Forchheim
Verkehr

Böschungsbrand zwischen Forchheim und Hirschaid: Züge fahren wieder

Seit Montag fahren die Züge auf der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Bamberg wieder planmäßig. Der Böschungsbrand legte am Wochenende den Zugverkehr lahm, weil Kabel für die Signaltechnik oberirdisch verlaufen.
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Seit Montag fahren die Züge auf der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Bamberg wieder planmäßig. Der Böschungsbrand legte am Wochenende den Zugverkehr lahm, weil Kabel für die Signaltechnik (Foto) oberirdisch verlaufen. Foto: Franziska Rieger
Seit Montag fahren die Züge auf der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Bamberg wieder planmäßig. Der Böschungsbrand legte am Wochenende den Zugverkehr lahm, weil Kabel für die Signaltechnik (Foto) oberirdisch verlaufen. Foto: Franziska Rieger
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Pendler und Bahnreisende können aufatmen: Früher als angekündigt fahren seit gestern die Züge auf der Strecke zwischen Nürnberg und Bamberg wieder fahrplanmäßig, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Montagmorgen. Die Bahn hatte zuvor angekündigt, dass die Strecke wahrscheinlich bis Dienstag gesperrt bleiben würde und Regionalzüge ab den Morgenstunden im Pendelverkehr fahren sollten.

Wegen eines Böschungsbrandes bei Forchheim in der Nacht von Freitag auf Samstag fuhren am Wochenende zwischen Forchheim und Bamberg keine Züge. Zwischen dem Nürnberger Hauptbahnhof und Forchheim funktionierte ausschließlich die S-Bahn-Linie S 1. Züge des Fernverkehrs wurden zwischen Nürnberg und Erfurt in beiden Richtungen umgeleitet. Zwischen Forchheim und Bamberg hatte die Bahn einen Schienenersatzverkehr mit Bus und Großraumtaxis eingerichtet.

Funkenflug einer Bremse

Der Funkenflug einer festgestellten Bremse eines Güterzuges war schuld, dass es bei Eggolsheim zu dem Böschungsbrand gekommen war. Die Feuerwehren Forchheim, Eggolsheim und Bammersdorf löschten die Flammen. Wie Dennis Friedrich, Pressesprecher der Feuerwehr Forchheim-Stadt, erklärt, mussten die Einsatzkräfte zuerst in der Jean-Paul-Straße gegen Mitternacht rund 30 Quadratmeter des Bahndammes löschen.

Noch während der Löscharbeiten meldete die Leitstelle weitere Brandstellen im Abschnitt Forchheim-Eggolsheim. Die Feuerwehren Bammersdorf und Eggolsheim wurden nachalarmiert. An der Böschung habe es mehrere Brandstellen gegeben. Die Einsatzstelle erstreckte sich so auf rund vier Kilometern entlang der Gleise, berichtet Friedrich.

Wie Kreisbrandrat Oliver Flake sagt, waren insgesamt rund 60 Feuerwehrleute im Einsatz. Zum Brand von Bahndämmen komme es im Landkreis immer mal wieder, vielleicht einmal im Jahr, schätzt Flake. "In diesem Umfang aber doch eher selten."

Denn das Feuer beschädigte auf drei Kilometern Strecke Kabel für die Signal- und Weichensteuerung, heißt es von der Deutschen Bahn. Zwischen Hirschaid und Forchheim mussten Arbeiter der Bahn deshalb ein 2,5 Kilometer langes Kabel austauschen. Techniker der Bahn waren über das Wochenende für Reparaturarbeiten vor Ort.

Kabel in Plastikabdeckungen

Dass der Zugverkehr so lange lahmgelegt war, lag nicht zuletzt an den Signalkabeln, die vom Feuer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Diese Kabel verlaufen in diesem Bereich oberirdisch entlang der Gleise in Plastikabdeckungen, sogenannten Kabeltrögen, erklärt ein Pressesprecher der Deutschen Bahn. Die Glasfaserkabel seien nicht "verbrannt", vielmehr seien sie durch die Hitzeeinwirkung beschädigt worden und hätten deshalb nicht mehr funktioniert.

Der viergleisige Ausbau kommt

An diesem Abschnitt steht der viergleisige Ausbau der Bahnstrecke bevor. Die Signalisierung entspreche aber bereits dem Neubaustandard der Schnellfahrstrecke München-Nürnberg-Berlin. Darum verlaufen die Kabel für die Übergangszeit in "feuerhemmenden Kabeltrögen", so der Pressesprecher. Die Kabel werden im endgültigen Ausbauzustand jedoch unterirdisch geführt.

Werden Bahngleise durch Brände oder heftige Stürme blockiert, werden immer wieder Forderungen nach Brandschutzstreifen laut, die es noch zu Zeiten der Dampflok gegeben hat. "Böschungsbrände und Brandschutzstreifen haben nichts miteinander zu tun", entgegnet der Pressesprecher. Am Samstag sei es aufgrund der Störung eines Güterzuges eben zu einem Böschungsbrand gekommen.

"Brandschutzstreifen sollten früher verhindern, dass bei Dampflokbetrieb der sehr viel weitreichendere Funkenflug aus dem Kamin von Dampfloks Waldbrände und ähnliches auslöst", sagt der Pressesprecher. Die Bahn habe diese "Vegetationspflege" weiterentwickelt und sorge beispielsweise mit abgestuften Waldtraufen dafür, dass bei einem Sturm keine Bäume in die Oberleitungen fallen.

Dazu müsse dem Unternehmen jedoch auch der Grund und Boden gehören. Oder es müsse das Einverständnis des Grundstückeigentümers für solche Pflegemaßnahmen vorliegen.

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