Baiersdorf
Planung

Bezahlbares Wohnen in Baiersdorf ist das Ziel

Bürgermeister Galster (CSU) sieht es als Pflichtaufgabe jeder Kommune, ausreichend Wohnraum zu tragbaren Preisen zu schaffen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Baugebiet Bergstraße-Nord wurde  für die Einzelbebauung geschaffen. Fotos: Josef Hofbauer
Das Baugebiet Bergstraße-Nord wurde für die Einzelbebauung geschaffen. Fotos: Josef Hofbauer
+1 Bild
Schon vor einiger Zeit knackte der Quadratmeterpreis für Mietwohnungen in Baiersdorf die Zehn-Euro-Marke. "Die Tendenz geht zu elf Euro und mehr", sagt dazu Bürgermeister Andreas Galster (CSU). Er sieht sogar einen Verdrängungsprozess zu Lasten von Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen, die an die Peripherie ausweichen müssen. Mit Folgen, wie weiten Wegen zur Arbeitsstätte.


Existenzielle Grundvoraussetzung

Galster sieht es als Pflichtaufgabe jeder Kommune ausreichend Wohnraum zu schaffen. "Das ist der einfache Umkehrschluss aus der Verpflichtung, Obdachlose in einer Wohnung unterzubringen." Er beruft sich auch auf den Bayerischen Städtetag , der die Wohnung als existenzielle Grundvoraussetzung für jeden Menschen ansieht.
Baiersdorf fährt deshalb seit geraumer Zeit zweigleisig. Zum einen hat die Stadt in Igelsdorf das Baugebiet Bergstraße-Nord für Einzelbebauuang geschaffen. "Das ist eine Erfolgsgeschichte", sagt Galster. Vergangenen Herbst begann dort im Ortsteil Igelsdorf das Bauen. Auf drei Viertel der Grundstücke werden in diesem Herbst bezugsfertige Häuser stehen. Das andere Projekt ist das sogenannte Reichel-Grundstück in Verlängerung der Schule am Igelsdorfer Weg. Dort entsteht Etagenwohnungsbau. Die eine Hälfte der Wohnungen sind sozial gefördertes Bauen, die andere werden Miet- und Eigentumswohnungen.
"Wer ein soziales Gewissen hat, denkt besonders an mittlere und untere Einkommensschichten", rechtfertigt er den Stadtratsbeschluss mit der hohen Verpflichtung zu Sozialwohnungsbau auf diesem Grundstück.
Ein nicht unbeachtlicher Teil dieser Personengruppen sind Menschen im Ruhestand, denn bekanntlich reduziert sich das Einkommen bei Rentenbeginn fast um die Hälfte und Witwen erhalten davon wiederum nur ungefähr zwei Drittel. Gesundheitliche Probleme lassen viele dieser Altersgruppe daran denken, nur mehr auf einer Etage wohnen zu wollen.
"Bezahlbaren Wohnraum für Bayern" hat sich das Evangelische Siedlungswerk (esw) in Nürnberg auf die Fahnen geschrieben. Es entwickelt vor allem Grundstücke in kirchlichem Besitz. In Baiersdorf hat die Pfründestiftung Eigentum an zwei Grundstücken. Das eine liegt im Anschluss an das Reichel-Grundstück am Igelsdorfer Weg, das andere in der Feldflur Richtung Igelsdorf. Dazwischen befinden sich mehrere Grundstücke in privatem Besitz.
Das Areal umfasst zwischen zwei und vier Hektar, je nachdem wie viele Nachbarn mitmachen würden. Bei Einzelhausbebauung wären das zwischen 40 und 80 Baurechte. Im Vergleich dazu stellt Röttenbach aktuell einen Bebauungsplan für über 110 Grundstücke auf. Röttenbach hat nicht einmal halb so viele Einwohner wie Baiersdorf, liegt aber genauso im "Speckgürtel" um Nürnberg und Erlangen mit der entsprechenden Nachfrage nach Wohnraum.


Planung noch in Kinderschuhen

Das erste Grundstück der Pfründestiftung kam ins Gespräch, als Baiersdorf nach einem Standort für einen Kindergarten im Osten des Stadtgebiets suchte. Daraus entwickelten sich Gespräche zwischen Stadt und Siedlungswerk, ob sich dort Wohnbebauung realisieren lassen.
"Unsere Planung ist noch ganz am Anfang", heißt es seitens des Siedlungswerkes. Lediglich die Fraktionssprecher wurden über die Überlegungen informiert. Eine Präsentation im Stadtrat bei der Julisitzung musste wegen Erkrankung des Sachbearbeiters verschoben werden.
"Es gibt noch kein Bauvorhaben und schon gar keinen Beschluss des Stadtrats", betont Galster angesichts ins Kraut schießender Gerüchte. "Es geht noch um gar nichts."
Erst wenn das Siedlungswerk auf die Stadt zukommt, werde der Stadtrat über alles Andere nachdenken, bremst Galster. Das kann ein längerer Prozess sein, denkt man nur an die mindestens zwei bis drei Anläufe und dementsprechend ausführlichen Ratsdiskussionen, das Verfahren für die Bebauung des Reichel-Grundstücks in Gang zu setzen.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren