LKR Forchheim

Das Einheits-Abitur wird auch in Ebermannstadt getestet

Lehrer Peter Drescher sieht langfristig nur Vorteile für die Schüler durch die Einführung des länderübergreifenden Abiturs. Für die Test-Klausuren müssen die Schüler jetzt aber doppelt pauken. Auch auf dem Gymnasium in Ebermannstadt.
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Peter Drescher beim Korrigieren von Schulaufgaben. Foto: Josef Hofbauer
Peter Drescher beim Korrigieren von Schulaufgaben. Foto: Josef Hofbauer
Mit Übungsklausuren in Englisch, Mathe und Deutsch bereiten sich die Gymnasiasten auch im Landkreis derzeit auf die länderübergreifende Abiturprüfung 2014 vor. Gemeinsam mit Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen wird im nächsten Jahr in Bayern die erste länderübergreifende Reifeprüfung stattfinden. Wir haben mit Peter Drescher vom Gymnasium Fränkische Schweiz in Ebermannstadt über die Übungsklausuren und das "Deutschland-Abi" gesprochen. Der 61-Jährige ist nicht nur Stellvertreter des Schulleiters am Gymnasium in Ebermannstadt, sondern gleichzeitig auch Bezirksvorsitzender des Bayerischen Philologenverbands in Oberfranken.

Herr Drescher, derzeit laufen die Test-Klausuren für ein länderübergreifendes Abitur. Sind die deutschlandweiten Abitur-Aufgaben genauso schwer wie in Bayern?
Peter Drescher: Es geht den Ländern um bundesweite Abiturstandards. Dabei soll kein Ländervergleich erfolgen. Die sechs beteiligten Bundesländer Bayern, Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen haben einheitliche Prüfungsanforderungen vereinbart. Diese Länder sind die Vorreiter. Alle Bundesländer in Deutschland sollen sich später an den länderübergreifenden Abitur beteiligen.

Was sind die Vorteile des länder übergreifenden Abiturs?
Es sollen die Grundrechte auf Bildung, Mobilität sowie Chancengleichheit in Einklang gebracht werden. Man muss gerade heute von A nach B umziehen können, ohne dass Kinder oder Jugendliche davon Nachteile in der Schule haben. Mit dem länderübergreifenden Abitur haben die Absolventen später auch alle die gleichen Chancen, sich für ein Studium in der Republik zu bewerben.

Was sagen die Schüler dazu?
Zurzeit haben die angehenden Abiturienten schon zusätzliche Arbeitskraft zu mobilisieren. Denn die Schülerinnen und Schüler müssen sich ja für die drei Test-Klausuren in Deutsch, Englisch und Mathematik für das länderübergreifende Abitur zusätzlich vorbereiten. Allerdings können die Schüler wählen, wie die Test-Schulaufgaben gewertet werden. Entweder als mündliche Prüfung oder als Schulaufgabe. Je nachdem wie gut oder schlecht die Test-Klausuren im Einzelfall eben ausfallen.

Es ist also eine richtige Generalprobe für die Abi-Prüfungen im Frühjahr?
Natürlich ist es ein profunde Übung für den Ernstfall im Mai 2014. Allerdings müssen die Lehrer die Arbeiten zusätzlich korrigieren. Und die Prüfungen rauben wertvolle Vorbereitungszeit auf das Abitur. Denn gerade im G8 zählt wirklich jede einzelne Unterrichtsstunde, um den Lehrplan zu schaffen.

Wann wird das länderübergreifende Abitur überall in Deutschland eingeführt?

Die ersten sechs Bundesländer inklusive Bayern starten im Mai 2014 in den drei Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Ab dem Schuljahr 2014/15 soll das Fach Französisch dazu kommen. Ab 2017 sind in diesen vier Fächern alle 16 Länder eingebunden. Grundlage soll dann ein gemeinsamer Aufgabenpool sein, aus dem sich die Länder inklusive "Benotungs-Beipackzettel" bedienen können.

Die Fragen stellte Nikolas Pelke





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