Ebermannstadt
Markt

Besucher kommen trotz Regen zum historischen Markt in Ebermannstadt

Der historische Markt im Scheunenviertel in Ebermannstadt lockte trotz Regen viele Besucher an. Es war ein buntes Programmgeboten.
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Andreas Patzelt an seinem Marktstand  Foto: emt
Andreas Patzelt an seinem Marktstand Foto: emt
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Zum 23. historischen Markt im unteren Scheunenviertel in Ebermannstadt in Verbindung mit einem verkaufsoffenen Sonntag in der Innenstadt kamen trotz widriger Wetterverhältnisse viele Besucher.

Eckart Henzler (55) aus Weismain hat alle Hände voll zu tun. Unter dem Motto "Ich schnitze dir dein Lieblingstier" lädt er Kinder an seinem Stand dazu ein, schon im Vorfeld aus Holz ausgesägte amerikanische Wildtiere mit seiner Schnitztechnik noch richtig in Form zu bringen. "Wegen der immer wieder einsetzenden Regenschauer bin ich damit beschäftigt, die Holzfiguren immer wieder trockenzureiben", erzählt der 55-Jährige, der zum ersten Mal am historischen Markt dabei ist. "Die Kinder bekommen von mir ein Schmirgelpapier und dürfen selbst mit Hand anlegen an ihr Tier", erzählt Henzler. Dadurch würden sich die Kinder mit dem Material und dann auch mit ihrem Tier identifizieren. Im Winter macht Henzler Krippenfiguren aus Holz, im Sommer sind es eben Holztiere. Was bei den Kindern besonders hoch im Kurs steht? "Entgegen dem Trend entscheiden sich die Mädchen heute verstärkt für Krokodile und die Jungs für Delfine", berichtet Henzler. Am Stand des Imkervereins Ebermannstadt hat Kassier Thomas Dehler Standdienst. Neben Informationen rund um das Thema Imkerwesen verkauft er auch Honig. Insgesamt vier Arten werden feilgeboten: Wald- und Blütenhonig, Blütenhonig cremig, Sommerblütenhonig und Frühlingsblütenhonig sind im Angebot. "Besonders gerne wird heute der Wald- und Blütenhonig gekauft", verrät Dehler. "Der Wald- und Blütenhonig hat eine etwas herbere Geschmacksrichtung", erklärt er. Gleich danach komme der cremige Blütenhonig, der sich auf Brot und Brötchen besonders gut als Aufstrich verwenden lasse, so der Imker.

Thema Volksbegehren

Natürlich wird auch am Stand des Imkervereins immer wieder über das Volksbegehren "Rettet die Bienen" diskutiert. Für Thomas Dehler ist dies ein Schritt in die richtige Richtung, aber nur ein kleiner. Seiner Meinung nach muss ein generelles Umdenken in den Köpfen der Menschen erfolgen. Dass man nun versuche, die Landwirte per Gesetz zu verpflichten, durch ein bestimmtes Mähverhalten die Lebensräume von Bienen zu erhalten und auszubauen, findet Dehler auf der einen Seite in Ordnung. Er warnt aber auch vor zuviel Regulierung und bricht eine Lanze für die Landwirtschaft. Die Landwirte hätten in den letzten Jahren schon selbst viel für den Erhalt der Bienen gemacht. Ob der Weg, der bereits viel gegängelten Landwirtschaft nun einfach ein weiteres Gesetz überzustülpen, der richtige Weg ist, lässt er offen. Er appelliert an die Bürger: "Muss der heimische Rasen wirklich wöchentlich gemäht werden? Nicht alles, was wir für Unkraut halten, ist tatsächlich auch für die Bienen Unkraut." Jeder Privatmann könne also was für den Erhalt der Bienen tun, indem er auch auf den Privatgrundstücken Blühflächen schaffe und sich eben nicht für Steingärten entscheide.

Die "Eulenmama"

Nur ein paar Schritte weiter sitzt "Eulenmama" Angie aus Nürnberg, die an ihrem Stand ihre genähten "Glücks-Eulen" verkauft. "Eulen sind seit dem Mittelalter Tiere des Glücks und der Weisheit", erläutert die Rentnerin, die gerne mit ihrem Hobbykünstlerstand nach Ebermannstadt kommt. "Das ist hier ein tolles Publikum, ganz anders als auf anderen Märkten", schwärmt sie. Gleich am Anfang des Marktgeschehens hat Andreas Patzelt (48) seinen Marktstand aufgeschlagen. Er beziehungsweise vorher sein Vater ist Stammgast auf dem Markt. Neben gebrannten Mandeln und Kürbiskernen hat er Produkte im Angebot, die die Marktbesucher neugierig machen. "Wie schmecken denn Wildfeigen? Was bitte sind Physalis?" Patzelt lässt die Besucher probieren. "Physalis sind sogenannte Kapstachelbeeren", erläutert er nebenbei. Der Renner sind aber Kürbiskerne mit Honig-Chili-Marinade. Am verkaufsoffenen Sonntag stehen in vielen Geschäften die Inhaber selbst hinter dem Verkaufstresen. Müsste man Personal einsetzen, würde sich ein solcher Tag nicht mehr rentieren. Bei "Filis-Haushaltsgeräte" ist man überrascht, dass man auch am Sonntag mit dem Angebot an Haushaltswaren bei den Kunden punkten kann. Karl-Heinz Stollmann von "Blunkis Parfümerie" hat ein Lob für die Stadt Ebermannstadt parat, die viel für die Geschäftswelt tue. "Verkaufsoffene Sonntage rentieren sich schon, wenn das Wetter passt und kein Fremdpersonal eingesetzt werden muss", zieht er Bilanz.

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