Pretzfeld
Entwicklung

Bürger-Ideen als Grundlage eines Konzepts

Bei der ISEK-Bürgerwerkstatt bekamen Männer und Frauen aus Pretzfeld die Möglichkeiten, Ideen und Visionen für die Marktgemeinde zu äußern.
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Thomas Rosemann zeichnet die Idee einer Seniorenwohneinheit in den Plan ein. Fotos: Carmen Schwind
Thomas Rosemann zeichnet die Idee einer Seniorenwohneinheit in den Plan ein. Fotos: Carmen Schwind
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"Ich glaube auch, dass hier etwas passieren wird. Und denken Sie immer daran: Sie sind die Gemeinde", fasste Stadtplaner Thomas Rosemann vom "Topos Team" am Donnerstag im Rathaus Pretzfeld zusammen. Als Teil des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) hatte hier eine Bürgerwerkstatt stattgefunden. Nach der Auftaktveranstaltung in der Turnhalle und Gesprächen mit sogenannten "Schlüsselpersonen" hatten Bürger in dieser Veranstaltung die Möglichkeit, ihre Visionen zur Entwicklung der Marktgemeinde Pretzfeld zu äußern.

Zuerst erklärte Rosemann noch einmal, dass ein solches Konzept Voraussetzung ist, um Fördergelder zu erhalten. Ein Bürger ließ sich erklären, dass ISEK für Fördermaßnahmen des Hauptortes zuständig ist. ILEK dagegen, das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept, für Maßnahmen in den Ortsteilen. Die Gelder werden von unterschiedlichen Ämtern ausgeschüttet.

Stärken und Schwächen

In der Auftaktveranstaltung hatten Thomas Rosemann und Claus Sperr vom Büro "Planwerk" Stärken und Schwächen der Marktgemeinde abgefragt. Daraus hatten sich drei Handlungsfelder ergeben: Gebäude und Natur, Infrastruktur, Verkehr und öffentlicher Raum sowie Wirtschaft und Tourismus, Soziales und Wohnen. Sperr fragte ab, wer von den Bürgern sich für welches Thema interessiert und teilte drei Arbeitsgruppen ein. Diese sollten Fragen beantworten, Ideen und Visionen äußern und diese auf Kärtchen schreiben oder in Pläne einzeichnen.

Danach wurde in den einzelnen Gruppen, die in verschiedenen Räumen im Rathaus untergebracht waren, ausführlich diskutiert. In einem der Zimmer wurde zum Beispiel über Träume gesprochen, die eine Familie seit Jahren versucht umzusetzen und die "Vision plus" eines Mannes für einen Dorfmittelpunkt mit Café oder Eisdiele. Im Anschluss wurden die Ergebnisse vorgestellt.

Wohnprojekt in der Ortsmitte

Der ersten Gruppe war wichtig, dass Gebäude saniert oder der Bahnhofsplatz mit Bäumen und einem Biergarten verschönert werden sollen. Privatleute sollten beraten werden, damit sie wissen, welche Fördermöglichkeiten es für private Sanierungen gibt. Auch über ein Wohnprojekt, das sich über verschiedene Gebäude in der Ortsmitte ziehen könnte, wurde diskutiert.

Der zweiten Gruppe ging es um Verkehrsberuhigung durch Drosselung auf 30 Stundenkilometer, Querungshilfen und zusammenhängende Radwege. Wichtig waren auch Gehwege, etwa entlang der Schulstraße. Und es sollte mehr Parkmöglichkeiten geben. Die Bürger forderten ein Verkehrskonzept für Pretzfeld. In der dritten Gruppe wurden fehlende Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomie moniert. Außerdem hatte eine Bürgerin ihre negativen Erfahrungen mit der Gemeinde erzählt. Ihr Traum sei eine kleine Gastronomie in einem Ortsteil, für deren Umsetzung ihr immer wieder neue Vorgaben gemacht würden.

In der Diskussion war die Idee eines sozialen Zentrums an der Schule entstanden. Schule, Hort und Kindergarten sollten Synergien entwickeln, der Parkplatz sollte bebaut werden, dafür sollte ein neuer am Hartplatz entstehen. Eine Idee war auch, dem Obstmarkt eine andere Örtlichkeit anzubieten, sodass dieses Gebiet als neuer Dorfplatz mit Begegnungsstätte genutzt werden könnte.

Leitbild weitgehend unbekannt

Anschließend fragte ein Bürger, ob es denn einen Pool gebe, in dem Gastronomen zu finden sind, die Räumlichkeiten suchen. Das musste Sperr verneinen. Er will aber dem Landratsamt einen solchen Vorschlag machen. Danach diskutierten die Pretzfelder den Vor- und Nachteil eines anderen Parkplatzes an der Schule. Und ein Marktgemeinderat wies darauf hin, dass erst vor Kurzem der Beschluss gefasst worden sei, hier eine Ladestation aufstellen zu lassen.

Ein Bürger monierte, dass von 14 Räten nur vier anwesend waren. Ein anderer war überrascht, dass es ein Leitbild aus dem Jahr 1996 gibt, das in der Bevölkerung nicht bekannt sei. Einige Anwesende äußerten die Hoffnung, dass sich jetzt aus ihrer Sicht endlich etwas bewegt in Pretzfeld. Der nächste Schritt wird sein, dass die Planungsbüros ein Konzept aus den Vorschlägen erarbeiten und dem Marktgemeinderat vorstellen.

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