Forchheim
Verabschiedung

Baum voller pädagogischer Früchte geerntet

Herder-Schulleiterin Liselotte Rall tritt in den Ruhestand. Auch Susanne Heydenreich geht in Pension. Siegfried Reck wechselt nach Ebermannstadt.
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Fassungslos steht Liselotte Rall vor dem Apfelbäumchen, dass ihr Schülersprecher Nico Kaupert, umringt von der Gottesdienstband, auf der Bühne der Aula überreicht.  Fotos: Andreas Oswald
Fassungslos steht Liselotte Rall vor dem Apfelbäumchen, dass ihr Schülersprecher Nico Kaupert, umringt von der Gottesdienstband, auf der Bühne der Aula überreicht. Fotos: Andreas Oswald
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Das größte, aber auch fantasievollste Geschenk bekam Schulleiterin Liselotte Rall bei ihrer Verabschiedung in den Ruhestand von ihren Schülern überreicht: Einen Apfelbaum. Zum einen, weil Liselotte Rall , statt weiterhin das Feld der Pädagogik beackern zu müssen, sich fortan der Pflege des häuslichen Gartens widmen kann. Zum anderen solle der rote Baumschmuck symbolisieren, dass ihr berufliches Engagement bei den Schülern reiche Früchte getragen habe, erklärte Nico Kauper als Sprecher der Schülermitverwaltung (SMV).
Stellvertretender Schulleiter Jürgen Sauer begrüßte eine Vielzahl von Gästen, die zu dem Verabschiedungsreigen in die Aula gekommen waren. "Langweilig zu sein ist die größte Sünde des Unterrichts", mit diesem Zitat des deutschen Pädagogen Johann Friedrich Herbart (1776-1841) begann der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberfranken, Edmund Neubauer, seine Ansprache. Über Langeweile habe sich bei Liselotte Rall niemand beklagen müssen - mit Schwung und Elan habe sie sich immer wieder neuen Aufgaben gestellt, bescheinigte Neubauer der Direktorin, die nach 40 Dienstjahren, elf davon als Schulleiterin des Herder-Gymnasiums, Ende dieses Monats in den Ruhestand tritt. Fingerspitzengefühl, Flexibilität, ein ausgeprägtes Pflichtgefühl und Sportlichkeit seien Kennzeichen ihrer Lehrerpersönlichkeit. Hinzu kämen ihre hohen Qualitäten bei der Erfüllung von Leitungsaufgaben und ihre reiche Erfahrung hinsichtlich der inneren Schulentwicklung. Edmund Neubauers Resümee: "Sie haben sich um das bayerische Bildungswesen große Verdienste erworben".


Bildungsregion mitgestaltet

Bildung gemeinsam zu gestalten in der Bildungsregion Forchheim, dieses Motto umzusetzen sei dem Herdergymnasium gelungen. Dies bescheinigte Landrat Hermann Ulm (CSU) der scheidenden Schulleiterin. Er dankte Liselotte Rall für ihr erzieherisches Wirken, für die loyale Zusammenarbeit mit dem Landkreis Forchheim und für ihr Engagement bei der Partnerschaftspflege zu Biscarosse.Insbesondere für letzteres dankte Ulm auch der in Pension gehenden Studiendirektorin Susanne Heydenreich.


Heitere Kommunikationsanalyse

"Ich gehe am 31.Juli in den Ruhestand", welche Auswirkungen dieser Satz auf die verschiedenen Wahrnehmungsebenen hat, analysierte Personalratsvorsitzende Martina Polster humorvoll mit Hilfe der Kommunikationswissenschaft.
Ihre Erinnerungen an die Zeiten mit Liselotte Rall kleideten die Vertreterinnen des Elternbeirats und des Freundeskreises des Herdergymnasiums, Anette Dietrich und Corina Gallmetzer, in ein Zwiegespräch.
In seinen Ausführungen zu den Gymnasien in der Bildungsregion Forchheim, erklärte der Leiter des Gymnasiums Fränkische Schweiz, Erhard Hermann an die Adresse seiner Forchheimer Kollegin. "Sie haben sich sehr für das Herdergymnasium eingesetzt, ohne aber die Belange der anderen weiterführenden Schulen aus den Augen zu verlieren". Hermann unterstrich: "Wir haben nicht übereinander, sondern miteinander geredet". Mit Blick auf Siegfried Reck freute sich Herrmann den Kollegen schon bald als seinen Stellvertreter in Ebermannstadt begrüßen zu dürfen.


Die Unerbittlichkeit des Abschieds

"Abschiedsfeiern haben etwas Unerbittliches", gestand Liselotte Rall ein. Ja, so gab sie zu, "der Abscheid fällt nicht leicht". Sie habe gerne die "Kernaufgaben" ihres Amtes wahrgenommen. Gerne habe sie mit Jugendlichen zusammengearbeitet, es habe ihr auch Freude gemacht im Austausch mit Erwachsenen schulisches Leben zu gestalten. Sie dankte der SMV für ihr Engagement, dem Elternbeirat für seinen kompetenten Einsatz, dem Freundeskreis für die fruchtbare Kommunikation. Den Kollegenkreis lobte sie für den vollen Einsatz, der dazu beigetragen habe, das Herdergymnasium zu einem Ort zu machen, "an dem die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen gut, zeitgemäß und auch gerne lernen und sich entfalten können".

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