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Forchheim
Fürsorge

Bayerische Patientenfürsprecher treffen sich in Forchheim

In Forchheim treffen sich die Patientenfürsprecher Bayerns. Die Bindeglieder zwischen Patient und Krankenhaus sollen flächendeckend eingeführt werden. Margareta Klinger spricht aus Erfahrung.
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Läuft bei einer OP etwas schief, kann der Patientenfürsprecher helfend vermitteln.  Foto: Andreas Oswald
Läuft bei einer OP etwas schief, kann der Patientenfürsprecher helfend vermitteln. Foto: Andreas Oswald
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35 Jahre lang hat Professorin Margareta Klinger die Poliklinik der Neurochirurgischen Universitätsklinik in Erlangen geleitet. Jetzt ist die Fachärztin für Neurochirurgie Patientenfürsprecherin. Und eine der Referentinnen des ersten Bayerischen Patientenfürsprechertages, der am Dienstag, 4. Juni, im Rathaussaal der Stadt Forchheim stattfindet. Ihr Thema: Das Beschwerdemanagement und die Akzeptanz von Kritik seitens der Patienten durch die Klinik-Leitung.

Margareta Klinger versteht sich in erster Linie als Anwalt der Patienten. "Die Menschen brauchen jemanden, der sich um ihre Belange kümmert", findet die Medizinerin, die vor zwei Jahren in dieses Ehrenamt berufen wurde. Hier in Erlangen gibt es Patientenfürsprecher bereits seit 1993. "Mein Vorgänger war zehn Jahre im Amt", erklärt Klinger, die in ihrer Amtszeit seit März 2011 rund 150 Fälle aufzuarbeiten hatte.


Den Flyer mit dem Untertitel "ein offenes Ohr für ihre Anliegen und Probleme" bekommen die Patienten bereits, wenn sie in die Klinik aufgenommen werden. Darin appelliert Margareta Klinger: "Sollten sie als Patient oder Angehöriger verunsichert, unzufrieden oder gar verärgert sein über etwas, was sie hier erlebt haben, scheuen sie sich nicht, mich anzusprechen. Als Patientenfürsprecherin bin ich unabhängig und nicht weisungsgebunden."

Beide Seiten profitieren

Auf Wunsch trägt Margarete Klinger die Anliegen bei den zuständigen Stellen vor. Dabei sei es wichtig, beide Seiten der Medaille zu kennen. Oft seien es Missverständnisse, die zu Unstimmigkeiten führten, weiß die "Anwältin der Patienten". Deshalb findet es Margarete Klinger gut, wenn es möglichst bald flächendeckend Patientenfürsprecher geben würde. Davon profitieren sowohl die Klienten, als auch die Klinik-Leitung, ist die Medizinerin überzeugt.

Früher haben die Menschen darauf vertraut, dass die Ärzte ihre Sache schon richtig machen würden. "Diese Zeiten sind vorbei. Wir haben heute mündige Patienten, die viel besser über Behandlungsmethoden, medizinische Praktiken, Medikamente und deren Wirkungsspektrum informiert sind als früher." Dadurch hätten die Patienten auch höhere Erwartungen an die Mediziner und das Pflegepersonal. Diesen gestiegenen Ansprüchen gelte es, Rechnung zu tragen. Meinungsverschiedenheiten seien dabei programmiert. Umso wichtiger sei es, jemanden zu haben, der als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Und welche Eigenschaften muss ein Patientenfürsprecher mitbringen? "Ideal ist ein Amtsinhaber, der persönliche, soziale und kommunikative Kompetenz aufweist", zitiert Klinger aus den Handlungsrichtlinien des Gesundheitsministeriums. Auch Selbstbewusstsein, Engagement und Einfühlungsvermögen seien wichtige Grundpfeiler dieser Position, findet die Ex-Leiterin der Hochschul-Ambulanz.

Als Vorteil empfindet es Margarete Klinger, dass sie beide Seiten der Medaille kennt. Wohl ein Grund, warum Margarete Klinger in dieses Amt berufen wurde. So gelinge es immer wieder, bei den Beschwerdeführern Verständnis für die Situation der Pflegekräfte anzubahnen. Gleichzeitig fühlten sich die Patienten ernst genommen.
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