Dormitz
Kommunalwahl

CSU Dormitz wirbt mit mehr Bürgernähe

Der CSU-Ortsverband Dormitz hat auf seiner Kandidatenliste für die Kommunalwahl 2020 40 Prozent Frauen auf der Liste. Bürgermeisterkandidat ist Christoph Schmitt.
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Christoph Schmitt (2. v. l.) bei seiner Bewerbungsrede; mit am Tisch  die Versammlungsleiter (v. l.) Josef Vollmann, Michael Hofmann und Gerhard Schmitt Foto: privat
Christoph Schmitt (2. v. l.) bei seiner Bewerbungsrede; mit am Tisch die Versammlungsleiter (v. l.) Josef Vollmann, Michael Hofmann und Gerhard Schmitt Foto: privat
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Die CSU Dormitz hatte zur Nominierungsversammlung in das Gasthaus "Zum Grünen Baum" eingeladen. Der CSU-Kreisvorsitzende MdL Michael Hofmann, der gemeinsam mit Altbürgermeister und Kreisrat Gerhard Schmitt und dem früheren Gemeinderat Josef Vollmann die Versammlungsleitung bildete, zeigte sich erfreut, dass die CSU Dormitz mit Christoph Schmitt einen jungen engagierten Kandidaten ins Rennen um den Bürgermeisterposten schicken könne.

In seiner Vorstellungsrede griff der Ortsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat Christoph Schmitt die Punkte auf, die ihn zur Kandidatur bewegt hätten. Dormitz und seine Zukunft lägen ihm am Herzen, deshalb hätte er sich entschlossen, sich auch politisch einzubringen.

Vier Themenbereiche waren Christoph Schmitt laut Pressemitteilung besonders wichtig: Kinder und Jugend, Senioren, erwachsene Bürger in Dormitz und die Umwelt. Vor allem aber sei ihm Bürgernähe wichtig, weswegen er im Falle einer Wahl zum Bürgermeister sofort wieder die frühere offene Bürgersprechstunde einführen wolle.

Im Bereich Kinder und Jugend will sich Schmitt bei der Grundschule für einen Glasfaseranschluss einsetzen. Beim erforderlichen Erweiterungs- und Umbau der Schule dürfte auch nicht vergessen werden, die Eltern einzubeziehen. Die letztjährige Kostensteigerung in der Mittagsbetreuung empfand Christoph Schmitt als zu hoch. Er wolle ein Kinder- und Jugendparlament einrichten sowie den Jugendclub "Leuchtturm" reaktivieren. Für die Senioren von Dormitz schwebt Christoph Schmitt ein Gesamtkonzept vor, das sich an einem holländischen Vorbild orientiert. Dieses bietet Hilfen bei Fahrdiensten, Einkäufen und in sonstigen Dingen des alltäglichen Lebens an. Die erfolgreiche Arbeit des Seniorenkreises werde er weiterhin unterstützen. Seniorentreffs für weitere gemeinsame Aktivitäten wie Frühschoppen und ein gemeinsames Mittagsmahl oder eine Kaffeerunde am Nachmittag sollen der Teilhabe am gemeindlichen Leben dienen.

Für Bürger möchte Schmitt WLAN-Hotspots in der Gemeinde einrichten und Arbeitsplätze vor Ort schaffen. Neben den Entwicklungsflächen im Gebiet "Langenau" könne es für Start-up-Unternehmen auch interessant sein, bauliche Leerstände innerhalb der Ortschaft zu nutzen.

Auf der Gemeinde Dormitz liege schon immer ein enormer Siedlungsdruck. Gleichwohl möchte er die Ausweisung von Bauland im vernünftigem Rahmen und ohne negative Folgen für die Infrastruktur und die Natur vorantreiben. Die Bebauungspläne sollten den jetzigen Siedlungscharakter des Dorfes erhalten. Riesige Gebäudeansiedlungen, wie dies in anderen Erlanger Randgemeinden durch die Wohnungsbau-Unternehmen oder Groß-Investoren derzeit geschehe, sollten in Dormitz nicht entstehen. Die Gemeinde mit ihren Einrichtungen müsse ihren ökologischen Fußabdruck durch eigene erneuerbare Stromerzeugung und Verbrauchsreduzierung verkleinern.

Ein Thema, das die Dormitzer spalte und auch ihm sehr am Herzen liegt, sei die Ortsumgehung. Die Gefahren und gesundheitlichen Belastungen an der Hauptstraße "durch den Kfz-Verkehr mit 13.000 Fahrzeugen pro Tag" seien enorm groß. Erst nach dem Bau einer Umgehungsstraße sei eine Verkehrsberuhigung zu erwarten. Dann wäre auch Platz für die Stadt-Umland-Bahn und zum Bau von Radwegen durch den Ortskern. Komme die Umgehungsstraße nicht, dann würden selbst bei einer Verdoppelung der aktuellen Fahrgastzahlen des ÖPNV immer noch rund 10.000 Autos inklusive des Schwerlastverkehrs auf der Hauptstraße verbleiben.

Der "mobile Grenzzaun", wie Christoph Schmitt ihn nannte, zwischen den beiden Ortsbereichen würde Dormitz damit langfristig trennen. Er hält den Ansatz der Staatsregierung zur Einführung eines 365 Euro-Tickets für zielführend. Dringend notwendig sei aber, in Zeiten von EU-weiten Ausschreibungen endlich das Monopol der Konzessionsrechte einzelner Verkehrsbetriebe zu brechen. Ideen der Einwohner wahrnehmen, Bürger mit Spezialwissen auch ohne Mandat in gemeindliche Entscheidungen einbeziehen, zum Beispiel durch ein Rederecht im Gemeinderat, und die Menschen mitnehmen, das solle für Transparenz in der Gemeinde stehen.

Nach dieser Bewerbungsrede war die sich anschließende Wahl als Bürgermeisterkandidat gesichert.

Danach war es an den Kandidaten, sich vorzustellen. In die Kommunalwahlen startet die CSU Dormitz nach eigenen Angaben mit einer ausgewogenen Mischung von jungen und erfahrenen Kandidaten, Angestellten und Unternehmern, vor allem aber mit einem deutlichen Frauenanteil von elf Bewerberinnen auf den Listenplätzen.

Mit dem Hinweis auf die nächste Veranstaltung der CSU, das "Stärkeantrinken" am 5. Januar mit dem Landrat Hermann Ulm, wurde die Versammlung beendet.

Die Liste

Die Liste der CSU Dormitz: 1. Christoph Schmitt, Marianne Mirsberger (Gemeinderätin), 3. Hubert Schmitt (Gemeinderat), 4. Katja Walcher, 5. Stefan Kammermeyer, 6. Adelgunde Dorsch, 7. Florian Scharf, 8. Tanja Müller, 9. Sebastian Derfuß, 10. Carolin Schaffelhuber, 11. Edgar Pawlik, 12. Manuela Kern, 13. Marc Holzmann, 14. Karin Heuchemer, 15. Josef Dichtl, 16. Elke Zenk, 17. Edgar Holzmann, 18. Natascha Söhner, 19. Stefan Wölfel, 20. Ina Müllemann, 21. Peter Distler, 22. Daniel Schmid, 23. Ralf Kozak, 24. Reinhard Knetzger, 25. Günther Geyer, 26. Bruno Müllemann, 27. Wolfgang Derfuß, 28. Petra Jordan; Ersatz: Herbert Dorsch, Marius Kern.

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