Hallerndorf
Gemeinderat

Braucht Pautzfeld einen Super- und Getränkemarkt?

Im Gemeinderat Hallerndorf wurde über den Plan für einen Supermarkt in Pautzfeld gestritten. Die Frage ist: Was wollen die Pautzfelder selbst?
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Symbolfoto:  Oliver berg, dpa
Symbolfoto: Oliver berg, dpa

Gleich zu Beginn der Sitzung des Hallerndorfer Gemeinderates stellte Markus Düsel (WG Pautzfeld) den Antrag, den Tagesordnungspunkt betreffend Entwicklung eines Vollsortimenters im Bereich des Ortsteiles Pautzfeld zu streichen. Schließlich hätten die Bürger im Januar anlässlich der Bürgerversammlung in Pautzfeld klar ihre Ablehnung diesbezüglich ausgedrückt. Johannes Pohl von Sontowski und Partner stellte klar, dass inzwischen eine weitaus abgespecktere Version zum Tragen käme. In diesem Projekt sei nur noch ein Vollsortimenter und ein Getränkemarkt geplant. Die einzige Zufahrt soll über die Pfarrgasse erfolgen, außerdem sichert das Unternehmen eine Bushaltestelle und einen Fuß- und Radweg nach Pautzfeld auf eigene Kosten zu.

Ablehnung und Widerspruch

"Die Mehrheit der Pautzfelder wollen das nicht", lehnte Thomas Bauer (WG Pautzfeld) auch die kleinere Variante ab. Pohl hingegen konnte kein klares Nein erkennen. "Vier Fünftel der Pautzfelder haben das mit ihrer Unterschrift bekundet", widersprach Bauer energisch. Er sah die Hallerndorfer bestens versorgt. Immerhin sei bereits 200 Meter entfernt der nächste Getränkemarkt. Pohl verwies daraufhin auf die übrigen Hallerndorfer Gemeindeteile, für die dieser Einkaufsmarkt ebenfalls gebaut werden solle. Düsel dagegen wandte ein, dass für die anderen Ortsteile dieser Einkaufsmarkt genauso wenig fußläufig erreichbar sei wie jeder der im Umfeld bereits existierenden Märkte: "Ich sehe für die Hallerndorfer keinen Vorteil, es ist kein Nahversorger, sondern nur ein weiterer Einkaufsmarkt, der mit dem Auto angesteuert werden muss."

Für ein Gewerbegebiet?

Robert Linz (WG Trailsdorf) verwies auf die Sichtweise der Pautzfelder: Obwohl dieser Markt ihnen nützen würde, sind sie dagegen. Er vermutete, dass dieser Einkaufsmarkt nur den Start eines weiteren Gewerbegebietes markieren könnte. Werden in den kommenden Jahren Gewerbeflächen benötigt, sei diese Fläche bereits erschlossen. Er verglich die Situation in Pautzfeld mit der in Schlammersdorf, als es vor Jahren hieß, dass sich nur die Firma Kreul am Ortsrand ansiedeln würde: "Und jetzt soll auch das Gewerbegebiet ausgeweitet werden."

Markus Düsel wies Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG) darauf hin, dass nach Artikel 18 der Gemeindeordnung eine Empfehlung der Bürgerversammlung - wie sie von den Pautzfeldern im Januar ausgesprochen worden war - innerhalb des kommenden Vierteljahres im Gemeinderat behandelt werden müsse.

Während der Baumanager von Rewe, Alexander Pavlovic, darauf hinwies, dass die Hallerndorfer ihre Kaufkraft in andere Gemeinden trügen, dankte Bürgermeister Torsten Gunselmann für die Informationen von Rewe und Sontowski und schlug eine Diskussion vor. Mathias Erlwein (JAB) griff diesen Gedanken auf und schlug eine Meinungsabfrage per Bürgerversammlung vor. "Wir müssen die Meinung der Bürger bei diesem Entschluss mit berücksichtigen", war sich Gunselmann sicher.



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