Baiersdorf
Stadtrat

Bei Baukosten für Kindergarten in Igelsdorf zucken die Stadträte zusammen

Beim Bau eines neuen Baiersdorfer Kindergartens in Igelsdorf geht es um 3,3 Millionen Euro - ohne die Grundstückskosten.
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Der Planer erläutert die Anlage des geplanten Kindergartens in Igelsdorf. Foto: Pauline Lindner
Der Planer erläutert die Anlage des geplanten Kindergartens in Igelsdorf. Foto: Pauline Lindner

Gegen die Stimme von Erika Baier (CSU) billigte der Stadtrat Baiersdorf den Bauplan für den neuen Kindergarten am Birkenweg in Igelsdorf. Ralph Kroder vom Städtischen Kommunalunternehmen Baiersdorf (SKB) stellte die Planungsdetails vor, durch die die Vorgaben wie energiesparend, Naturnähe, kind- und mitarbeitergerecht und Einfügen in die Umgebung umgesetzt werden sollen.

Die Lösung heißt - angepasst an die niedrige Wohnhausbebauung und die landwirtschaftlichen Gebäude in Igelsdorf: ein modern interpretierter Vierseithof. Das Gebäude mit 570 Quadratmetern Nutzfläche soll annähernd Passivhausstandard haben; eine Sole-Wärmepumpe soll für Wärme im Winter, aber auch Kühlung im Sommer genutzt werden. Eine Photovoltaikanlage wäre auf dem Blechdach möglich, ebenso könnte es begrünt werden.

Vier Baukörper

Bei den Baukosten zuckte allerdings der Rat erst einmal zusammen. Es geht um 3,3 Millionen Euro ohne die Grundstückskosten. Davon entfallen rund 1,9 Millionen Euro auf die vier Baukörper mit den verbindenden Spielfluren. Die Haustechnik ist mit fast 700.000 Euro angesetzt und die Ausstattung mit rund 200.000 Euro. Die Nebenkosten werden über eine halbe Million ausmachen.

Der erst kürzlich neugebaute Kindergarten in der Blumenstraße kostete hochgerechnet 2,7 Millionen Euro. Kroder riet dem Rat aber, wegen der Preisentwicklungen im Baugewerbe 15 Prozent zu den heute errechneten Kosten hinzuzukalkulieren.

Von den Kosten sind, so Kämmerer Hans Müller, 2,6 Millionen Euro - sie errechnen sich aus der Nutzfläche - förderfähig. Die Förderhöhe beträgt 90 Prozent, so dass 2,4 Millionen Euro von den Ausgaben ins Stadtsäckel zurückfließen.

Baiersdorfer Firmen suchen Flächen

Sieben Baiersdorfer Firmen haben bei der Stadt vorgesprochen, dass sie Gewerbeflächen suchen, um ihre Betriebe zu erweitern. Sie stellten ihre Absichten in einer Runde mit den Fraktionssprechern vor. Dort einigte man sich darauf, dass die Stadt ihnen Flächen zur Verfügung stellt und darauf verzichtet, sie überörtlich zu vermarkten. So geht die Verwaltung schon derzeit vor und bescheidet selbst Anfragen über die Wirtschaftsförderung des Landkreises Erlangen-Höchstadt abschlägig.

Zwei Möglichkeiten für zusätzliche Gewerbeflächen standen zur Diskussion: eine Ausdehnung des Gebiets "Münchswiesen II" nach Norden um rund zwei Hektar und eine Fortsetzung von "Münchswiesen I" entlang der Bahnlinie. Hier kämen drei Hektar in Betracht. Ein Areal fällt aus den Betrachtungen: das Gelände nördlich der Baumschule Fees. Hier war ursprünglich ein "Blaulicht-Zentrum" vorgesehen, ein gemeinsamer Standort für Hilfsdienste wie THW und Rotes Kreuz. Denn die Gartenbaufirma hat großes Interesse daran, ihr Betriebsgelände zu erweitern, um Privatkundengeschäft und Arbeiten für gewerbliche Kunden - oft mit großem Gerät und großen Bäumen - besser zu trennen.

Der Rat entschied sich für die Erweiterung von "Münchswiesen I", wie dies von den Freien Wählern und der Ökologischen Wählergemeinschaft vorgeschlagen wurde. Ihre Argumente waren der Lärmschutz und die langjährige Linie des Stadtrats. Die SPD-Fraktion dagegen gab keine Zustimmung - zu keiner Möglichkeit. "Wir wollen mit Ausweisungen warten, bis der Isek-Prozess beendet ist", erklärte Matthias Götz.

Gebührenerhöhung

Weiter beschloss der Stadtrat einstimmig Gebührenerhöhungen für Krippen- und Kindergartenplätze. Beim Kindergarten betragen sie circa 43 Prozent, bei der Krippe 6,5 Prozent. Die unterschiedliche Kalkulation rührt daher, dass die Eltern künftig 100 Euro pro Monat vom Freistaat erhalten. Insgesamt, erläuterte Bürgermeister Andreas Galster (CSU), zahlten trotz der Erhöhung die Eltern letztlich im Monat weniger als bisher. Der Elternzuschuss wird an die Stadt ausgezahlt; sie bucht dann bei den Eltern den Tarif für die gebuchten Stunden minus 100 Euro ab, erläuterte er das Vorgehen.

Durch die Erhöhung der Elternanteile verringert sich der kommunale Anteil an der Kinderbetreuungsfinanzierung auf rund 37 Prozent. Gedacht war bei Einführung der staatlichen Zuschüsse an eine Drittelung der Kosten zwischen Eltern, Staat und Kommunen.

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