Forchheim
Stillstand

"Das Ding steht immer"

Der Zeitbrunnen am Forchheimer Bahnhof kommt einfach nicht ins Laufen. Es fehlt Geld für die Sanierung, sagt Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) - und hofft auf den guten Willen des Finanzausschusses.
Artikel drucken Artikel einbetten
Seit 17 Jahren gibt es den Zeitbrunnen von Harald Winter am Forchheimer Bahnhof. Allerdings stand der Brunnen die meiste Zeit still.  Foto: Ekkehard Roepert
Seit 17 Jahren gibt es den Zeitbrunnen von Harald Winter am Forchheimer Bahnhof. Allerdings stand der Brunnen die meiste Zeit still. Foto: Ekkehard Roepert

Dieses Kunstwerk des Forchheimer Kulturpreisträgers Harald Winter steht seit 2002 auf dem Forchheimer Bahnhofsplatz. Es ist so konstruiert, dass der Brunnen die Zeit anzeigen könnte - doch in den 17 Jahren seines Bestehens war das Kunstwerk die meiste Zeit ein Ausfall.

Die Frage, wie tauglich die Technik sei und wie der Brunnen gewartet werden müsse, hatte all die Jahre immer wieder zu Debatten bei den Bürgern und in der Politik geführt. Im Februar dieses Jahres hatte Stadtrat Reinhold Otzelberger (CSU) bei den Etatberatungen vorgeschlagen, den Brunnen mit einer neuen Pumpe und einer neuen Zeitschaltung auszustatten. Der Stadtrat hatte sich dann für die Sanierung entschlossen: 13 000 Euro wurden dafür veranschlagt; der Heimatverein erklärte sich bereit, 5000 Euro zu übernehmen.

"Zeitloser" Zeitbrunnen

Doch bis heute ist der Brunnen am Zentralen Omnibusbahnhof "zeitlos" geblieben. "Das Ding steht immer", monierte Annette Prechtel (FGL) am Donnerstag im Stadtrat. Warum der Beschluss, den Zeitbrunnen zu sanieren, nicht umgesetzt werde? "Die Gelder, die dafür im Haushalt eingestellt wurden, reichen nicht aus", erklärte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). Und ergänzte: "Bei weitem nicht." Er deutete an, dass wohl das Dreifache der geschätzten Kosten ausgegeben werden müsse. Kirschstein betonte, dass er dennoch dafür sei, den Zeitbrunnen in Schwung zu bringen; dass diese Entscheidung aber natürlich beim Finanzausschuss liege.

Empfindliche Ventile

Demnach werden die Räte demnächst die Debatte vom Februar noch einmal führen müssen. Zu Jahresbeginn hatte Klaus Bartosch (der Leiter des Bauhofes, der für die Wartung verantwortlich ist) den "Kern des Problems" benannt: Der liege in den hochempfindlichen Magnetventilen; schon das kleinste Schmutzteilchen im Wasser führe dazu, dass die Ventile "zumachen".

In den 17 Jahren seiner Existenz haben sich in der Stadtpolitik geradezu klassische Positionen zum Zeitbrunnen herauskristallisiert. Reinhold Otzelberger (CSU) zum Beispiel vertritt die Meinung, dass der Zeitbrunnen "ein markantes Kunstwerk am Eingang der Stadt" sei. Und dass die 24 unterschiedlich großen Stelen, die über die Ausschüttung des Wassers die Zeit anzeigen, auch funktionieren sollten. Wohingegen Gerhard Meixner (FGL) wiederholt darauf hingewiesen hatte, dass die komplexe Technik des Brunnens während der 17 Jahre insgesamt vielleicht sechs Monate gelaufen sei. Und dass "dieses Danaergeschenk des Heimatvereins" eine "Fehlkonstruktion" sei, in die kein Geld mehr gesteckt werden sollte.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren