Pretzfeld
Bürgerversammlung

Bürgermeisterin weist Ansinnen und Vorwürfe zurück

In der Bürgerversammlung in Pretzfeld wurden kritische Fragen zur Kinderbetreuung, zur Arbeit der Verwaltung, zur Verkehrssicherheit und anderem gestellt.
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Auch die Verkehrssicherheit in Pretzfeld beschäftigt die Bürger. Foto: fr/Archiv
Auch die Verkehrssicherheit in Pretzfeld beschäftigt die Bürger. Foto: fr/Archiv
Die jüngste Zuhörerin der Bürgerversammlung in Pretzfeld dürfte Johanna Sickmann gewesen sein, die bereits im Vorfeld eine Anfrage zur Kinderbetreuung an Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/Ökologen) gestellt hatte. "Wir wissen, dass das mit einer Kinderkrippe kommt, aber bisher gibt es nicht so viel Bedarf", erklärte Rose Stark.

Im Ort gebe es Tagesmütter und der Kindergarten nehme Kinder bereits ab einem Alter von zweieinhalb Jahren auf. "Es sind nur fünf Kinder bis 2,5 Jahren außerhalb untergebracht", trug Rose Stark vor. Sie gehe aber davon aus, dass immer mehr junge Eltern Betreuung für ihre Kinder in Anspruch nehmen werden. Auch gebe es im Hort immer mehr Bedarf.

Johanna Sickmann hatte im Landkreis Forchheim recherchiert und herausgefunden, dass auch kleinere Kommunen Kinderkrippen haben. Sie habe Sorge, dass die Fördermittel zukünftig für solche Projekte weniger werden. "Wir hatten bisher wenig Nachfrage", antwortete Rose Stark und die Zuhörerin entgegnete, dass das Angebot die Nachfrage steuere. Die Bürgermeisterin verwies auf eine Umfrage, die im April durchgeführt werden soll, um den Bedarf an Krippenplätzen zu ermitteln. Denn die Gemeinde dürfe eine Krippe nur bauen, wenn sie Bedarf nachweisen kann.


Zwei ehemalige Gemeinderäte

Zur Bürgerversammlung waren auch zwei ehemalige Marktgemeinderäte gekommen, Franz Stein und Eva Skalsky. Franz Stein hatte erfahren, dass für eine Förderung des Kinderhortes kurzfristig eine Planung hätte aufgestellt werden müssen. Er fragte sich, ob nur in Pretzfeld alles immer so kurzfristig entschieden werden müsse oder ob jemand etwas versäume. Das wies die Bürgermeisterin zurück. Denn gerade im Fall Kinderhort sei der Termin knapp bemessen gewesen und die Verwaltung habe schnell reagiert.


Anschluss an eine VG gefordert

"Ich habe auch schon anderes erlebt. Ich habe das Gefühl, dass die Verwaltung zu klein ist", meinte Stein und sagte weiter, dass daher nicht alles Wissen vorgehalten werden könne. Stein meinte, dass nach Pretzfeld niemand komme, der Karriere machen wolle, sondern nur die Zweit- oder Drittbesten. Deshalb schlug der ehemalige Marktgemeinderat vor, dass sich Pretzfeld einer Verwaltungsgemeinschaft anschließen solle. Rose Stark erinnerte ihn daran, dass dies vom Marktgemeinderat bereits diskutiert und abgelehnt worden war. Sie sagte auch, dass die Pflichtaufgaben trotz großer Personalausfälle "ziemlich gut" erledigt würden.


Ortserneuerung

"Vor circa 25 Jahren wurden viele Pläne bezüglich der Ortserneuerung gefertigt. Und dabei ist es geblieben", trug Eva Skalsky vor. Diese betreffe den Bahnhofsvorplatz einschließlich Bahnhofstraße, Schmiedsgasse und Wehrstraße. Außerdem forderte sie eine Querungshilfe am Ortseingang an der Straße Richtung Altreuth und am Friedhof. Zudem müssten die Abflussmöglichkeiten der Trubach verbessert und ein Anlieger aufgefordert werden, Steine, die dieser in den Fluss geworfen habe, zu entfernen. Weiter trug Eva Skalsky vor, dass seit etwa 40 Jahren der Abflussgraben in der Brunnenstraße nicht mehr ausgeräumt worden sei.

Rose Stark antwortete, dass sie die Themen dem Wasserwirtschaftsamt weitergeleitet habe, das für diese Gewässer zuständig ist. Die Querungshilfen seien bei Verkehrsschauen immer wieder abgelehnt worden. Und das unpraktische Kopfsteinpflaster bei der Kirche könne eventuell über das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) ausgetauscht werden.

Hier meldete sich Michael Tessaro, der sich wünschte, dass Bekanntmachungen im Amtsblatt verständlicher formuliert werden. Selbst mit einem Studium könne man den Sachverhalt nicht immer erkennen und wisse nicht, ob einen das Thema nun betrifft oder nicht. Rose Stark gab an, dass das nicht einfach umzuformulieren sei und die Betroffenen in der Regel wüssten, wenn es sie betrifft. Außerdem zeigte sich Tessaro enttäuscht darüber, dass Bäume in der Nähe seines Grundstücks während der Brutzeit abgeholzt worden waren: "Die Vögel sind kollabiert." Und er machte sich Luft, dass Wald abgeholzt worden war, um einen früheren Planungsfehler zu vertuschen.
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