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Forchheim
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Zahl der Erkrankten in Forchheim steigt: Bisher vier Corona-Fälle bestätigt

Die Zahl der Ansteckungen wächst - auch im Landkreis Forchheim - Die Bürger sind aufgerufen, Menschenansammlungen möglichst zu vermeiden.
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Beim Verdacht auf  eine Infektion mit dem Corona-Virus      sollen die Patienten nicht in die Praxis kommen.  Da kommt der Arzt zum Patienten.  Josef Hofbauer
Beim Verdacht auf eine Infektion mit dem Corona-Virus sollen die Patienten nicht in die Praxis kommen. Da kommt der Arzt zum Patienten. Josef Hofbauer

Kreis Forchheim Drei weitere bestätigte Corona-Fälle gibt es im Landkreis. Darüber informierte gestern das Landratsamt. Zum Redaktionsschluss am Freitagabend sind es also insgesamt vier, nachdem eine Lehrkraft des Gymnasiums Fränkische Schweiz positiv auf den Virus getestet worden war.

Hinzu gekommen sind nun eine Mutter sowie ihr zweijähriges Kind aus der Stadt Forchheim. Das Kind habe sich bei den Großeltern in Niederbayern angesteckt. Laut der Behörde habe es hier aber keine Gemeinschaftseinrichtung besucht. Fall Nummer vier ist ein 57-jähriger Mann aus Forchheim, der sich beim Skiurlaub in Südtirol infiziert hatte. Nach seiner Rückkehr habe er sich direkt in häusliche Quarantäne begeben.

Alle Kontaktpersonen dieser Patienten wurden laut Landratsamt verständigt und befänden sich in häuslicher Quarantäne. Die Behörde appelliert an die Bürger, mitzuhelfen, die Ansteckungsgefahr zu verringern.

Am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz sei die Lage aktuell noch beherrschbar, erklärt Klinikleiter Sven Oelkers. Allerdings zeigen die letzten Tage und Wochen in anderen Regionen, dass sich die Lage sehr kurzfristig ändern kann. Für diesen Fall gebe es einen Notfallplan, um die zusätzlichen Patienten versorgen zu können. Näher erläutert Oelkers diesen Plan allerdings nicht.

Auch gebe es aktuell noch keine Urlaubssperre beim medizinischen oder pflegerischen Personal. "Aber auch das kann sich natürlich ändern, je nachdem wie sich die Lage entwickelt", so Oelkers.

Das Klinikum bittet darum, von Besuchen an den Krankenbetten an den Standorten Forchheim und Ebermannstadt abzusehen. Diese Maßnahme diene dem Schutz der Patienten, Besucher, aber auch des Personals. "Besuche bitte nur noch in Ausnahmefällen", appelliert Sven Oelkers .

Für akute Fälle verweist er auf die UGeF Bereitschaftsdienstpraxis im Ärztehaus am Klinikum, das regulär geöffnet ist. Aber auch hier sei es wichtig, dass kein Patient mit Corona-Verdacht in die Bereitschaftsdienstpraxis, die Notaufnahme oder eine sonstige Arztpraxis gehe. Ein Patient mit dem Verdacht Corona sollte sich immer zuerst telefonisch mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 in Verbindung setzen.

Nicht auf leichte Schulter nehmen

Diese klärten das weitere Vorgehen mit dem Patienten ab und suchten bei Bedarf zur Probenentnahme auch den Patienten daheim auf. So könne der Kreis der Kontaktpersonen möglichst klein gehalten werden. Dies unterstreicht Torsten Fricke, vom Bayerischen Hausärzteverband. Das Corona-Virus dürfe nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Während bei der Virusgrippe, der so genannten Influenza bei den Ärzten und dem medizinischen Personal durch Impfungen ein Grundschutz bestehe, gebe es beim Corona-Virus diese Möglichkeit bislang noch nicht.

Grundsätzlich gilt: Wer Krankheitssymptome bemerkt, solle zuerst telefonisch Kontakt mit dem Hausarzt aufnehmen oder die 116117 anrufen. Das, so der Sprecher des Hauärzteverbandes könne schon mal zwei drei Stunden dauern, bis man da durchkommt. Da ist Geduld gefragt.