Forchheim
Arbeitswelt

Begeisterung wecken für den Beruf

Mehr als 100 Aussteller boten Schülern die Möglichkeit, sich umfassend über Ausbildungsberufe und Möglichkeiten der Weiterbildung zu informieren.
Artikel drucken Artikel einbetten
Hier wird ein Roboterarm programmiert. Fotos: Franka Struve
Hier wird ein Roboterarm programmiert. Fotos: Franka Struve
+8 Bilder

Vernetzung war das Stichwort der diesjährigen Ausbildungsmesse, die vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft unter Vorsitz von Ewald Maier veranstaltet und von der Wirtschaftsförderung des Landkreises unter Andreas Rösch im Beruflichen Schulzentrum in Forchheim organisiert wurde. Hier trafen Ausbildungssuchende mit Unternehmen und Institutionen zusammen sowie Schulen, die den pädagogischen Part in der dualen Ausbildung und Weiterbildung übernehmen. Das Echo war unüberhörbar. Mehr als 100 Aussteller brachen den Rekord vom letzten Jahr.

Marcel Nagengast (15) von der Hallerndorfer Grund- und Mittelschule hatte viel damit zu tun, alle Fragen des zweiseitigen Bogens beantworten, sozusagen eine Hausaufgabe. Beim Rätsel "Nenne drei Schulen, die sich auf der Ausbildungsmesse vorstellen, und die Berufe, die Du bei ihnen erlernen kannst" half ihm Joshua Gabriel (16), Schüler im Berufsgrundschuljahr. Seine Mutter Maria unterstützt ihn ebenfalls bei der Berufswahl.

Erfahrungen der Azubis

Maximilian Sedlmeier (15), der die Forchheimer Realschule besucht, ist da schon weiter. Er hat sich über verschiedene Berufe Gedanken gemacht vom Handel bis zum Kaufmann. Nach einem Praktikum bei der Volksbank Forchheim ist er sicher: "Da bewerbe ich mich." Tim Rehbein und Yannick Wagner, beide Auszubildende bei der Bank, berichteten ihm von ihren eigenen Erfahrungen. Wagner (18) hat im ersten Ausbildungsjahr Stationen in den Filialen in Pretzfeld, Gößweinstein und in der Abteilung Electronic Banking in Forchheim durchlaufen. Im Anschluss stehen die Bereiche Rechnungswesen, Marketing, Firmenkunden und die Filiale in Buckenhofen auf dem Ausbildungsplan. Die meisten Aussteller hatten ihre Auszubildenden auf die Messe mitgebracht, denn wer könnte besser aus erster Hand über den Ausbildungsweg berichten?

Vernetzungsgedanke

Elisabeth Bräunig, Leiterin des Beruflichen Schulzentrums, betonte: "Ohne Planung und Vernetzung enden alle Bemühungen der einzelnen Akteure im Bereich Bildung in Einzelkämpfertum und individuellem Aktionismus." Dem Vernetzungsgedanken folgt auch Karl-Heinz Schoofs, Leiter des Ehrenbürg-Gymnasiums Forchheim, der sich auf der Ausbildungsmesse informierte: "Früher war die Ausrichtung der Gymnasien allein auf das Studium ausgerichtet. In den letzten zehn bis 15 Jahren wird die Ausbildung interessanter. Da ist ein Umdenken im Gange. Die Schulleitungen in der Region müssen die konkrete Umsetzung unterstützen."

Christian Sturany, Fachbetreuer Metalltechnik am Beruflichen Schulzentrum Forchheim präsentierte auf der Messe ein Kooperationsprojekt mit der Realschule, welches auf andere Schularten ausgeweitet werden soll. Die Schüler arbeiteten an einem Greiferarm für einen kollaborativen Roboter, der PET-Flaschen verschraubt und einsortiert. Henry Sauer (20) Auszubildender bei NAF, der Neunkirchener Achsenfabrik, und Moritz Gebhardt (20) von Infiana, demonstrierten, wie sie einen Roboterarm selbst programmieren, damit dieser kleine Holzstückchen spalten kann.

Sturany erläuterte dazu: "Die Vorbereitung auf die Digitalisierung, auf die reale berufliche Wirklichkeit, bedeutet auch, mit digitalen Medien lehren und lernen. So können komplexe Bauteile mit Hilfe von sogenannten Augmented-Reality-Brillen dem Schüler helfen, technische Zusammenhänge besser und einfacher zu verstehen." Auch der Einsatz von Handys im Unterricht sei am Berufsschulzentrum keine Seltenheit. Mit Lernapps lernten die Schüler, komplizierte Aufgaben aus ihrer beruflichen Lebenswelt digital zu bearbeiten und zu lösen.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren