Effeltrich
Kommunalwahl

"Da stimmt was nicht" in Effeltrich

Die Zweifel an den Ergebnissen bei der Briefwahl in Effeltrich (Landkreis Forchheim) werden immer lauter. "Wenn man diese Zahlen ließt, kommt man zu dem Ergebnis: Da stimmt was nicht", dieses Fazit zieht Briefwahlvorstand Friedrich Wolf.
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Kathrin Heimann gewann die Stichwahl gegen Bernd Nägel. Jetzt steht das Ergebnis auf dem Prüfstand. Archivfoto: Verena Pohl
Kathrin Heimann gewann die Stichwahl gegen Bernd Nägel. Jetzt steht das Ergebnis auf dem Prüfstand. Archivfoto: Verena Pohl
Die in der Stichwahl knapp gewählte Bürgermeisterin Kathrin Heimann (DEL) hatte bei der Briefwahl im Vergleich zu ihrem Mitbewerber Bernd Nägel (CSU) "extreme Zugewinne" eingefahren. Dies hat die Rechtsaufsicht des Landratsamtes Forchheim auf den Plan gerufen. Briefwahlvorstand Friedrich Wolf hatte bereits Gespräche mit Landrat Hermann Ulm (CSU) und Eduard Minks von der Gemeindeaufsicht.


"100.000 Fragen" aufgeworfen

Das Auszählen, so erklärt Wolf, sei die eine Sache, bei der es keine Mauschelei gegeben habe - was vermutlich passiert sei, sei eine andere Sache: "Die Entwicklung der Briefwahl vom ersten Wahlgang am 16. März und bei der Stichwahl am 30. wirft 100.000 Fragen auf, wie es zu diesem Ergebniswandel kommen konnte", betont Wolf.
Beide Kandidaten zusammen hätten bei den Urnenwahlen vom 16. zum 30. März 333 Stimmen mehr bekommen.
Davon Kathrin Heimann 185 (55,6 Prozent) und Bernd Nägel 148 Stimmen (44,4 Prozent).

Dies müsse man den Briefwahlergebnissen gegenüberstellen, erklärt Wolf: Die Briefwahl habe ein Plus von insgesamt ergeben - davon 98 Stimmen (91,6 Prozent) für Kathrin Heimann und nur neun Stimmen (8,4 Prozent) für Nägel. Wobei Wolf darauf verweist, dass sich bei der Urnenwahl 766 Personen und bei der Briefwahl 795 beteiligt hätten.

Auch Statistiker zweifeln

Eines macht Wolf stutzig: "Kann der Mix der Bevölkerung in seinem Wahlverhalten zwischen Urnen- und Briefwahl so unterschiedlich sein?" Er habe sich mit Statistikern unterhalten, darunter einem, der schon 20 Jahre in der Kommunalpolitik sei - und alle hätten gesagt, dass es "sehr unwahrscheinlich ist, dass ein solches Ergebnis zustande kommt".

Die Zahlen, die ins Auge springen, sagen, "dass da etwas gewesen sein muss".

Schwachstellen bei Briefwahl

Die ganze Briefwahl habe in Effeltrich - und auch anderswo, wie Wolf anfügt - eine Schwachstelle: "Die Aufbewahrung." Statt in einen Schrank gehörten die Briefwahlunterlagen sofort in eine Urne.

Im Visier

Besonders kritisiert Wolf, wie in Gaiganz mit den Wahlbriefen umgegangen worden sei . Dort seien Briefwahlunterlagen nicht nur persönlich verteilt, "sondern angeblich auch wieder mitgenommen worden". Nach den Worten Wolfs sei es noch zu klären, "ob hier die Neutralitätspflicht verletzt wurde".

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