Forchheim
Verspätung

Bahnhof Forchheim bleibt eine Barriere

Mir der Barrierefreiheit am Forchheimer Bahnhof scheint es heuer gar nichts mehr zu werden.
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Die Reisenden fragen, wann der Forchheimer Bahnhof barrierefrei ist. Und die Arbeiter am Bahnhof antworten mit dieser Schilder-Botschaft. Foto: Barbara Herbst
Die Reisenden fragen, wann der Forchheimer Bahnhof barrierefrei ist. Und die Arbeiter am Bahnhof antworten mit dieser Schilder-Botschaft. Foto: Barbara Herbst

Die Arbeiter am Bahnhof sind müde geworden, diese Frage zu beantworten. Immer wieder wollen die Fahrgäste wissen, wann den nun der Aufzug funktioniere. Daher hat ein Arbeiter dieses Schild neben den Aufzug gestellt. Auf dem Stück Karton steht: Ich weiß nicht, wann der Aufzug läuft.

Im Mai schienen es die Planer der Bahn noch zu wissen. Ab Juni würden "funktionierende Aufzüge hoffentlich der Normalzustand sein", so hatte es Alfons Plenter (Leiter des ICE-Projekt-Abschnittes bei Forchheim) unserer Zeitung gesagt. Konkret benannte Plenter spätestens die zweite Juni-Woche: "Dann gehen die Aufzüge in Betrieb."

Doch jetzt scheint es amtlich zu sein: Aus einem barrierefreien Forchheimer Bahnhof wird dieses Jahr nichts mehr. Denn erst "Ende des Jahres werden die wesentlichen Arbeiten am Bahnhof Forchheim abgeschlossen sein, so dass unseren Reisenden eine rundum barrierefreie Station zur Verfügung steht". Das schrieb am Dienstag Klaus-Dieter Josel, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für den Freistaat Bayern, in einer E-Mail an den Forchheimer Stadtrat Sebastian Körber (FDP).

Dazu allerdings im Widerspruch tauchte gestern noch diese Meldung auf: "Ende September soll der Bahnhof in Forchheim komplett Barrierefrei zugänglich sein." Das schrieb Lea Popp (DB Station & Service AG Nürnberg) an einen FT-Leser.

Sebastian Körber hatte Anfang August nochmal Druck gemacht. Der FDP-Rat, der auch der städtische Beauftragte für Barrierefreiheit ist, hatte sich an die Bahn gewandt und auch öffentlich angeprangert, dass "nach einem Umbau aktuell weniger beziehungsweise gar keine Barrierefreiheit" vorhanden sei.

Für den Aufzug am Ostausgang (Bayreuther Straße) ist wiederum die Stadt verantwortlich. Auch dieser Aufzug sollte schon seit Wochen in Betrieb sein; wann es wirklich so weit ist, konnte am Freitag bei der Stadt niemand beantworten; weil die Zuständigen im Urlaub seien, so ein Sprecher im Bauamt.

Josel bedauert

In seinem Antwort-Schreiben an Sebastian Körber nennt Klaus-Dieter Josel den "vollständigen Umbau des Bahnhofs Forchheim" (im Rahmen des viergleisigen Ausbaus der Strecke Nürnberg - Ebensfeld) einen "wichtigen Meilenstein". Denn mit dem Umbau werde eine "stadtteilverbindende Unterführung" und der "Bau der beiden Mittelbahnsteige" erreicht. Josel erinnert auch daran, dass die beiden Aufzüge an den Bahnsteigen Gleis 4/5 und 7/8 bereits in Betrieb genommen worden waren. "Leider ist der Aufzug am Bahnsteig 4/5 kurz danach schwer beschädigt worden", begründet Josel die Verzögerungen.

Und weiter: "Durch Lieferschwierigkeiten der erforderlichen Ersatzteile, hat sich die Reparatur verzögert und konnte erst Mitte August vollzogen werden. Damit der Bahnsteiges 1 und insbesondere die Unterführung barrierefrei erreichbar werden, ist noch der Aufzug am Bahnsteig 1 fertigzustellen. Wir arbeiten mit allen Beteiligten eng zusammen, um schnellstmöglich die Anlage in Betrieb zu nehmen."

Körber verärgert

Doch Sebastian Körber stimmen diese Begründungen des DB- Konzernbevollmächtigten alles andere als versöhnlich: "Es ist schon ein krasser Schildbürgerstreich und eine Schande für ein Mobilitäts-Unternehmen wie die Deutsche Bahn", sagte der FDP-Stadtrat gegenüber unserer Zeitung. "Trotz seit Monaten eingebauter Aufzüge wird die Barrierefreiheit den Bürgern Forchheims noch bis Ende des Jahres vorenthalten, dass muss man erstmal schaffen."



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