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Forchheim
Ehrung

"Bambis" für das Lebenswerk: Goldene Meistebriefe für Handwerker aus dem Landkreis Forchheim

Innungs-Obermeister Wernere Oppel und der Vizepräsident der Handwerkskammer Oberfranken zeichneten Handwerker mit dem Goldenen Meisterbrief aus.
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Ein Hoch auf die Träger des Goldenen Meisterbriefes.
Ein Hoch auf die Träger des Goldenen Meisterbriefes.
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Mit dem Goldenen Meisterbrief zeichneten Innungs-Obermeister Werner Oppel und der aus Tröstau angereiste Vizepräsident der Handwerkskammer Oberfranken, Harald Sattler, jene Handwerksmeister aus, die über Jahrzehnte hinweg ihre Betriebe mit Wissen, Können und Weitblick erfolgreich geführt haben. Deshalb bezeichnete Oppel den Goldenen Meisterbrief als "Bambi der Handwerker", der Menschen mit Visionen und Kreativität verliehen werde.

Der Wohlstand in Bayern, so der Innungs-Obermeister aus Reuth, sei das Ergebnis erfolgreicher Unternehmer. Eine Einschätzung, die Landrat Hermann Ulm (CSU) uneingeschränkt teilte. Während in Oberfranken die Gewerbesteuer um vier Prozent stieg übertreffe der Landkreis mit seinen elf Prozent den Landesdurchschnitt von sieben Prozent deutlich. Die Perspektiven für Handwerker seien somit glänzend.

Auf Schule einwirken

Werner Oppel formulierte das so: "Das Handwerk hat wieder goldenen Boden." Angesichts der Herausforderungen der Zukunft suche das Handwerk händeringend nach qualifizierten Fachkräften. "Wir brauchen junge, dynamische und tatkräftige Menschen, denn sie bedeuteten Fortschritt, Weiterentwicklung und Veränderungen". Um an die Quelle zu kommen, müsse man auch mal gegen den Strom schwimmen.

Das Handwerk müsse verstärkt Einfluss nehmen auf die Schulentwicklung. Die Lehrinhalte müssten den aktuellen Entwicklungen angepasst werden, forderte Oppel. Nur so werde die nächste Generation fit für die Zukunft. Auf technischen Fortschritt müssen wir mit neu ausgerichteten Berufsbildern reagieren. Was das heißt, erläuterte der Innungs-Obermeister am Beispiel des Heizungsbauers, der zum Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik geworden ist.

Werte überdauern alle Zeiten

Trotz allen Wandels blieben die Konstanten Qualität, Zuverlässigkeit, Kundennähe, Fleiß und ständiges Lernen. Werte, die insbesondere die Handwerksmeister, die ihr 65. Lebensjahr überschritten haben, geprägt hätten, unterstrich Werner Oppel.

In gleicher Weise gratulierte der Handwerks-Profi den jungen Handwerksmeistern, die mit ihrer erfolgreichen Abschlussprüfung den Grundstein für ein Studium an einer Fachhochschule oder die Gründung eines eigenen Betriebes gelegt hätten. "Gehen Sie entschlossen Ihren Weg, denn wir Mittelständler sind die Samenspender der Konjunktur", ermunterte Oppel die Jung-Meister, die er dazu aufrief der Innung beizutreten. "So müssen Sie ihre Fehler nicht alleine machen", meinte Oppel augenzwinkernd.

Vizepräsident Harald Sattler unterstrich, dass es ein Umdenken in der Gesellschaft gegeben habe und das Image des Handwerks deutlich an Wertigkeit gewonnen habe. Äußeres Zeichen dieses Prozesses verwies er auf die Rückkehr zum Meisterbrief in zwölf Gewerken. Dies trage dazu bei, die Bedeutung des Handwerks weiter zu steigern. So stünden die Handwerksmeister als Synonym für handwerkliches Können, Qualität und Zuverlässigkeit.

95 Prozent im Handwerk

Der Meistertitel, so Sattler, sei das Kernstück der dualen Ausbildung, um die Deutschland weltweit beneidet werde. Insbesondere, wenn es um die gezielte Nachwuchsförderung gehe, gebe es dazu keine Alternative. Das belegte der gelernte Maschinenbau-Mechaniker an Zahlen. "95 Prozent aller Ausbildungsverträge werden in Meisterbetrieben geschlossen". Es gelte, weiterhin alles zu unternehmen, um die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung in die Köpfe von Schülern und Eltern zu bringen. Es gelte, Interesse zu wecken und Appetit zu machen auf deine qualifizierte Ausbildung zum Handwerker.

Menschen, auf die wir bauen

"Bei uns im Handwerk ist der Angestellte nicht nur eine Personalnummer, sonder ein wichtiger Mitarbeiter, auf dessen Leistung wir bauen", betonte Sattler. Der Meisterbrief als gleichwertige Alternative zum Studium biete jungen Menschen einen sicheren Arbeitsplatz und Entwicklungschancen. Die Träger des Goldenen Meisterbriefes würdigte Sattler als Vorbilder und Botschafter des Handwerks.

Goldene Meisterbriefe und Jungmeister

Die Goldenen Meisterbriefe gingen an: Wilhelm Bohn, Elektroinstallateur (Heroldsbach); Gert Closmann, Stuckateur (Hallerndorf); Christian Hager, Gas- u. Wasserinstallateur (Igensdorf); Hermann Hölzlein, Schreiner (Forchheim); Friedrich Messingschlager, Fleischer (Wiesenthau); Ursula Waltenberger, Schriftsetzerin (Ebermannstadt);

Nicht anwesend: Lothas Buttler, Maler (Neunkirchen a. Br.); Marietta Kneer, Friseuse (Gräfenberg); Johannes Mehl, Bäcker (Hetzles); Evelin Richter, Friseuse (Forchheim); Anneliese Saam, Fliesenlegerin (Baunach)

Die Jungmeister: Christoph Huber, KFZ-Mechaniker (Heroldsbach)

Nicht anwesend: Melissa Brug, Friseuse (Forchheim); Lena Dallügge, Friseuse (Erlangen), Jannik Drummer, Installateur (Leutenbach); Valentin Gößwein, Klempner (Heroldsbach); Philipp Götz, Maler, (Forchheim); Christian Huberth, Elektriker (Eggolsheim); Julian Hümmer, Maler (Wiesenttal); Michael Kühschelm, KfZ-Mechaniker (Eggolsheim); Michael Nagengast, Maurer (Eggolsheim); Lorena Schmid, Friseuse (Forchheim); Bernd Schmidt, Mechaniker (Igensdorf); Frank Rupprecht, Installateur (Bärnfels)

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