Egloffstein
Wildpark

Wildpark Hundshaupten rüstet auf: Baumwipfelpfad und Hängebrücke als neue Attraktionen?

Baumwipfelpfad, Hängebrücke, Wasserlehrpfad - es gibt viele Ideen für den Ausbau des Wildparks Hundshaupten. Schwerpunkt bleiben seltene Haustiere.
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Blick in den Eingangsbereich des Wildparks Foto: Reinhard Löwisch
Blick in den Eingangsbereich des Wildparks Foto: Reinhard Löwisch

Der Wildpark Hundshaupten rüstet auf und will damit neue Zielgruppen und noch mehr Menschen in den Zoo locken. Außerdem soll der Natur durch Aufforstung und einer Streuobstwiese geholfen werden.

Die Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für die zukünftige Nutzung des Naturparks des Landkreises Forchheim in Hundshaupten ist fertig und die Gemeinderäte von Egloffstein gehörten mit zu den Ersten, die davon erfuhren. "Uns liegt viel daran, mit der Gemeinde einvernehmlich Zusammenzuarbeiten", betont die Kreiskämmerin Carmen Stumpf bei der Vorstellung des Konzeptes in der Gemeinderatssitzung. Und die Gemeinde wird man auch benötigen.

Wildparks und Falknereien in Franken: Öffnungszeiten und Preise Denn im Wildpark sind jede Menge Veränderungen geplant: vom Neubau von Gebäuden über Neuanlage von Wegen bis hin zu einer neuen Streuobstwiese, die auf einem wassertechnisch sensiblen Gebiet entstehen soll, um die Weiherwiesequelle im Park zu schützen.

Für seltene Haustiere

Oberstes Ziel dabei ist der weitere Ausbau des Wildparks für seltene Haustiere in naturbelassenen Gehegen, die auch modernen Ansprüchen und zoologischen Grundsätzen gerecht werden. Parkleiter Daniel Schäffer ging ins Detail. "Es ist bekannt", meinte er, "dass manche Wanderwege durch den Park nicht unbedingt den Vorstellungen der Besucher entsprechen. Sie sind teilweise sehr steil, sehr lang und können bei ungünstiger Witterung durch Rutschgefahr auf nassem Laub auch gefährlich werden." Dies betreffe vor allem Leute, die nicht besonders gut auf den Füßen stehen, oder auch Kinder und Kinderwagenschieber. Deshalb wurde ein neues Wegekonzept erarbeitet, das auch extra Wirtschaftswege für die Tierpfleger berücksichtigt und vorsieht, damit jene nicht mit ihren Fahrzeugen auf Besucherwegen unterwegs sein müssen.

Alpakas und Ziegen

Bestehende Gehege wie das für Alpakas und Ziegen oder das Wisent-Gehege werden derzeit schon saniert. Weitere Gehege, zum Beispiel für den Bär oder das Hausschaf, werden neu projektiert. Neue Parkplätze wurden schon angelegt, "wofür wir den Grundstückseigentümern, der Familie von Pölnitz, sehr dankbar sind", meinte die Kämmerin Stumpf, weil jene die notwendigen Flächen zur Verfügung gestellt haben. Es werden neue Gebäude geplant, so der Neubau des Rentier- und des Elchstalls. Und es werden ganz neue Gehege gebaut, zum Beispiel für das Rotwild, um Defiziten in den Haltungsanforderungen zu begegnen. "Erst dann hat es Sinn, eine Fläche mit Wald anzulegen, wenn das Rotwild im Gehege ist. Derzeit würden die Tiere alle Triebe abknabbern", meinte Parkleiter Schäffer, weil sie sich im Park frei bewegen können.

Neben dem Grundkonzept, einen Park vor allem für Haustiere in naturbelassener Umgebung anzulegen, gibt es auch einen wirtschaftlichen Aspekt. 2018 besuchten rund 153.000 Menschen den Park und gaben hier Geld aus. Damit liegt der Wildpark in der Rangliste der beliebtesten touristischen Einrichtungen ganz oben in der Fränkischen Schweiz. "Und die Besucher werden von Jahr zu Jahr mehr", verkündete Schäffer stolz. 2010 zählte man "nur" 100.000 Gäste. Je mehr Gäste in den Park kommen, desto höher fallen auch die Einkünfte aus, was naturgemäß der Kämmerin des Landkreises Forchheim sehr gut gefällt. Mit neuen Attraktionen will man die Gästeschar weiter steigern. So ist ein Baumwipfelpfad im Gespräch, in Verbindung mit einer Hängebrücke zwischen Wild- und Wolfsplateau, und ein Wasserlehrpfad, der auch Einblicke in die Unterwasserwelt ermöglicht.

Sechs Pakete

Insgesamt sechs Maßnahmenpakete werden so in den nächsten 20 Jahren abgearbeitet, wobei auch "Visionen zur Planung" durchaus gewünscht sind. Und man will weiterhin auf die Belange und Wünsche der Gäste eingehen, um auch neue Zielgruppen zu erreichen. Um das zu schaffen, führte Kämmerin Stumpf aus "müssen wir die vorhandenen Kräfte bündeln, die richtigen Weichen stellen und den Mut haben, Neues zu wagen."

Einem anderen oberfränkischen Wildpark gelang es erst kürzlich, das seltene Birkhuhn nachzuzüchten.

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