Heroldsbach

Das Friedhofssingen an Weihnachten ist seit 60 Jahren Tradition in Heroldsbach

Jedes Jahr treffen sich die Sänger der "Erholung" kurz vor Heiligabend, um gemeinsam weihnachtliche Lieder zu singen. Und das schon seit 1959.
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1959 gab es den ersten Auftritt zum Weihnachtsfest - bis heute lebt die Tradition in Heroldsbach weiter. Foto: Pauline Lindner
1959 gab es den ersten Auftritt zum Weihnachtsfest - bis heute lebt die Tradition in Heroldsbach weiter. Foto: Pauline Lindner
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Es ist Tradition in Heroldsbach, am Nachmittag vor dem Heiligen Abend auf den Friedhof zu gehen. Denn der Männergesangverein "Erholung" trägt dort weihnachtliche Lieder vor. Seit 60 Jahren. Der Brauch erzählt auch ein Stück Ortsgeschichte. Einer, der von Anfang an dabei war, ist der 83-jährige Georg Wahl.

Erstes Singen in 1959 vor dem Altersheim

Er war schon dabei, als der damalige Schulleiter Rektor Franz Baier 1957 den Chor ins Leben rief und leitete. 1959 gab es den ersten Auftritt zum Weihnachtsfest. Damals, so erinnert sich Wahl, sang die "Erholung" vor dem Altersheim. Es war das Gebäude, das nach etlichen Umbauten das heutige Rathaus beherbergt. Da es nur ein kleines Heim war, wurde es in den 70er Jahren aufgelöst und die Verwaltung zog ein. Auch daran erinnert sich Wahl gut, den er war ein Angestellter der frisch ins Leben gerufenen Verwaltungsgemeinschaft Heroldsbach-Hausen.

"Wir haben auch vor dem Rathaus gesungen. Das war zu der Zeit in der Ringstraße, gleich neben dem Hirtenbach", erklärt er bereitwillig den Jüngeren und später Zugezogenen. Und automatisch fällt ihm ein, dass der Keller des Gebäudes, in dem heute die evangelische Kirchengemeinde Hemhofen die sogenannte Kirchenwohnung als Treffpunkt unterhält, nicht selten von Hochwasser betroffen war.

Immer mehr Zuhörer kamen

1996 hatte sich das Singen längst etabliert und immer mehr Leute kamen zum Zuhören. Das erkannte auch der damalige Bürgermeister Richard J. Gügel, selbst ein Sänger bei der "Erholung". Wo erreiche ich mehr Bürger, um ihnen ein paar Gedanken zum bevorstehenden Fest mitzugeben, war seine Überlegung, als er den Liedvortrag um eine kleine Ansprache erweiterte. So hielt er es in seiner Amtszeit und sein Nachfolger Edgar Büttner führte es weiter. Bis heute.

Diesmal galten seine Gedanken eben dem 60. Jubiläum des Weihnachtsingens. Dafür hatte Chorleiter Christof Meier wieder neue Chorsätze einstudiert. Zuerst erklang ein "Halleluja! Weihnacht ist da!" und - damit man es in der Alltagshektik vor den Feiertagen nicht aus dem Bewusstsein verliert, erinnerten die Texte der weiteren Beiträge daran, dass mit dem Treffen auf dem Friedhof wirklich die Weihnacht da ist. Und: Kaum war das traditionelle Schlusslied "Stille Nacht" verklungen, läuteten die Glocken von St. Michael, um zum ersten Gottesdienst, dem für die Kinder, zu rufen.

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