Forchheim

CSU und FDP fordern eine andere Debatte über die Südumgehung

Der Osten Forchheims müsse entlastet werden, meinen CSU und FDP. Und fordern eine andere Debatte über die Südumgehung.
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Über die Eisenbahnbrücke fahren täglich 30.000 Autos. Die allermeisten könnten die Bayreuther Straße und den Stadtteil Reuth umfahren, wenn die Ostspange der Südumgehung gebaut würde. Foto: Roepert
Über die Eisenbahnbrücke fahren täglich 30.000 Autos. Die allermeisten könnten die Bayreuther Straße und den Stadtteil Reuth umfahren, wenn die Ostspange der Südumgehung gebaut würde. Foto: Roepert
Udo Schönfelder sprach am Mittwoch im Haupt- und Kulturausschuss der Stadt vom "drohenden Verrat der Mitbürger in Forchheim-Ost". Der CSU-Stadtrat bezog sich dabei auf eine Äußerung des Landratskandidaten Klaus Schulenburg. Der hatte bei der Podiumsdiskussion des FT am Montag zugestimmt, die Ostspange der Forchheimer Südumgehung aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen.

Wie der Landratskandidat der Freien Wähler und der SPD gegenüber dem FT am Donnerstag nochmal verdeutlichte: "Gosberg muss durch eine Umgehung entlastet werden. Aber eine sechseinhalb Meter hohe Trassen-Führung durch das Tal kann ich mir nicht vorstellen." Wäre eine "vierspurige, autobahnartige Straße" zu verhindern, indem man die Trasse aus dem Verkehrswegeplan streiche - für diesen Fall würde er eine Streichung befürworten, betonte Schulenburg.

"Ich fordere Schulenburg auf, davon Abstand zu nehmen", sagte Udo Schönfelder
am Mittwoch. Wenn "immer nur Gosberg im Gespräch ist", werde übersehen, dass die Ostspange der Süd-Umgehung dafür gedacht sei, die Bürger im Ostteil der Stadt zu entlasten.

Auch Karl-Heinz Fleckenstein (CSU) protestierte: Die Trasse müsse im Verkehrswegeplan bleiben; denn unabhängig davon, wie die Trasse gebaut werde, der Landkreis habe die Mittel dafür nicht.

Annette Prechtel (FGL) hätte von Udo Schönfelder gerne gewusst, "warum man für die Ostspange sein muss? Und warum eine Menge Steuergelder in unserer Heimat vergraben werden muss?" Sie jedenfalls betrachte die Südumgehung als eine "Zerstörung des Wiesenttals" und als "die größte Heimat-Zerstörung unserer Zeit".

Unerträglicher Verkehr

"Ziehen Sie mal in die Bayreuther Straße! Dort können viele wegen des Lkw-Verkehrs nicht durchschlafen", entgegnete Sebastian Platzek (FDP). Schon um der Gesundheit der Anwohner Willen müsse eine Umgehungsstraße gebaut werden, sagte Platzek und pochte auf die Trasse im Verkehrswegeplan.

"Die Denke, man müsse nur um Gosberg rum, ist falsch", kritisierte auch Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO). Er reagierte etwas gereizt auf den Umstand, dass in der Öffentlichkeit fast nur noch von der "Nord-Umgehung Gosbergs" gesprochen werde, obwohl doch die Südumgehung von Forchheim das Thema sei.

Bürgerversammlung in Reuth

"In erster Linie betroffen sind die Bürger von Reuth", sagte Stumpf und berief sich auf neueste Verkehrszählungen auf der Eisenbahnbrücke in Richtung Reuth. Dort fahren demnach täglich 30.000 Autos. Davon sind 10.000 Autos städtischer Verkehr. Heißt: Rund 20.000 Autos, die täglich Reuth durchqueren, sind Durchgangsverkehr. Um diese Problematik klar zu beleuchten, lädt Franz Stumpf am 25. Februar zu einer Bürgerversammlung nach Reuth ein. Auch Experten des Straßenbauamtes Bamberg würden dann Stellung nehmen.

Eine Lösung könne darin besten, "dass sich alle beteiligten Gemeinden zusammensetzten und einen gemeinsamen Bebauungsplan erstellen", meinte der Forchheimer Oberbürgermeister: "Nur so ist ein Einfluss der kommunalen Gremien möglich."

Anita Kern (SPD) und Sabine Dittrich (FGL) teilten diesen Vorschlag nicht. Eine neue Straße bedeute nur eine Verschiebung und Ausweitung der Probleme: "Jede neue Straße zieht neuen Verkehr nach sich", sagte Sabine Dittrich. Und Anita Kern protestierte gegen den "wahnsinnigen Flächenverbrauch". So, wie die Trasse momentan geplant sei - "das ist Verrat an den Bürgern", meinte die SPD-Rätin. Sie forderte verlässliche Zahlen: "Der Quell- und Zielverkehr in der Bayreuther Straße ist noch gar nicht gemessen worden."

Auch Klaus Schulenburg sagte am Donnerstag, dass zu allererst die Diskussionsgrundlagen besser geklärt werden müssten. Etwa gebe es Zweifel an den Verkehrszahlen in Gosberg. Im Übrigen gelte: "Keine politische Entscheidung ohne Nebeneffekte."

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