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Infektion

Coronavirus in Franken: Forchheims Chefarzt klärt auf: "Es besteht momentan kein Grund zur Panik"

In Franken gibt es die ersten Corona-Fälle; einige Bürger sind verunsichert. Forchheims Chefarzt ruft zur Besonnenheit auf und verweist auf die Fakten. Im FT-Interview erklärt er, was passiert, wenn sich jemand aus dem Landkreis infiziert.
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Der medizinische Leiter des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz betont: Entscheidend sei, sich an die Richtlinien und Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu halten. Foto: Ronald Heck
Der medizinische Leiter des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz betont: Entscheidend sei, sich an die Richtlinien und Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu halten. Foto: Ronald Heck
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Das Coronavirus hat Franken erreicht: Ein Oberarzt des Uniklinikums Erlangen hat sich angesteckt; kurz darauf wurden ein Nürnberger und seine Ehefrau positiv getestet. Auch im Landkreis Bayreuth gibt es zwei bestätigte Infektionsfälle mit "Covid-19". Im Landkreis Bamberg stehen sieben Menschen aktuell unter Quarantäne. Wegen des Coronavirus wurden im Landkreis Forchheim auch eine Veranstaltung verschoben, ein Schulfest und ein Schüleraustausch abgesagt.

Der Fränkische Tag hat bei Jürgen Gschossmann, dem Chefarzt des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz, nachgefragt, was das für die Region Forchheim bedeutet.

Nun gab es die ersten Corona-Fälle in Mittel- und Oberfranken. Hat sich dadurch die Situation für das Forchheimer Klinikum geändert?

Prof. Dr. Jürgen Gschossmann: Ja, natürlich. Aber dass die Corona-Welle auch zu uns kommt, war letztendlich zu erwarten. Das ist einfach ein Zeichen der Mobilität unserer Gesellschaft. Prinzipiell können wir auch in Forchheim einen Fall bekommen. Bisher haben wir aber noch keinen.

Wie bereitet sich das Klinikum darauf vor?

Am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz haben wir eine eigene Corona-Arbeitsgruppe, die sich damit beschäftigt. Darin sind von der Geschäftsführung über leitende Ärzte und Pfleger bis zu den Hygiene-Verantwortlichen alle beteiligt. Wir haben uns erst heute Morgen getroffen. Wir verfolgen die Entwicklung natürlich sehr engmaschig und sehr aufmerksam. Wir besprechen uns regelmäßig und sind in engem Austausch mit dem örtlichen Gesundheitsamt, mit der Erlanger Universität und bei Bedarf auch mit dem Robert-Koch-Institut (RKI).

Wie schätzen Sie als Forchheimer Chefarzt die aktuelle Lage ein?

Natürlich darf man das Coronavirus nicht verharmlosen, aber nicht jeder, der letztendlich Husten oder Fieber hat, hat das Coronavirus. Die Wahrscheinlichkeit bleibt weiter gering. Selbstverständlich muss die Bevölkerung wachsam sein, aber es besteht kein Anlass in Panik zu verfallen.

Was raten Sie den Menschen, die aktuell verunsichert sind?

Entscheidend ist, dass man sich an die Richtlinien und Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts als bundesweites Referenzinstitut orientiert. Wir als Klinikum richten uns strikt an die Empfehlungen des RKI. Es gibt die Risikogebiete, die jeden Tag vom RKI aktualisiert werden. Auch als Laie kann man sich auf der entsprechenden Internetseite des RKI (Anm.: www.rki.de) informieren.

Wenn ein Patient mit einem begründeten Corona-Verdacht ins Forchheimer Krankenhaus kommt - was würde passieren?

Der Patient, bei dem der begründete Verdacht auf eine Corona Infektion besteht und sich im Krankenhaus vorstellt, wird in einem ersten Schritt in einem getrennten Bereich der interdisziplinären Notaufnahme von einem ärztlichen und pflegerischen Mitarbeiter gesehen und ein entsprechender Abstrich entnommen.

Und wenn jemand positiv auf Corona getestet wird?

Nach dem aktuellen Stand würden Patienten mit dem Corona-Virus primär an Krankenhäuser der Maximalversorgung weitergeleitet. Sollte es sich in der Zukunft zu einer rasanten Zunahme der positiv auf Coronavirus getesteten Patienten kommen, würden wir die Infizierten aber genauso hier in Forchheim versorgen.

Wie lautet Ihre Botschaft zu der aktuellen Corona-Situation im Landkreis Forchheim?

Es besteht momentan kein Grund zur Panik. Wir am Forchheimer Klinikum nehmen die Sache jedoch selbstverständlich sehr ernst und verfahren streng nach den Richtlinien und Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes. Diese werden bei Bedarf jeden Tag aktualisiert.

Das Interview führte

Ronald Heck