt Forchheim und der Bund Naturschutz suchen jugendliche Artenkenner

Die Artenkenner sterben aus, es fehlt am Nachwuchs. Der Bund Naturschutz Bayern bietet daher in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Forchheim ab dem neuen Schuljahr einen Artenkennerpass für Schüler ab der achten Klasse an.
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Ulrich Buchholz, Johannes Mohr, Ulrich Löhr und Landrat Hermann Ulm (von links) hoffen auf zahlreichen Nachwuchs bei den Artenkennern. Foto: Julia Heimberger
Ulrich Buchholz, Johannes Mohr, Ulrich Löhr und Landrat Hermann Ulm (von links) hoffen auf zahlreichen Nachwuchs bei den Artenkennern. Foto: Julia Heimberger

Von Julia Heimberger

"Artenkenner stehen auf der roten Liste, die Vereine sterben aus", resümiert Johannes Moor vom Landratsamt Forchheim. "Artenkinder" werden mit 90 Jahren überdurchschnittlich alt, doch es fehle am Nachwuchs. Damit das Wissen um die Natur nicht völlig verschwindet, gibt es ab diesem Schuljahr eine neue Initiative: den Forchheimer Artenkennerpass. Das Angebot richtet sich an alle Schüler ab der achten Klasse im Landkreis Forchheim für alle Real- und Mittelschulen sowie Gymnasien.

28 verschiedene Kurse

Insgesamt gibt es 28 verschiedene Kurse, wovon im ersten Jahr 20 angeboten werden sollen. Zur Wahl stehen zum Beispiel Algen, Pilze, Bäume, Orchideen, Käfer, Heuschrecken, Fledermäuse, Vögel, Amphibien und Kryptogamenen (Moose und Farne). Die Schüler absolvieren zuerst einen Grundkurs, der circa zwei bis vier Stunden Zeit beansprucht und ein erstes Reinschnuppern erlaubt. Nach einer Prüfung erhalten die Kinder dann einen Stempel und dürfen dann im nächsten Jahr den tiefer gehenden Aufbaukurs absolvieren. Wer sich wirklich für ein Spezialgebiet interessiert, kann bis zum Expertenkurs weitermachen. Hier können die Schüler dann in der Bayerischen Staatssammlung in München und Bamberg mit den echten Profis arbeiten. Die Kurse sind für je sechs Schüler konzipiert, die von den Biologielehrern handverlesen werden sollen. Laut Johannes Mohr handle es sich dabei nicht um einen Freizeitspaß, sondern um echtes Wissen. Daher gebe es nach jedem Kurs auch eine Prüfung über das Gelernte.

Initiative deutschlandweit einzigartig

Ulrich Löhr vom Schulamt Forchheim ist gespannt, ob die Kurse gut angenommen werden. Ziel sei es nach Mohr, dass ein Prozent der Kinder angesprochen werden sollen. "Dann wären wir schon sehr glücklich." Ulrich Buchholz vom Bund Naturschutz lobt die neue Initiative als deutschlandweit einzigartig, da die Kurse breit aufgestellt und auf Dauer angelegt seien. Johannes Mohr wünscht sich, dass die Jugendlichen sich ein Leben lang mit einer Artengruppe beschäftigen und so zu richtigen Artenkennern werden. Er selbst geht mit gutem Beispiel als Experte für Nachtfalter voran und war sogar schon auf einer Forschungsreise in Sumatra in Indonesien. Alle interessierten Schüler erhalten ab Schulbeginn einen Flyer mit Terminen und Kursangeboten in ihrer Schule.



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