Hausen
Infrastruktur

Befürworter drängen auf Radweg von Hausen über die Regnitz zum S-Bahnhof Kersbach

Bei einer Ortsbesichtigung am Wasserrad in Hausen ging es um einen Radweg mit Regnitzüberquerung zum S-Bahnhof Kersbach.
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MdL Sebastian Körber (l.), Kreisräte sowie Gemeinderäte und Bürger diskutieren über den geforderten Radweg.     Foto: Karl Heinz Wirth
MdL Sebastian Körber (l.), Kreisräte sowie Gemeinderäte und Bürger diskutieren über den geforderten Radweg. Foto: Karl Heinz Wirth

Die Vision für eine Fuß- und Radwegbrücke zur Überquerung der Regnitz auf Höhe des Hausener Wasserrades sowie den Ausbau des Radwegs zum Kersbacher S-Bahnhof gibt es schon lange. Bürger und Verbände fordern die Radwegbrücke über die Regnitz, auch die UWG Hausen ist dafür. Doch die Umsetzung lässt auf sich warten. "Die UWG Hausen hat deshalb im Oktober 2018 einen Geschäftsantrag für eine Radweganbindung zum Bahnhof Kersbach im Gemeinderat gestellt, um das Radwegeprojekt zu beleben", erklärte UWG- Vorsitzender Georg Brandmeier. Herbert Kemeth, Gemeinderat (UWG), erläuterte beim Ortstermin am Hausener Wasserrad den Sachstand: Dort soll die Radwegbrücke die Regnitz queren. Anwesend waren auch der Forchheimer Landtagsabgeordnete Sebastian Körber (FDP), Kreisräte und Gemeinderäte der unterschiedlichen Fraktionen aus Hausen und Heroldsbach sowie zahlreiche Bürger. "Fakt ist", berichtete Kemeth, "dass ein Anflanschen eines Radweges an die bestehende Wehrbrücke über die Regnitz vom Wasserwirtschaftsamt abgelehnt wird, da technisch nicht machbar." Deshalb untersuchte die UWG mehrere Alternativen einer Radweganbindung zum S-Bahnhof Kersbach. Ergebnis: Eine Radwegbrücke in der Nähe des Wasserrades wäre sinnvoll und würde Fußgängern wie Radfahrern mehr Sicherheit geben. Hier, so meinte Kemeth, könnte man den vorhandenen Radweg sowie Infrastrukturen von Baiersdorf nach Forchheim nutzen. Damit würde man den Begegnungsverkehr von Rad- und Autofahrern und das Unfallrisiko erheblich vermindern.

Behelfsbrücke von 1986

Bereits 1986 gab es dort eine Behelfsbrücke für Autos, sagte Kemeth, was auch anwesende Kreisräte bestätigten. MdL Sebastian Körber, Vorsitzender des Verkehrsausschusses des Landtags, betonte, dass die Anbindung an den S-Bahnhof Kersbach überregionale Bedeutung habe. "Mobilität ist Freiheit", sagte Körber, "wir müssen Mobilität von Haustür zu Haustür schaffen." Er verwies auf die derzeitige Klimadiskussion. Die Bürger müssten in eigener Verantwortung wählen können, welches Verkehrsmittel für sie das Geeignete sei, befand Körber. In diesem Fall hänge alles von einer Prioritätenliste ab. Wenn der Radweg entlang der Staatsstraße 2244 (Baiersdorf - Forchheim) verlaufen soll, was geprüft werden müsse, dann sei das Straßenbauamt in der Pflicht, weil Baulastträger. Es könne nicht sein, dass die Kosten für die Anbindung an den Bahnhof Kersbach von der Gemeinde Hausen alleine zu tragen seien, wie von Behörden im Landratsamt in einem Gespräch der UWG mitgeteilt worden sei. Hier sollte auf alle Fälle noch einmal ein Gespräch mit Landrat Hermann Ulm (CSU) und dem Tiefbauamt geführt werden, schlug Kreisrat Richard Gügel (FW) vor, da die Anbindung auch für den Landkreis Forchheim von großer Bedeutung sei. Er sieht die Radwegbrücke als Anbindung an den Aischtalradweg und erläuterte, dass für das Jahr 2020 100.000 Euro und für 2021 250.000 Euro bereitgestellt seien. Die Kosten von circa 1,5 Millionen Euro für die Radwegbrücke wurden in der Diskussion als weit überhöht betrachtet. Kreisrat Karl Waldmann (Die Grünen) bestätigte, dass in der Verkehrsausschusssitzung im Juni 2016 Dieter Els vom Tiefbauamt des Landratsamts in einem Sachstandsbericht mitgeteilt hätte, "dass die Gesamtmaßnahmen bis zur Verwirklichung noch einiger Koordinationen, Abklärungen und Absprachen bedürfen".

Forderung der Grünen

"Wir haben zwischenzeitlich bereits dreimal in dieser Angelegenheit nachgefragt", berichtete Waldmann, "und keine zufriedenstellenden Auskünfte erhalten." Die Grünen-Fraktion, so Waldmann, fordere den Bau einer Anbindung schon seit 2010. "Sie ist von großer Bedeutung für den Fuß- und Radverkehr", betonte Waldmann. Die UWG Hausen selbst begrüßt es, dass ihr Antrag zur Anbindung eines Radwegs an den S-Bahnhof Kersbach fraktionsübergreifend, auch im Gemeinderat Hausen, positiv gesehen werde. Der frühere Kreisrat Ottmar Tinkl (SPD) erinnerte daran, dass der Radweg für Siemens vom Kreis Forchheim auch mitfinanziert worden sei. "Warum nicht auch für Hausen?", fragte Tinkl in die Runde.

Unterstützung aus Heroldsbach

Nicht nur die Bürger aus Hausen fordern eine Radwegbrücke und Anbindung zum Bahnhof Kersbach. "Auch wir unterstützen die Forderung der UWG nach einem gefahrlosen Radwegeausbau", sagte Gemeinderat Klaus Ponner (FW) aus Heroldsbach, "Radfahrer brauchen eine sichere Verbindung zur S-Bahn." Peter Münch (FW) aus Oesdorf meinte, die Radwegbrücke zum Bahnhof Kersbach sollte schnellstmöglich realisiert werden, da sie zum Umwelt- und Klimaschutz beitrage. Die Befürworter hoffen nun auf Unterstützung der Mandatsträger. Die Gemeinde Hausen habe bereits das Ingenieurbüro Weyrauther aus Bamberg mit der Planung beauftragt, erklärte Zweiter Bürgermeister Bernd Ruppert (CSU), und habe Haushaltsmittel bereitgestellt. In einem Gespräch mit dem Tiefbauamt, der Gemeinde Hausen und Landrat Hermann Ulm sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vorschläge für die Radwegtrasse von Gemeinde und Landkreis bis auf wenige Abweichungen Synergieeffekte aufweisen würden. Grundsätzlich könne man sagen, dass der Radweg mit Brücke realisierbar und auch barrierefrei sei. Nun sind Politik und Behörden gefragt.

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