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Forchheim
SPD

Büttner freut sich über verbesserte Zahlen in Forchheim

Die Genossen in Forchheim sind enttäuscht über die Mehrheit der CSU in Bayern. Dafür hat Reiner Büttner Grund zur Freude.
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Reiner Büttner freut sich über verbesserte Zahlen im Stimmkreis Forchheim.
Reiner Büttner freut sich über verbesserte Zahlen im Stimmkreis Forchheim.
Die SPD fiebert in der "Blauen Glocke" dem Ausgang der Wahl entgegen. Der Direktkandidat für den Landtag, Reiner Büttner (41), kommt knapp - genau zu den ersten Prognosen für die Landtagswahl. Zu den 49 Prozent der CSU lächelt er gequält und als er dann noch den jubelnden Horst Seehofer im Fernsehen sieht, entfährt im leise ein "Oberpopulist!"

Wenige Minuten später ist die Laune trotz der Prognose schon wieder besser. Die anfangs schwach vertretenden Forchheimer Sozialdemokraten stoßen "auf die SPD und auf die nächsten Wahlen!" an. Der Listenkandidat für den Bezirkstag, Simon Berninger (32), ist aber sichtlich enttäuscht: "Ich hätte nicht gedacht, dass die CSU so gut abschneidet, nach dem was die sich in den letzten Monaten geleistet haben. Aber die Prognose lässt wohl keinen Raum für Fantasien." Reiner Büttner beklagt sich ebenfalls mehr über die guten Zahlen der CSU, als über die Ergebnisse der SPD: "Ich finde es einfach schade für die Menschen, die es brauchen. Frauen, Mini-Jobber... die Leute laufen in die Altersarmut. Ich versteh es nicht, aber ich respektiere natürlich die Meinung des Wählers."

Nach den ersten Ergebnissen aus dem Wahlkreis kommt Patrick Schroll (FDP) von der eigenen Wahlparty schräg gegenüber vorbei. "Auch enttäuscht?", wird er von Anita Kern (Listenkandidatin für den Landtag) begrüßt. Sie wundert sich, warum die Wähler "die vielen Skandale" der CSU nicht bei der Wahl berücksichtigen: "... dass so viele Leute trotz allem noch CSU wählen." Kern bezeichnet beispielsweise die Einführung der Maut als "reines Wahlkampfthema" Seehofers. "Ob da was bei rauskommt, ist ihm völlig egal. Der biegt sich das so hin, wie es passt."

Nach der Auszählung aller Wahlbezirke ist Reiner Büttner mit 14,65 Prozent immerhin 2,63 Prozent stärker als noch 2008. "Ein schönes Gefühl", teilt er mit, "denn, dass ich keine Chancen aufs Direktmandat hatte, war mir klar. Und gestern hab ich noch gedacht: Zwischen 6 und 15 Prozent kann eigentlich alles passieren. Deswegen bin ich mit den Ergebnissen im Wahlkreis schon zufrieden."

Was ihn aber störe, sei, dass der Wahlkampfslogan "Wort halten" nicht so gezündet habe, wie von der SPD erwartet. "Die Aussage dahinter war, dass wir nicht dem Populismus verfallen sind und halten, was wir versprechen." Die CSU habe alle ihre Grundüberzeugungen in den letzten Jahren über Bord geworfen, findet Büttner.
Anita Kern fasst zusammen: "Sich so viel leisten und trotzdem noch gewählt werden...- das kann nur die CSU."


Ergebnisse der Direktkandidaten und Parteien in den fränkischen Stimmkreisen finden Sie unter wahlen.infranken.de. Auch Detailinformationen zu den Direktkandidaten finden Sie auf dieser Seite.

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