Gosberg
Gewässerschutz

Damit das Trinkwasser für Forchheim sauber bleibt

Beim Gewässerschutz stehen Landwirte im Fokus. Dies wurde auf einer Landkreisfahrt mit Fachbehörden im Kreis Forchheim deutlich,
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Gabriele Trommer und Ralf Bogensperger (l.) geben Erläuterungen am Hirtenbach. Foto: Franz Galster
Gabriele Trommer und Ralf Bogensperger (l.) geben Erläuterungen am Hirtenbach. Foto: Franz Galster
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Gesellschaftlich und politisch ist der Gewässerschutz - das betrifft sowohl das Grundwasser als auch das Oberflächenwasser - ein brisantes und hochaktuelles Thema. Dabei stehen gerade auch die Landwirte im Fokus. Und sie wollen die Herausforderung annehmen. In diesem Zusammenhang hatte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg zusammen mit dem Kreisberatungsausschuss des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) zu einer Landkreisrundfahrt eingeladen.

Auf dem Programm standen insgesamt vier Ziele in den Landkreisen Bamberg und Forchheim. Im Kreis Forchheim führte der Weg nach Gosberg, wo die Bewirtschaftung im Naturschutzgebiet des Zweng bei Sigritzau in Augenschein genommen wurde. Landwirtschaftsdirektor Konrad Schottenloher (AELF Bamberg) begrüßte vor allem Bernd Anderl von den Stadtwerken Forchheim sowie Markus Galster, der hier Grundstücke in großem Umfang bewirtschaftet. Zudem stand die Landwirtschaftsrätin Waltraud Dümmler vom Sachgebiet Pflanzenbauberatung Rede und Antwort.

Anderl führte aus, dass hier im Raum zwischen Bahnlinie und Wiesent 1,8 Millionen Kubikmeter Wasser aus neun Brunnen für die Stadt Forchheim gefördert werden. Die Wasserqualität bezeichnete er als sehr gut. Der Grundwasserschutz sei von entscheidender Bedeutung. Die Fließzeit von der Oberfläche bis zum Brunnen beträgt dabei 50 Tage im Schnitt.


Die Wässerung

Themen wie die Wässerung werden kontrolliert. Das bedingt auch, wie Dümmler ausführte, dass die Landwirte durch Verzicht auf Düngung und andere Vorgaben reduzierte Ernteerträge in Kauf nehmen, für die entsprechende Kompensationen gezahlt werden. Ein besonders sensibles Thema sind die Nitratwerte beim Maisanbau, wobei das Wetter eine entscheidende Rolle spielt.

Landwirtschaftsrat Markus Heckmann unterstrich das Zusammenwirken der Stadtwerke mit den Landwirten. Die Wasserschutzzone umfasst vom Augraben Forchheim bis Bahnhof Wiesenthau und Reuth rund 500 Hektar.


Wasserschutzzone in drei Stufen

Markus Galster ist selbst ein Bewirtschafter in der dreistufigen Wasserschutzzone. Es gibt, so erläutert er, einen Bewirtschaftervertrag mit den Stadtwerken. Darin honorieren die Forchheimer Wasserwerke die Einhaltung der Auflagen zur Wasserqualität mit entsprechenden Ausgleichszahlungen an die Bewirtschafter. Die Nitratwerte bezeichnet Galster als weit unter der Grenze, die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken als ausgezeichnet. Das gilt auch für die 100 Hektar umfassende Zweng-Bewässerung.

Aufmerksam verfolgte Landrat Hermann Ulm (CSU) die Ausführungen. Seit 2017, erklärte Ulm, habe der Landkreis ein Projekt zum Erhalt der historischen Wässerwiesen im unteren Wiesenttal aufgelegt. Es wird gefördert vom Bayerischen Naturschutzfonds, der Oberfrankenstiftung, dem Landkreis und den beteiligten Gemeinden. Ziel ist es, die historische Bewässerung zu unterstützen oder auch zu reaktivieren. Dies sei gleichzeitig ein Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft. Wässerungen, wie sie gerade im Raum Gosberg bis Forchheim stattfinden, sind ein Alleinstellungsmerkmal. Das Bayerische Umweltministerium zeichnete dieses Jahr die Region im Rahmen der UN-Dekade für die Biodiversität aus. Gosberg mit seiner Wässergemeinschaft ist daran in besonderer Weise beteiligt.


Schutz der Oberflächengewässer

Zum Abschluss stand noch das Thema Schutz von Oberflächengewässern als Herausforderung für Landwirtschaft und Wasserwirtschaft am Hirtenbach bei Gosberg auf dem Programm. Zu diesen Themen referierten kurz Ralf Bogensperger, Wasserberater im Fachzentrum Agrarökologie am AELF Coburg, sowie Gabriele Trommer, Gewässerbiologin am Wasserwirtschaftsamt Kronach. Trommer bezog sich auf die Wasserrahmenrichtlinien und ging auf den Zustand der Bäche ein. Verschlammung, wie sie Erosion verursachen kann, isoliert den Bachboden und kann das Aus für Kleinstlebewesen bedeuten. Unterschiedliche große Steine, Verwirbelungen im Bachbett und unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten schaffen Vielfalt und gute Voraussetzungen für Artenvielfalt.


Erosion verhindern

Am Hirtenbach zeigte Markus Galster auf einen Grünstreifen zwischen Feld und Bach. Dieser soll zum einen Erosion verhindern und eine entsprechende Sperre hin zum Wasser bilden. Zum anderen hat er einen Nutzen für Insekten. Solche Streifen werden deshalb gefördert. Jeder Landwirt im Landkreis kann sie anlegen. Abschließend dankte der stellvertretend BBV-Obmann Reinhard Friedrich im Landkreis Forchheim allen Teilnehmern dieser Veranstaltung für ihr Mitwirken.


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