Forchheim
Umfrage

Bürger kritisieren Gezanke im Rat

Die Stadtentwicklung verläuft mitunter beunruhigend, meinen die Aktivisten vom Forchheimer Bürgerforum und stellen die Frage: Quo vadis Forchheim?
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Das Foto entstand im Januar, als die Stadträte in kleinen Gruppen diskutierten, nachdem Oberbürgermeister Uwe Kirschstein die Sitzung nach einem Streit unterbrochen hatte.  Foto: Ekkehard Roepert
Das Foto entstand im Januar, als die Stadträte in kleinen Gruppen diskutierten, nachdem Oberbürgermeister Uwe Kirschstein die Sitzung nach einem Streit unterbrochen hatte. Foto: Ekkehard Roepert

Forchheim Baukräne dominieren den Himmel der Stadt. Im Süden werden zig Millionen Euro investiert, der Raum wird eng und knapp, die Stadtentwicklung ist atemberaubend, mitunter angsteinflößend. So schildern Manfred Mauser und Paul Nerb, die Stadträte vom Forchheimer Bürgerforum (FBF), das Lebensgefühl in der Stadt.

Um zu verstehen, wie die Bürger unter diesen Umständen ihre eigene Zukunft sehen, hat das Bürgerforum eine Umfrage initiiert. Sie stand unter der Überschrift "Quo vadis Forchheim?"

100 Bürger wurden mit einem Fragebogen konfrontiert. Die Interviews führten die FBF-Aktivisten in der Fußgängerzone durch. 17 Fragen gab es zu beantworten. Etwa: Wollen Sie, dass mehr Häuser und Wohnungen gebaut werden, oder ist der Bedarf schon gedeckt? Sollte mehr Gewerbe und Industrie angesiedelt werden? Unterstützen Sie die Großprojekte Rathaussanierung, Umbau des Kolpinghauses oder Umgestaltung des Paradeplatzes?

96 Prozent leben hier gern

Auch zum Zustand der Straßen und Brücken wurden die Bürger befragt, zur Sauberkeit, zum Tourismus, zur Gastronomie oder zum Zustand des Kellerwaldes. Auch wurden die Interviewten aufgefordert, persönlich zu sagen, was sie gut finden, was sie ändern würden.

Fazit: 96 Prozent der Befragten leben "gern in der Stadt"; sie wollen den Fortschritt, unterstützen den Wohnungsbau und die Großprojekte; sie finden den Tourismus gut, möchten aber die Innenstadt zum Verweilen - und sie wollen dort mehr grüne Inseln haben.

Was die Ansiedelung weiterer Industrie betrifft, zeigen sich die Bürger in dieser Umfrage uneins; mit dem kulturellen Angebot und auch der Sauberkeit sind sie eher zufrieden.

"Interessant bei den persönlichen Angaben der Forchheimer finden wir, dass viele ein mehr an Beteiligung der Bürger an politischen Vorgängen wünschen und dass sie auch die Streiterei im Stadtrat satt haben", sagt Paul Nerb. Etwas schlagwortartig reduziert könne man sagen, "die Bürger unterstützen den Fortschritt - aber nicht um den Preis ihrer Lebensqualität", meint Paul Nerb.

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