Forchheim
Bürgerforum

Bürger diskutieren Gestaltung des Paradeplatzes

Beim zweiten Bürgerforum zum Thema "Paradeplatz-Gestaltung" stellten die Bürger kritische Fragen zu den neun ausgewählten Entwürfen.
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"Das war noch einmal viel Input", resümiert Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) die zweite Gesprächsrunde des Bürgerforums. Architektin Marianne Mang präsentierte die neun Entwürfe. Im Anschluss leitete Bauamtschef René Franz die Diskussion, bei der sich Bürger aus Forchheim noch einmal zu Wort melden konnten.

Platz zum Wohlfühlen

Identität, Funktionalität und Mobilität, das waren die Leitbegriffe bereits bei der Planung. Auch bei der Debatte zur Gestaltung des Paradeplatzes am Donnerstag standen diese Begriffe im Vordergrund: "Der Platz soll genügend Freiraum zum Wohlfühlen bieten, attraktiv für Touristen sein und mit der Verkehrssituation in Einklang gebracht werden", erklärte Mang, als sie die grundlegenden Ideen des ersten Bürgerforums zusammenfasste.

Die neun vorgestellten Entwürfe hatten sich aus insgesamt 25 Entwürfen herauskristallisiert. Dabei wurden viele der Wünsche und Vorstellungen der Bürger miteinbezogen. "Um das zu gewährleisten, haben wir uns für die zwei Wettbewerbsstufen entschieden", sagte Oberbürgermeister Kirschstein.

Über viele der Elemente, die auf dem neuen Platz vorhanden sein sollen, herrschte weitestgehend Einigkeit: eine schönere Bepflanzung mit Bäumen, Wasserspiele, Sitzelemente, genügend Fläche für Veranstaltungen... - das sind nur einige Beispiele, die sich die Forchheimer auf ihrem Paradeplatz wünschen.

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Ein großes Anliegen der Teilnehmer war, dass der historische Hintergrund des Platzes nicht in Vergessenheit geraten dürfe. Die Sorge, dass die Marienfigur mit ihren zwei Engeln als Begleiter vom Platz verschwinden und nicht mehr gewürdigt werden, konnte OB Kirschstein den Bürgern nehmen: "Dafür gibt es schon viele Ideen, aber natürlich werden sie weiterhin unser Stadtbild prägen."

René Franz nickte zustimmend und fügte hinzu, dass die Figurengruppe lediglich einen anderen Standort auf dem Platz erhalten solle.

Das Thema Wasser war bei der Planung ebenfalls ein wichtiger Aspekt, den die Entwürfe in unterschiedlichsten Weisen widerspiegeln. "Es wirkt belebend und erfrischend", erklärte Mang.

Schlittschuhlaufen im Winter

So fand sich in dem einen Gestaltungsplan ein Wassersprudel, in anderen ein Wasserspiel oder ein kleiner Wasserlauf. Bei dem Gestaltungselement Wasserfontänen wurde jedoch kritisiert, dass diese zu viel Raum einnehmen und dass bei Veranstaltungen die Löcher stören würde. Stattdessen wurde der Vorschlag gemacht, eine Wasserspielfläche zu integrieren: so könnten Kinder im Sommer erfrischen und im Winter könnte die Fläche zum Schlittschuhlaufen genutzt werden.

Bauamtsleiter Franz erklärte, dass es dafür verschiedenste Möglichkeiten gäbe und dass die Anregung auf alle Fälle ins "Hausaufgaben-Heft" der Architekten geschrieben werde.

Konfliktpunkt Verkehr

Verschiedene Meinungen gab es bei der Frage nach der Regelung des Verkehrs. Der Individualverkehr sei wichtig, da sonst viele Geschäfte schließen würden, meinte ein Bürger. Eine Einbahnstraße oder ein Zebrastreifen würden den Verkehr entschleunigen, meinten andere. Manch einer konnte sich sogar eine komplette Umgehungsstraße vorstellen.

Nicht nur der Individualverkehr bereitete den Forchheimern Sorgen. Sie fragten etwa: Wie soll die Verkehrslage für Busse gestaltet werden? Touristenbusse würden das Gesamtbild zerstören. René Franz erklärte: "Die Touristenbusse sollen eine Möglichkeit zum Anhalten bekommen. Aber sie müssen dann wieder wegfahren." Das soll die Touristen anregen, vom Paradeplatz aus in die Stadt zu gehen.

Als Fazit der ersten Wettbewerbsrunde kommentierte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein: "Wir entwickeln gemeinsam den Plan für das Aussehen unseres Platzes. Jetzt haben wir noch einmal viele Punkte, die präzisiert werden müssen. Das folgt dann in der zweiten Wettbewerbsrunde."

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