Forchheim
Umwelt

Bienen brauchen Wasser

Um den Bienen eine zusätzliche Nahrungsquelle zu bieten, werden Futterstationen für Bienen und Schmetterlinge angeboten. Was gut gemeint ist, kann fatale Folgen für die Insekten haben, die man eigentlich schützen will.
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Eine Biene sammelt Nektar auf einer Sonnenblume. dpa, Archiv
Eine Biene sammelt Nektar auf einer Sonnenblume. dpa, Archiv
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Überall ist vom Bienensterben die Rede, und die Menschen wollen helfen. Im Handel, vor allem auch online, werden deshalb sogenannte Schmetterlings- und Bienenfutterstationen oder Tränken angeboten. Die kleinen Töpfchen und Schwämme können oder sollen mit Zuckerwasser behandelt und gefüllt werden, um so den Schmetterlingen und Bienen eine zusätzliche Futterquelle im Garten zu bieten.

Was gut gemeint ist, kann aber für die Bienen nachteilig sein und zu fatalen Folgen führen, sagt Wolf-Dietrich Schröber, Vorsitzenderdes Imkerverbands Forchheim, der energisch davon abrät, diese Futterstationen mit Zuckerwasser zu füllen. "Es würde ein unkontrolliertes Chaos entstehen. Die Bienen gehen unkontrolliert darauf los. Solche Stellen sind aber die Brutstelle für Krankheiten, die so unkontrolliert mit nach Hause getragen werden."

Als ähnlichen Vergleich nennt er die nicht restlos sauberen Honiggläser, die in den Altglascontainern landen. Auch sie seien Brutstätte für Krankheiten, die dann unkontrolliert ins Bienenvolk eingeschleppt würden. Deshalb gilt auch hier, nur saubere Gläser zu entsorgen. Außerdem lockt Zuckerwasser auch andere Tiere an. Ameisen beispielsweise lieben das Zuckerwasser.

Wenn Schröber abrät, solche gut gemeinten Futterstationen mit Zuckerwasser zu füllen, dann heißt es nicht, dass er Hilfe für die Bienen ablehnt. Das ist sogar gewünscht, nur in andere Form. "Jede Blume hilft", betont Schröber.

Anfangen könnten die Menschen in ihrem eigenen Garten oder auf den Terrassen, indem sie Blumen pflanzen und diese auch in Kübeln auf der Terrasse aufstellen. Wer dazu keine Möglichkeit hat, kann anders helfen.

"Wir Imker bieten die Aktion Bieneninseln, der Bund Naturschutz bietet den Blühstreifen. Leute, die helfen wollen, sollen diese Aktionen unterstützen", regt Schröber an. In erster Linie würden Blumen gebraucht, gerade jetzt zu dieser Jahreszeit. Ein Blick durch die Fränkische Schweiz jedoch zeigt, dass diese Blumen fehlen.

Nicht zuletzt deshalb wünscht man sich die Landwirtschaft als Unterstützung, um wie früher wieder sogenannte Wildäcker anzulegen. Die Imker stellen dann ihre Völker dort auf, wo diese die Nahrung finden.

Dass auch Imker ihre Völker mit Zuckerwasser füttern, können nicht mit den freiverkäuflichen Futterstationen verglichen werden. Füttert der Imker die Bienen mit Zuckerwasser, dann füttert er die Bienen im Volk. Mit der Zuckerlösung motiviert der Imker zur Winterbrut und zudem muss er den Bienen an Nahrung wieder zurückgeben, was er ihnen mit der Entnahme des Honigs entzogen hat.
Das war die Nahrung der Bienen, um über den Winter zu kommen. Das muss er nun wieder einbringen, damit das Volk überlebt.

Helfen können die Menschen den Bienen mit Wasser. Das sei gerade in der Hitze für die Bienen wichtig. Aber kein Zuckerwasser.

Die Leute können bereits gekaufte Futterstationen einfach mit sauberen Wasser füllen oder eine Wasserschale rausstellen, denn Bienen brauchen Wasser. Sie schöpfen Wasser und brauchen es auch, um ihre Behausung zu kühlen.

Wie den Honig bringen sie das Wasser in kleinster Menge in die Behausung ein. Wenn Wasser verdunstet wird es kalt und so wird auch das Bienenhaus gekühlt. Bei größeren Wasserschalen hilft ein Stein, damit die Bienen sicher landen und trinken können. Um den richtigen Umgang mit dem Ersatzfutter kümmert sich der Imker.


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