Forchheim
Prozess

Beleidigungen, Schläge und Pfefferspray: Streit zwischen Ex-Liebespaar eskalierte in Forchheim

Weil der Streit zwischen einem Ex-Liebespaar eskalierte, stand ein Mann vor dem Amtsgericht Forchheim. Seine Verurteilung soll einen Schlussstrich setzen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Im Dezember eskalierte ein Streit zwischen einem 28-Jährigen und seiner früheren Ehefrau. Symbolbild: Maurizio Gambarini/dpa
Im Dezember eskalierte ein Streit zwischen einem 28-Jährigen und seiner früheren Ehefrau. Symbolbild: Maurizio Gambarini/dpa

Es war ein Ende mit Schrecken, aber hoffentlich ein endgültiges. Nach der unverhofft kurzen Verhandlung am Dienstag im Forchheimer Gerichtssaal wirkten die Anwesenden erleichtert. Ein 38-Jähriger war angeklagt, weil er seine Ex-Partnerin sexuell belästigt, ihren neuen Lebensgefährten beleidigt, die beiden und eine weitere Frau verletzt haben soll. Weil der Mann die ihm vorgeworfenen Taten einräumte, mussten die Ex und weitere Zeugen vor Gericht nicht mehr aussagen.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung konnten sich deshalb auf eine Geldstrafe verständigen.

Es war der 28. Dezember, als die Beziehung des früheren Paares einen verhängnisvollen Abschluss nahm. Der Angeklagte holte am Abend Sachen bei der Wohnung seiner Ex-Partnerin in Forchheim ab. Vor Ort beleidigte er ihren neuen Lebensgefährten: "Der Hurensohn soll rauskommen!".

Küsse und Schubser

Als der 28-Jährige die Wohnung kurz verließ und nach wenigen Minuten zurückkehrte, kam es vor der Haustüre zu einem lautstarken Streit zwischen der Ex-Frau und dem Angeklagten. Der Mann wurde ihr gegenüber immer aggressiver. Er baute sich vor ihr auf, umarmte sie und versuchte sie gegen ihren Willen auf den Mund zu küssen. Die Frau wehrte sich und schubste den Angeschuldigten. Er wiederum stieß die Frau so fest zurück, dass diese gegen das Geländer im Treppenhaus prallte und schmerzhaft auf ihr Gesäß fiel. Die Frau erlitt einen Bluterguss und Prellungen.

Plötzlich Pfefferspray versprüht

Im Gerangel ging der Angeklagte auch auf eine andere Frau los und schlug ihr mit der Faust ins Gesicht, traf sie an der Lippe und der Nase. Daraufhin kam der neue Lebenspartner aus der Wohnung. Der Angeklagte hatte ein Pfefferspray dabei und sprühte in die Richtung des Gegners. Von dem Pfefferspray wurden die drei Opfer getroffen und erlitten Reizungen der Atemwege und Schleimhäute.

"Es liegt auf der Hand, dass es ein Beziehungsstreit war. Natürlich hätte mein Mandant gar nicht erst hingehen müssen, aber ich bin sicher, beide Seiten haben sich falsch verhalten", betonte sein Pflichtverteidiger Thomas Gärtner. Das Ex-Paar hätte seit jenem Tag keinen Kontakt mehr.

Sein Mandant bedauere es, dass die Beziehung im Streit auseinanderging. "Wir haben es versucht. Es hat nicht geklappt. Ende", bekräftigte der 28-Jährige, dass er endgültig abschließen wolle. Sein Verteidiger plädierte für 150 Tagessätze Geldstrafe.

Staatsanwältin Lea Klautke hielt dem Mann sein Geständnis zugute, das weitere Zeugenaussagen ersparte. Gleichwohl sei der Angeklagte einschlägig vorbestraft. Zudem ist dem 28-Jährigen vom Amtsgericht Bamberg ein Strafbefehl anhängig, weil er bereits wenige Monate vorher versucht hat, die Ex-Partnerin zu küssen und ihr an den Po und die Brüste gefasst hat. Dennoch betonte auch die Staatsanwältin, dass es ein Beziehungsstreit war. "Da geht das Ganze natürlich auch Hin und Her", so Klautke. Sie forderte 180 Tagessätze.

Die Tat nicht "kleinreden"

Rechtsanwältin Christine Leuker, die die Ex-Frau als Nebenklägerin vertrat, hielt entgegen: Man solle die Anklage deshalb nicht "kleinreden". "Die Taten belasten meine Mandantin noch heute psychisch sehr."

Die Forchheimer Strafrichterin Silke Schneider verurteilte den 28-Jährigen zu 165 Tagessätzen zu je 25 Euro. "Die Tat passierte im Rahmen einer Beziehung, da ist niemand alleine schuld. Aber es wäre nicht so eskaliert, wenn Sie nicht hingegangen wären", begründete Schneider das Urteil.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren