Forchheim

Bürgerprotest verändert Planung in Kersbach

Die jüngsten Umplanungen im künftigen Wohngebiet Pointäcker Süd in Kersbach sorgten für Wirbel im Forchheimer Planungsausschuss.
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Mit dem Baugebiet Pointäcker Süd kommt eine Entschärfung der Verkehrssituation in der Baiersdorfer Straße. An der Einmündung zur Waldstraße wird ein Kreisverkehr entstehen. Foto: Ekkehard Roepert
Mit dem Baugebiet Pointäcker Süd kommt eine Entschärfung der Verkehrssituation in der Baiersdorfer Straße. An der Einmündung zur Waldstraße wird ein Kreisverkehr entstehen. Foto: Ekkehard Roepert
Das Ringen um die Bebauung im Ortsteil Kersbach geht weiter: Im Planungsausschuss setzten sich die Stadträte am Dienstag erneut mit dem Gebiet Pointäcker Süd auseinander. Dort werden 205 Wohneinheiten entstehen. Rund 500 Bürger können sich demnach neu ansiedeln.

Wie wiederholt berichtet, ist das Vorhaben vor allem wegen der hohen Bebauungsdichte in die Kritik geraten. Am Dienstag nun erläuterten die planende Ingenieurin Ute Mitschang und Architekt Thomas Lemberger, welche Schlüsse sie aus den Anregungen der Bürger und Behörden ziehen werden.


Baugebiet verschiebt sich

Der Kersbacher Stadtrat Ludwig Preusch (FW) freute sich, dass eine Bürger-Forderung zu einer Umplanung an der Baiersdorfer Straße führen werde. Die Kersbacher Bürgerinitiative "Lebenswertes Forchheim" hatte sich unter anderem dafür eingesetzt, "die Verkehrsführung im Kreuzungsbereich Baiersdorfer Straße, Waldstraße" durch einen Kreisverkehr zu entschärfen.

Dadurch werde sich aber das gesamte Bebauungsgebiet nach Osten verschieben, betonte Ute Mitschang. Da zudem eine Kita mit fünf Gruppen in Pointäcker Süd entstehen wird, schlugen Ute Mitschang und Thoma Lemberger einige Umplanungen vor, um Platz zu sparen. Etwa soll das Gesundheitshaus vierstöckig werden, um darin auch die Kita unterzubringen.

Nicht nur Reiner Büttner (SPD) protestierte erneut gegen die "dichte Bebauung". Auch Manfred Hümmer (FW) ärgerte sich, dass die Planer des Investors von dem Kompromiss abweichen wollten, der mit den Räten und der Bauverwaltung ausgehandelt worden sei. "Die Nachforderungen sind grenzwertig", meinte Hümmer. Das dörfliche Erscheinungsbild in Kersbach werde ausgehöhlt.
Architekt Thomas Lemberger wies die Vorwürfe (etwa auch von Josua Flierl und Holger Lehnard, beide CSU) zurück, die Planer versuchten "nachzukarten". Auch Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) verdeutlichte, dass die Planer Leistungen erbrächten, die keineswegs selbstverständlich seien - etwa der freiwillige Bau der Kita. Auch das Gesundheitshaus (samt Apotheke), für das bereits eine Arztpraxis angeworben wurde, zählt zu den Ideen des Investors.

Zudem wehrte sich Architekt Lemberger gegen den Vorwurf Udo Schönfelders (CSU), das Baugebiet werde durch die Umplanung "gestaucht". Lemberger wies die Stadträte darauf hin, dass die aktuelle Planung weniger Wohneinheiten (205) vorsehe als zuvor. Und dass in der Breite des gesamten Areals gerade Mal 1,50 Meter verloren gingen. Und dies, obwohl die Forderung der Stadt Forchheim, die Baiersdorfer Straße auszubauen, umgesetzt werde.

Dies kritisierten zwar Sabine Dittrich und Edith Fießer (beide FGL), weil zu viel Grünflächen verloren gingen. Aber, hielt OB Uwe Kirschstein entgegen, "wir planen Stadtstraßen, keine Dorfstraße".
Am Ende beruhigten sich die Gemüter. Weil sich die Einsicht durchsetzte, dass ein viergeschossiges Gesundheitshaus (statt eines dreigeschossigen) keineswegs eine Beeinträchtigung der Lebensqualität bedeute, wie Sebastian Körber (FDP) anmerkte. Und dass ein zweigeschossiger Kindergarten mit einer begrünten baumhausartigen Spielfläche keineswegs eine Zumutung für die Kinder sei - im Gegenteil. Längst seien zweigeschossige Kitas üblich, betonte Lisa Hoffmann (SPD) mit Hinweis auf die Siemens-Kita.


30 Tage Zeit

Nachdem Mitschang und Lemberger zustimmten, die westliche "Riegelbebauung" dreigeschossig zu lassen - und nachdem feststand, dass die westlich geplanten Doppelhäuser entfallen (auch dies ein Vorschlag des Architekten), herrschte plötzlich Einstimmigkeit unter den Räten: Der Bebauungsplan Pointäcker Süd kann in die zweite Beteiligungsrunde gehen. Das heißt: Die Bürger haben weitere 30 Tage Zeit, sich mit den ausgelegten Plänen auseinanderzusetzen.


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