Forchheim
Krankenhaus

Das Klinikum Forchheim wird nach Fusion erweitert

Das Klinikum Forchheim wird vergrößert. Im Erdgeschoss wird die augenfälligste Veränderung der Anbau an die bestehende Notfallambulanz nach Norden sein.
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Das Klinikum Forchheim Foto: Pauline Lindner
Das Klinikum Forchheim Foto: Pauline Lindner

Die Erweiterung des Klinikums Forchheim wurde vom Stiftungsausschuss auf den Weg gebracht. Das Gremium billigte einstimmig den Entwurf der Münchner Architekten RRP, die umgehend Pläne und Berechnung zur Genehmigung einreichen werden. Die Gesamtbausumme inklusive medizinischer Ausstattung liegt bei 24,4 Millionen Euro.

Die Erweiterung ist zum Teil eine Folge der Fusion mit der Klinik Fränkische Schweiz in Ebermannstadt. Dort wird die kardiologische Abteilung aufgelöst und die Forchheimer vergrößert und verstärkt. Insbesondere werden Kathedermessplätze eingerichtet. Die Funktionsdiagnostikräume werden im Innenhof der Herzabteilung erbaut.

Notfallabteilung ausgelastet

Wegen der vollständigen Auslastung der Notfallabteilung wird diese erweitert; die Intensivabteilung wird von acht auf zehn Betten aufgestockt, dazu kommen noch fünf Betten in der "Intermediate Care", einer Zwischenstufe zu den normalen Betten. Auch im Bereich der Sterilisation ist einiges zu erneuern, denn diese Geräte haben eine Lebensdauer von etwa 13 bis 15 Jahren.

Dienstzimmer in der Nähe

Um allen Ärzten Dienstzimmer in der Nähe der jeweiligen Bettenabteilungen zu bieten, werden die vorhandenen Loggien in den Innenhöfen der Bettenkarrees umgebaut. Dort wird auch die Bettenaufbereitung untergebracht.

"Das Raumprogramm ist mit dem Gesundheitsministerium und der Regierung von Oberfranken abgesprochen", erläuterte Friedrich Galuschka von RRP, der per Computerkonferenz der Sitzung zugeschaltet war. Er ging Stockwerk für Stockwerk anhand der Detailpläne für das Gremium die baulichen Veränderungen durch.

Im Erdgeschoss wird die augenfälligste Veränderung der Anbau an die bestehende Notfallambulanz nach Norden sein. Im Inneren der Station werden die Zugänge für Liegendtransporte und gehfähige Hilfesuchende näher zusammengelegt. Auch eine Aufnahme für Patienten mit akuten Infektionskrankheiten mit separatem Zugang von außen ist eingeplant.

Radiologie

Der Radiologietrakt in der Mitte der Funktionsraumeinheiten wird nach Westen verlängert. Dadurch erhält die benachbarte Endoskopie mehr Platz, vor allem für Überwachungsplätze für sedierte Patienten.

Erstes Obergeschoss

Im ersten Obergeschoss wird oberhalb der Notfallambulanz die Intensivstation nach Westen erweitert. Dadurch entsteht eine große Überdachung für anfahrende Rettungsfahrzeuge. Der Anbau erfolgt über Lichthöfe. Dort endet auch ein direkter Aufzug aus dem Windfang der Notaufnahme. Durch den Anbau kann auch der Bereich Sterilisation umstrukturiert und der Aufwachraum neben den OPs vergrößert werden. Zwei neue OP-Räume, einer ein sogenannter Hybrid-OP, sind vorgesehen. Der dazu nötige Sterilflur als Verbindung wird außen ans Gebäude angehängt. Im zweiten Obergeschoss befindet sich dann die Belüftung für die OPs und die Intensivstation.

Die Kosten

Die baulichen Erweiterungen umfassen 1600 Quadratmeter. Die Kostenschätzung hierfür beläuft sich auf 18,3 Millionen Euro, wovon 14,8 Millionen Euro förderfähig sind. Umgebaut werden Flächen mit 470 Quadratmetern. Hierfür sind sechs Millionen Euro veranschlagt. In den Baukosten schlägt sich deutlich nieder, dass das Klinikum auf einer Hochwasserschutzplatte erbaut ist. Sie muss für die Anbauten durchbohrt und wieder gesichert werden.

94 Prozent der Erweiterung sind förderfähig, bei den Umbauten 90 Prozent, stellte Galuschka in Aussicht. Im Frühjahr nächsten Jahres läuft das komplexe Genehmigungsverfahren ab. Ab Sommer soll in die Detailplanungen gegangen werden, so dass ab Februar/März 2020 die Bauzeit beginnt. Das Projekt soll bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Die lange Zeit ist notwendig, weil die Baumaßnahmen bei laufendem Betrieb durchgeführt werden. In das Konzept, so versicherte Galuschka, wurden und werden die Ärzte, die Belegschaft, Betriebsrat und Rettungsdienste eingebunden.

Hans-Werner Eisen (CSU) lobte das vorgestellte Konzept. Er sieht Potenziale zur Weiterentwicklung, denn man könne Weiteres andocken. "Das ist eine gelungene Sache. Wir müssen jetzt in anderen Dimensionen und im größeren Rahmen denken."

Paul Nerb (FBF), selbst Mediziner, betonte, man müsse die nicht förderfähigen Kosten schlucken, denn dahinter stünden auf die Zukunft gerichtete Maßnahmen. Ein Teil der nicht förderfähigen Kosten entstehen in der Kardiologie, denn in Ebermannstadt besteht bereits ein bezuschusster Kathedermessplatz, der in Forchheim neu errichtet werden muss.

Pfründnerstiftung

Allein die Pfründnerstiftungen betraf der zweite Tagesordnungspunkt, der noch aus dem Klinikneubau von vor 13 Jahren resultiert. 2010 erhielt Forchheim den Bescheid über 57 Millionen Euro als Festfinanzierung des Neubaus im Zweng. 2014, so trug Klinikverwaltungschef Sven Oelkers vor, bemängelte der Bayerische Oberste Rechnungshof etliche Kosten als nicht förderfähig. Darauf reagierte die Regierung mit einem Rückforderungsbescheid in Höhe von fast sieben Millionen Euro. Die Summe wurde zwischenzeitlich auf 1,8 Millionen Euro reduziert. Die Verhandlungen, wie viel wirklich zurückgefordert wird, dauern an. Oelkers rechnet im günstigsten Fall mit weniger als 1,5 Millionen Euro aus Bauabweichungen im Trockenbau und in der Innenausstattung.

Diese Rückforderung wurde nicht in den Fusionsvertrag mit dem Landkreis Forchheim eingebracht. Sie ist allein von der Stiftung zu leisten. Reiner Büttner (SPD) riet dazu, schon jetzt Rückstellungen zu bilden. "Die Summe ist relativ gering, aber nichtsdestotrotz", kommentierte er die noch nicht ganz geklärte Situation.

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