Forchheim
Neujahrsempfgang

Christine Haderthauer mobilisiert Forchheim

Christine Haderthauer gilt als Hoffnungsträgerin der CSU. Ortsvorsitzender Thomas Werner findet sie erfrischend und glaubwürdig. Seit Sonntag ist jedenfalls klar: Die Forchheimer lassen sich von der 50-Jährigen mobilisieren.
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Christine Haderthauer bei Ihrer Rede in Forchheim. Foto: Michael Memmel
Christine Haderthauer bei Ihrer Rede in Forchheim. Foto: Michael Memmel
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Christine Haderthauer - der Name zieht. 200 Menschen sind am Sonntag in das Pfarrzentrum von Verklärung Christi zum Neujahrsempfang des CSU-Ortsverbandes Forchheim gekommen. Vor allem um sie zu sehen und zu hören, die bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen. In den letzten Jahren war es ein Drittel weniger Gäste, diesmal war der Raum proppenvoll.

"Sie ist eine Hoffnungsträgerin der CSU", erklärt Ortsvorsitzender Thomas Werner. Darum der gute Besuch, darum wollten er und seine Mitstreiter die Ministerin nach Forchheim holen. Und weil sie "erfrischend und jung" sei und "gute Ideen" habe. MdL Eduard Nöth hat sich um Haderthauer bemüht - und hatte Erfolg. Schon fast ein Jahr ist das her. So lange braucht es, um sich so begehrte Redner und Rednerinnen zu sichern.

Und dann steht sie wirklich da - schlank und groß im blauen Samtsakko mit modischer Kette. "Das soziale Gesicht Bayerns", so hat Nöth sie angekündigt. Auf einer Ebene mit ihrem Publikum. Hinter dem Rednerpult freut sich Christine Haderthauer erstmal, dass sie nicht die Kleinste ist. "So sehe ich wenigstens möglichst viele von ihnen", sagt sie und strahlt alle an, die Geladenen aus Kirche, Gesellschaft, Handel und Industrie. Und die Parteikollegen.


Hände in Bewegung
Die 50-Jährige beginnt zu reden und kommt schnell in Fahrt. Einige Sprünge sind dabei. Ihr Markenzeichen sind jedoch die ständigen Gesten. Die Hände sind immer in Bewegung - liegen ineinander, breiten sich aus, deuten hierhin, weisen dorthin, stehen niemals still.

Vom Freistaat Bayern, dem es erstaunlich gut gehe, kommt sie auf sich und räumt ein, dass ihr ab und an "nicht ganz medienkompatible Äußerungen" unterlaufen, weil sie eben so in die Politik reingerutscht sei. Im Galopp geht es zum Arbeitsmarkt, zur Rente, zur Bildung und immer mal wieder zur Familie. Die große Klammer für all diese Themen ist die "Eigenverantwortung" der Bürger. Die fordert sie, nicht nur einmal. "Die Leute selber machen lassen", nennt sie das.

Das gefällt auch Thomas Werner. "Das ist der Grund, warum ich in der CSU bin, weil ich es genauso sehe." Eigenverantwortung könne als Prinzip auch in der Kommunalpolitik funktionieren, meint Werner und denkt zum Beispiel an die Vereine. Auch das Junge Theater. "Ich bin schon für eine Förderung, aber man muss genau hinschauen. Auch hier wäre der Verein erstmal selbst gefordert."


Authentischer Auftritt
Haderthauer gönnt sich und den Zuhörern in 35 Minuten kaum eine Atempause. Sie hat eine Vorlage, aber sie redet frei. Und sie sucht die Augen der Menschen. Die deshalb auch dem Inhalt folgen wollen und können. Später heißt es aus vielen Mündern, sie sei "authentisch" gewesen. Thomas Werner sagt: "Man hat es ihr abgenommen, was sie gesagt hat."

Als sie fertig ist, gibt es viel Beifall, aber keine Ovationen. Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) tritt ans Rednerpult. Er dankt der Ministerin - und schiebt ein paar "Bitten" hinterher. Sein Anliegen: Haderthauers Ministerium möge zeitlich kulant sein beim Förderprogramm für neue Krippenplätze. Dieses läuft am 31. Dezember aus, doch bis dahin dürfte die Stadt Forchheim ihre vier Krippen, die in diesem Jahr entstehen sollen, kaum abgerechnet bekommen.

Die Ministerin nimmt es zur Kenntnis. Dann lässt sie sich geduldig fotografieren mit dem Kreisvorstand, mit der Jungen Union und mit weiteren Gästen. Sie erfüllt noch Autogrammwünsche und hört sich die Anliegen Einzelner an. Und dann macht sie sich wieder auf den Weg. Zum nächsten CSU-Neujahrsempfang. Gleich ums Eck, in Eckental.
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