Ebermannstadt
Meinung

Bürgerforum attackiert Meyer

In der Nacht zum Samstag wurden Flyer zur geplanten Bebauung am "Oberen Tor" und zum Zentrenmanagement in die Ebermannstadter Briefkästen geworfen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auf dem Ebermannstadter Marktplatz findet am Wochenende das Altstadtfest statt. Foto: Josef Hofbauer
Auf dem Ebermannstadter Marktplatz findet am Wochenende das Altstadtfest statt. Foto: Josef Hofbauer
+1 Bild
Das Altstadtfest in Ebermannstadt nutzen die Mitglieder des Bürgerforums, das inzwischen als Verein firmiert, als Forum für politische Agitation. Statt gemeinsam zu feiern, wird verbal scharf geschossen. In zwei Flyern, die in der Nacht zum heutigen Samstag verteilt wurden, greifen die Mitglieder des Bürgerforums Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) und die Verwaltung scharf an.
So wird in dem Flugblatt zur geplanten Bebauung am Oberen Tor die Funktion der geplanten Einkaufsmärkte von Rewe und Aldi als Frequenzbringer einmal mehr in Frage gestellt. "Hier wird die Innenstadt geschwächt", behauptet das Bürgerforum, das in dem künftigen "Snack-Angebot des Rewe-Citymarktes am jetzigen Standort eine unerwünschte Konkurrenz zur heimischen Gastronomie sieht. Wer sich die Rettung der Innenstadt auf die Fahne geschrieben habe, könne nicht mit 3000 Quadratmetern neuer Verkaufsfläche punkten, finden die Verfasser des Flugblattes, in dem das Verträglichkeitsgutachten für die Supermärkte sinngemäß als "Gefälligkeitsgutachten" eingestuft wird.


Mit Wirklichkeit wenig zu tun

Im zweiten Flyer prangert das Bürgerforum die Einrichtung des "Zentrenmanagements" an, das mit 100 000 Euro pro Jahr vom Steuerzahler bezahlt werde. Es solle der Eindruck erweckt werden, es handle sich beim "Zentrenmanagement" um eine gemeinnützige Einrichtung. "Dieser Eindruck ist so beabsichtigt wie falsch", heißt es wörtlich .
Diese Einrichtung habe ausschließlich die Aufgabe, die politischen Ziele der Stadtführung von Ebermannstadt durchzusetzen, ist in dem Flugblatt zu lesen, für das Thomas Dorscht die presserechtliche Verantwortung trägt. Ein Nutzen für die Bürger sei nicht erkennbar.
In dem Rundumschlag greift das Bürgerforum die Informationspolitik des "Zentrenmanagements" scharf an. Der Bericht auf der WEB-Site unter der Rubrik-Blog "Im Dialog mit den Unternehmern der Stadt" sei ein reiner Werbeeintrag. Er habe mit der Wirklichkeit wenig zu tun. Der Blog-Eintrag erwecke lediglich den Eindruck der Wiedergabe einer Diskussion. "Dieser Eindruck ist falsch", behaupten Dorscht & Co. Stattdessen würden lediglich die vorformulierten Ziele der Cima wiedergegeben.
Die Veröffentlichung, in der auch von "Seilschaften" die Rede ist, gipfelt in dem Vorwurf: "Wir sehen im Zentrenmanagement Ebermannstadt ein autoritäres Instrument der Stadtspitze, die Befürchtungen der Unternehmer Ebermannstadts zur geplanten Entwicklung am Oberen Tor zu besänftigen." Es werde suggeriert, dass mit dem Verfolgen kleiner Schritte alles gut werde. Der Bürger soll lediglich in dem Glauben gelassen werden, dass er an der Fortentwicklung der Stadt beteiligt werde.


Fake news

Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) spricht angesichts der Flugblätter wörtlich von "Fake News". "Was da drinnen steht, stimmt einfach nicht. Es entstehen keine 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche am Oberen Tor. Davon müsse die Verkaufsfläche des bestehenden Discounters Aldi in Abzug gebracht werden."
Da der Bereich "Oberes Tor" eine so genannte "integrierte Lage" darstelle, nahe an der Innenstadt liege und fußläufig erreichbar sei, habe er einen "belebenden Einfluss". Eine "Austrocknung" der Innenstadt sei daher nicht zu erwarten.


Ängste schüren hilft nicht

In Ergänzung zum Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept untermauere das aktuelle Verträglichkeitsgutachten die Entwicklung am Oberen Tor. Der von den Kritikern herangezogene Vergleich zu einem früheren Gutachten gehe an der Sache vorbei, weil der Untersuchungsgegenstand ein anderer war. Die Planer hätten im aktuellen Fall auch die Entwicklung außerhalb von Ebermannstadt untersucht und die rückholbaren Umsatzpotenziale berücksichtigt. So stelle das Projekt am Oberen Tor keine Konkurrenz zum Einzelhandel dar, sondern verhindere, dass weiterhin Kaufkraft abfließt.
Meyer stellt auch klar: "Die Wahl des Einzelhandelsbetriebes trifft allein der Investor, nicht die Stadt." Wer glaube, dass Ebermannstadt sich aus der allgemeinen Entwicklung ausklinken solle, schwäche Ebermannstadt als zukunftsfähiges und attraktives Mittelzentrum.
"Das Schüren von Ängsten und die Ablehnung von Veränderungen kann kein einziges Geschäft in Ebermannstadt retten", ist die Bürgermeisterin überzeugt. Stattdessen gelte es, den Einzelhandel zu ermutigen, sich mit positiven Schritten der Herausforderung zu stellen. Dabei spielten die Aktivitäten der Werbegemeinschaft und des Zentrenmanagements eine wichtige Rolle. "Ziel unseres Handelns muss es sein, das positive Image unserer Stadt zu stärken", fordert Christiane Meyer. Sie kann die, vom "Bürgerforum" vorgebrachten Vorbehalte gegenüber dem Zentrenmanagement nicht nachvollziehen. Vielmehr ließen die Vorwürfe auf ein gravierendes Informationsdefizit schließen.


Sammelstelle für gute Ideen

Beim Zentrenmanagement handle es sich weder um ein Projekt der Verwaltung noch um eine Vorgabe von Cima. Und: Von einer "autoritären" Einrichtung könne nicht die Rede sein. Diese Einrichtung gebe allen Bürgern eine Anlaufstelle und eine Beteiligungsplattform, die von der Regierung von Oberfranken empfohlen und gefördert werde.
Meyer nennt das Zentrenmanagement eine Sammelstelle für gute Ideen, das dabei helfe, nachhaltige Projekte für die Innenstadt umzusetzen. So sei bereits ein erster Entwurf zur Verbesserung der Parksituation in der Innenstadt vorgelegt worden. "Selbstverständlich kann jeder seine Meinung äußern", so Meyer. "Das ist das Wesen der Demokratie." Wer aber in der Einladung zum Mitgestalten nur Propaganda entdecke, habe weder den Optimismus noch die Tatkraft, noch den guten Willen, an einer positiven Entwicklung Ebermannstadts mitzuwirken, unterstreicht Bürgermeisterin Christiane Meyer.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren