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Forchheim
Industrieansiedlung

Baywa bebaut "Bertelsweiher"

Die Forchheimer Stadträte haben sich auf einen neuen Standort südlich des Gebietes Sandäcker geeinigt. Der Beschluss kam aber nur zähneknirschend zustande.
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Auf der Fläche südlich des Gebietes Sandäcker findet die Baywa ihr neues Zuhause.  Foto: Ronald Heck
Auf der Fläche südlich des Gebietes Sandäcker findet die Baywa ihr neues Zuhause. Foto: Ronald Heck

Der Kampf um eine Industrie-Ansiedlung in Sigritzau ist beendet, doch die Abrechnung zwischen den zerstrittenen Parteien läuft noch. Obwohl die Stadträte am Donnerstag einen Konsens hinbekamen und den neuen Baywa-Standort im Gewerbegebiet Bertelsweiher (Gemarkung Kersbach) einstimmig festlegten, nutzten sie das Thema für gegenseitige Schuldzuweisungen.

Annette Prechtel (Fraktionssprecherin der FGL) bezeichnete den Standort südlich des Gebietes Sandäcker als "einigermaßen erträglich". Sie sei aber "enttäuscht, dass immer noch etwas oben drauf gelegt" werde. Damit sagte sie, dass aus Sicht der FGL das neue, rund 21000 Quadratmeter große Areal zu groß ausfällt. Die Baywa hätte sich mit einer ihrer drei Sparten (Technik, Agrarprodukte, Energie) auch in Pretzfeld ansiedeln können; dann wären in Forchheim wertvolle Flächen erhalten geblieben.

Diese Vorgehensweise wäre "unfair" gewesen, entgegnete Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). Schließlich habe sich die Baywa "auf den Deal eingelassen", ihren aktuellen Standort Siemens zu überlassen. "Die Baywa hat ihre Flächen verkauft und hat jetzt nichts in der Hand", bedauerte Kirschstein. Und appellierte, alles daran zu setzen, dass die Baywa mit ihren drei Sparten in Forchheim bleiben könne.

Das ist nach dem Ratsbeschluss vom Donnerstag nun auch möglich. Doch die "zähneknirschende Zustimmung" (Gerhard Meixner) der Grünen und die unterschiedliche Einschätzung, wie mit angrenzenden Biotopflächen umzugehen sei, sorgte für einen neuen Konflikt: Annette Prechtel kritisierte, dass die Stadt weiterhin "außerhalb des Flächennutzungsplanes" agiere und den bereits von Ex-OB Franz Stumpf (CSU/WUO) geforderten neuen Flächennutzungsplan noch immer nicht realisiert habe. Die Forderung, "den Zustand des planlosen Ansiedelns" und "den Ausverkauf der Flächen" zu beenden, brachte Annette Prechtel harsche Kritik ein.

Reiner Büttner (Fraktionssprecher der SPD) hielt den Grünen vor, "sehr verworren und nicht ehrlich" zu sein. Diejenigen, die den Standort Sigritzau ablehnten, hätten "der Bevölkerung vorgegaukelt, es gäbe Alternativen, die nicht wehtun". Die gebe es aber nicht, stellte Büttner fest, weil Forchheim keine Industriebrache habe und daher Boden versiegeln müsse, wenn Industrie angesiedelt werde. Manfred Hümmer (Fraktionssprecher der FW) unterstellte Büttner, seine Argumente "zu träumen". Von "Alternativen, die nicht weh tun" sei nie die Rede gewesen. Die Kritiker des Standortes Sigritzau hätten lediglich auf besseren Alternativen beharrt. Auch Udo Schönfelder (CSU) erinnerte daran, dass Kirschsteins Behauptung, Sigritzau sei alternativlos, diese emotionale Debatte erst entfacht habe. OB Kirschstein wiederum beharrte darauf, dass der aktuelle Baywa-Standort schon vor Siegritzau im Gespräch gewesen, aber vom Stadtrat abgelehnt worden sei. Zwar war am Donnerstag auch diese Behauptung nicht konsensfähig. Doch am Ende zählte für OB Kirschstein vor allem das Stimmverhalten des Stadtrates: Die Räte entschieden sich ausnahmslos dafür, der Baywa die gewünschten Flächen zu genehmigen. So dass die Firma nun ihren Umzug vom Forchheimer Süden in das Gebiet Bertelsweiher planen kann.

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