Forchheim
Landtagswahl

Bis zu fünf mögliche Abgeordnete aus Forchheim

Für Forchheim haben fünf Kandidaten gute bis sehr gute Chancen, in den Landtag einzuziehen. Die Zweitstimme macht's möglich.
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Ein Blick in die Glaskugel wird gewagt. Fotos: alswart/Fotolia/privat; Montage: Micho Haller
Ein Blick in die Glaskugel wird gewagt. Fotos: alswart/Fotolia/privat; Montage: Micho Haller

Der Bayerische Landtag besteht seit 2003 aus 180 Mitgliedern. Mindestens, denn zu den 180 Sitzen kommen noch die Überhangmandate hinzu. Je nach Verlauf der Wahl könnten dann aus dem Landkreis Forchheim bis zu fünf Kandidaten in den Landtag einziehen. Zugegeben, das ist etwas unrealistisch, aber möglich.

Wieso das so ist, versteht man, wenn man sich mit dem Wahlverfahren auseinandersetzt. Oberfranken stehen 16 Sitze zu. Diese werden jeweils nach der Bevölkerungszahl berechnet. Oberbayern hat zum Beispiel Anspruch auf 61 der 180 Sitze, Mittelfranken auf 24. Oberfranken ist mit der Oberpfalz der Wahlkreis mit den wenigsten Sitzen.

Um die Sitzverteilung im Landtag zu erhalten, werden die Erst- und Zweitstimme addiert. Das Gesamtergebnis ist maßgeblich für die Verteilung der Sitze. Die direkt gewählten Kandidaten ziehen aber auf jeden Fall ein.

Direktmandate an die CSU?

Die CSU hatte bisher - und so besagen es auch die Trends - alle, also acht, Direktmandate in Oberfranken. Das sind dann 50 Prozent der Sitze in Oberfranken. Aber aktuelle Umfragen sehen die CSU gesamt nur bei 33 Prozent.

Dann würden der CSU rechnerisch nach dem bei der bayerischen Landtagswahl angewendeten Hare-Niemeyer-System nur sechs Sitze zustehen. Die anderen würden sich auf die Listen von Grünen (drei Plätze bei aktuellen 18 Prozent), AFD (zwei bei 12 Prozent), SPD (zwei bei 11 Prozent), FW (zwei bei 10 Prozent) und FDP (ein Platz bei sechs Prozent) verteilen.

Kreiswahlleiter Frithjof Dier vom Forchheimer Landratsamt bestätigt auf Nachfrage des Fränkischen Tags, dass so die Überhangmandate dann entstehen. "Die CSU bekommt trotzdem ihre acht Sitze, wenn sie alle Direktmandate gewinnt. Da den anderen Parteien aufgrund ihrer Ergebnisse aber eben auch Sitze zustehen, werden wie im aktuellen Rechenbeispiel zwei Überhangmandate eingeführt, damit auch die anderen Parteien die ihnen zustehenden Sitze erhalten."

Bisher gab es diesen Fall erst einmal in Bayern, nämlich bei der Landtagswahl 2008 als die CSU zwar alle Direktmandate geholt hat, aber mit 43 Prozent der Gesamtstimmen weniger Anspruch gehabt hätte.

Mit dem Wahltrend, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, könnte der Landkreis Forchheim dann künftig mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit drei Abgeordnete haben.

Zuerst natürlich Michael Hofmann als Direktkandidat für die CSU. Sollte er das Direktmandat aber nicht holen, so hat er über die Liste keine Chance einzuziehen. Dann sind da noch Thorsten Glauber auf Listenplatz 1 der Freien Wähler und Sebastian Körber auf Listenplatz 1 der FDP. Sie können sich mit dem aktuellen Wahltrend gute Chancen ausrechnen. Ganz sicher können sich Glauber und Körber aber auch dann nicht sein, wenn die Prozente so bleiben, denn nur wer auf Listenplatz 1 vor der Wahl steht, steht dort nicht auch automatisch nach der Wahl.

Da die Zweitstimme nicht wie bei der Bundestagswahl an die gesamte Liste geht, sondern einem Kandidaten persönlich zugeordnet werden muss, so erklärt Frithjof Dier, können die Kandidaten auch überholt werden.

Die Chancen für Körber und Glauber sind trotzdem gut, schließlich sind beide in ganz Oberfranken bekannt.

Blick in die Glaskugel

Doch Wahltrends sind keine Ergebnisse. Was wäre, wenn die CSU tatsächlich noch weniger bekommen würde? Zum Beispiel nur 31 Prozent der Gesamtstimmen? Dann würden den Schwarzen bei gewissen Prozent-Kalkulationen nur noch fünf Sitze zustehen. Das heißt: Es wäre noch ein weiterer Platz frei.

Zugegeben, so schlecht steht die CSU in keiner Prognose, in keiner Umfrage und in keinem Trend da. Aber was wäre wenn? Nimmt man an, es wäre so, dann gäbe es mit Emmerich Huber (Grüne) und Dominik Pflaum (AfD) zwei Kandidaten aus dem Landkreis Forchheim, die auf weitere Plätze lauern. Huber ist bei den Grünen auf Listenplatz 4, Pflaum bei der AfD auf Listenplatz 3.

Je nach Konstellation würde also ein weiterer Platz entweder an die Grünen oder die AfD gehen. Und sollten die Grünen vier statt drei Listenplätze oder die AfD drei statt zwei Plätze bekommen, ist die Chance auf einen weiteren Abgeordneten aus dem Landkreis sehr hoch. Und bei besseren Ergebnissen als die Parteikollegen weiter vorne auf der Liste könnten diese beiden den Einzug in den Landtag ohnehin schaffen.

Doch all die Blicke in die politische Glaskugel bleiben vorerst Spekulation. Ein endgültiges Ergebnis wird es wohl erst am Sonntag am späten Abend oder in den Morgenstunden des Montag geben. Spannend wird diese Wahl für den Landkreis Forchheim aber auf jeden Fall.



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