Geschwand
Jubiläum

Damit die Fränkische Schweiz ein kleines Paradies auf Erden bleibt

Ein klares Bekenntnis zur Heimat erfolgte auf der 50-Jahr-Feier der Ortsgruppe Geschwand im Fränkische-Schweiz-Verein.
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Der Festzug von der Kirche zur "Schmetterling"-Halle. Foto: Franz Galster
Der Festzug von der Kirche zur "Schmetterling"-Halle. Foto: Franz Galster
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Ganz unter den Begriff Heimat stellte Pfarrer Werner Wolf seine Predigt anlässlich des Festgottesdienstes in der Filialkirche Mariä Himmelfahrt zum 50. Jubiläum der Ortsgruppe Geschwand im Fränkische-Schweiz-Verein (FSV). Die Singgemeinschaft unter Leitung von Ludwig Ebenhack umrahmte den Gottesdienst musikalisch. " Heimat ist da, wo ich verstehe und verstanden werde, wo meine Wurzeln sind", sagte Wolf. In einem langen Festzug zogen alle Ortsvereine und Vereine der umliegenden Gemeinden durch das Dorf. An seiner Spitze fuhr ein Porsche-Traktor aus damaligen Zeiten, dem sich die Ehrengäste anschlossen. Das Unternehmen Schmetterling hatte seine Halle für das weitere Programm zur Verfügung gestellt. FSV-Ortsvorsitzender Ulrich Meierhöfer begrüßte die über 200 Gäste. Er erinnerte an den 15. März 1969, als Hans Wiesheier und Johann Müller mit 40 Heimatfreunden den Ortsverein aus der Taufe hoben. "Der Landkreis Forchheim ist schön, besonders schön ist Obertrubach und am schönsten Geschwand", meinte Ulrich Meierhöfer in einer mit Humor gewürzten Rede. Er dankte Pfarrer Wolf für den Jubiläumsgottesdienst. "Wir werden ihn vermissen, wenn wir ihn nicht mehr haben", sagte Meierhöfer. Werner Wolf will 2020 Obertrubach verlassen. Ulrich Meierhöfer ging nochmals zurück zu den Anfängen, als 1969 der FSV-Ortsverein und 1970 die FSV-Singgruppe gegründet wurden. "Ich war noch nicht dabei, aber das Dorf hat an einem Strang gezogen", sagte Meierhöfer.

Kritische Worte

Dabei fand er durchaus kritische Wort zum Zeitgeist, dass immer weniger Menschen bereit seien, sich im Ehrenamt zu einzubringen, sich häufiger neben als in der Dorfgemeinschaft engagierten. Er plädierte leidenschaftlich für ein Miteinander und Füreinander im Dorf, ohne Überheblichkeiten gegenüber anderen Kulturen. Der Obertrubacher Bürgermeister Markus Grüner (CSU) erwähnte in seinem Grußwort das Volksbegehren zu den Bienen und die Freitagsdemonstrationen auf der Straße, die eines gemeinsam hätten: Sie verlangten, dass andere ihre Ziele umsetzten.

Ohne Eigennutz

"Ihr habt ohne Eigennutz dazu beigetragen, dass unsere wunderbare Fränkische Schweiz ein kleines Paradies auf Erden bleibt", dankte Grüner den Aktiven der FSV-Ortsgruppe. Dabei erwähnte er 500 Kilometer Wanderwege, die gepflegt werden, Beseitigung von Abfall anderer in der Natur, den Erhalt ländlicher Kultur und des heimatlichen Liedgutes. "Ulli, du hast Recht, hier kann man sich wohlfühlen", pflichtete der Forchheimer Landrat Hermann Ulm (CSU) bei. Er erinnerte an Fritz Preis und Johann Müller sowie den FSV-Nachbarverein aus Wolfsberg als Geburtshelfer vor 50 Jahren. 200 Mitglieder bei 500 Einwohnern findet er besonders respektabel. Der Forchheimer Landtagsabgeordnete Michael Hofmann (CSU) gratulierte den Jubelverein zur gelungenen Integration eines Mittelfranken, gemeint ist der Vorsitzende der FSV-Ortsgruppe, der vor fünf Jahren die Aufgabe eines leitenden Beamten im Rathaus von Obertrubach annahm und sich ein Jahr später in Geschwand niederließ. Meierhöfer sei ein gutes Beispiel, wie man sich einer Dorfgemeinschaft öffnen könne und hier wieder eine Heimat finde. Hofmann wünschte, dass das Jubiläum gleichzeitig eine Motivation für die Zukunft bedeute. Georg Hutchinson lebte 30 Jahre in Geschwand, prägte einst maßgeblich den FSV als Vorsitzender mit. "Geschwand wurde 30 Jahre meine dörfliche Heimat. Man spürt sie, hier ist man zu Hause", sagte er unter großem Beifall. Reinhardt Glauber gratulierte als Vorsitzender des FSV-Hauptvereins für 44 Ortsverbände. Er dankte der Familie Willi Müller für ihre Unterstützung. Ohne sie, so Glauber, gäbe es die Mitgliederzeitschrift des FSV nicht. Er verwies auf die vielen Möglichkeiten auch für junge Menschen, in der Region zu wandern, die Natur zu erfahren. Glauber erwähnte das Volksmusikgut - lange Jahre von Eberhard Hofmann als großes Anliegen gepflegt - und die Trachten der Fränkischen Schweiz. "Wir brauchen uns vor Oberbayern nicht zu verstecken, wir müssen es nur zeigen", forderte Glauber mehr Selbstbewusstsein.

Johann Brütting geehrt

Anschließend verlieh er Johann Brütting aus Geschwand für seine großen Verdienste in der Gemeinde das Ehrenzeichen in Silber mit Kreuz. Brütting war viele Jahre Vorsitzender des FSV-Ortsverbandes. Er sei ein Vorbild an Hilfsbereitschaft, wann immer und wo immer er gebraucht werde. Schließlich zeichnete Ulrich Meierhöfer zusammen mit Reinhardt Glauber Mitglieder für ihre Verdienste und langjährige Treue aus. Geehrt wurden für 25 Jahre Zugehörigkeit Erwin Arnold, Hans Brütting, Emma und Jörg Ebenhack, Heidi Haas, Alfred und Marga Häfner, Björn und Peter Hofmann, Werner Schmidt, Sabine Seyschab und Adolf Zellmann; für 50 Jahre (also Mitglieder seit dem Gründungsjahr) Rudolf Arnold, Gregor Eckert, Otto Funk und Theo Schuhmann. Für die sechs Ortsvereine gratulierte Willi Müller. Sie spendeten eine Ruhebank, angefertigt von der Lebenshilfe. Die Jugendblaskapelle Obertrubach unter Leitung von Johannes Raum gestaltete den gemütlichen Teil.

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