Waischenfeld
Feier

Bengalische Feuer und Wachslichter locken weniger Besucher als im Vorjahr

Neben der in Pottenstein am 6. Januar ist die Lichterprozession im Waischenfelder Ortsteil Nankendorf am späten Silvesternachmittag das größte Lichterschauspiel dieser Art in der Fränkischen Schweiz. Allerdings kamen heuer weit weniger Besucher als in den Vorjahren in das beschauliche Dorf an der Wiesent.
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Bengalische Feuer in Nankendorf Foto: Thomas Weichert
Bengalische Feuer in Nankendorf Foto: Thomas Weichert
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Neben der in Pottenstein am 6. Januar ist die Lichterprozession im Waischenfelder Ortsteil Nankendorf am späten Silvesternachmittag das größte Lichterschauspiel dieser Art in der Fränkischen Schweiz. Allerdings kamen heuer weit weniger Besucher als in den Vorjahren in das beschauliche Dorf an der Wiesent, was wohl vor allem an der Meldung für Glatteis gelegen hat. Wurden sonst zehn und mehr Reisebusse gezählt, waren es diesmal nur drei.


Nasskalt und kein Schnee

Die rund 5000 Lichter und Feuer, darunter etwa 3000 Wachslichter und bengalische Leuchtfeuer, auf den Berghängen und im Ort brannten wie gewohnt, es war jedoch nasskalt und was für die Romantik wieder einmal fehlte, war der Schnee.

Schon lange vor der Prozession, die sich um 17 Uhr nach dem so genannten "Betschluss" von der eingerüsteten Pfarrkirche St.
Martinus aus in Bewegung setzte, brannten die Lichter auf den Felsen, an der Wiesent und den Straßenrändern.

Auch entlang des Radwegs zwischen Waischenfeld und Nankendorf waren Lichter aufgestellt, doch auch hier waren weniger Fußgänger unterwegs als in den letzten Jahren.


700 Gläubige unterwegs

Am Prozessionszug selbst, der von drei Fahnen tragenden Ministranten und Feuerwehrchef Christian Görl angeführt wurde, beteiligten sich etwa 700 Gläubige.

Christian Görls Vater Berthold Görl war wie immer der Vorbeter im Prozessionszug, bei dem erstmals der neue Waischenfelder und Nankendorfer Pfarrer Pater Lugun das Allerheiligste unter dem mit Fackel tragenden Feuerwehrleuten flankiertem Baldachin durch den Ort trug.

Alle örtlichen Vereine, die Schützen aus Nankendorf und Löhlitz, die Feuerwehren aus diesen beiden Orten und die Soldatenkameradschaft Nankendorf-Löhlitz waren im Zug mit Fahnenabordnungen vertreten. Bürgermeister Edmund Pirkelmann (BBS) hatte die Amtskette angelegt und wurde von einigen Stadträten begleitet.

Das ganze Jahr über sammeln die Nankendorfer fleißig Wachsreste, der größte Teil des Tropfwachs und der Kerzenreste stammen aber aus der Basilika in Gößweinstein. Um 3000 solcher Wachslichter herzustellen, werden etwa 20 Zentner Kerzenwachs benötigt, dies sind rund 40 Säcke voll, die das Jahr über gefüllt werden müssen. Also eine Arbeit, mit der man in Nankendorf das ganze Jahr über beschäftigt ist, um an Silvester dann diesen einmaligen Lichterzauber bieten zu können.


100 Helfer im Einsatz

Besonders schön und romantisch ist es, wenn sich viele dieser Lichter und der hell beleuchtete Kirchturm der Martinskirche auf der Wasseroberfläche der Wiesent widerspiegeln. Ebenfalls schön anzusehen ist das Lichterspiel auch am Wehr der Nankendorfer Mühle, über das das Wasser wild rauschend hinwegfließt.

Rund 100 Helfern, auch aus der Nachbarortschaft Löhlitz, waren im Einsatz, um die Lichterillumination wieder Wirklichkeit werden zu lassen. In Nankendorf ist der Silvestertag nicht nur der Tag der Abschlussprozession der Ewigen Anbetung, sondern auch der Höhepunkt des Kirchenjahres. Zurück geht diese Tradition bis ins Jahr 1927, als Nankendorf zur Kuratie erhoben wurde.

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