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Bärnfels
Brand

Bärnfels, ein Tag nach dem großen Feuer

Die alte Scheune ist am Dienstagabend bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Weil das benachbarte Gästehaus des Gasthofs Drei Linden unversehrt bliebt, macht dessen Seniorchef trotzdem einen einigermaßen gefassten Eindruck.
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Ermitler suchen nach der Ursache des Brandes.  Fotos: Franz Galster
Ermitler suchen nach der Ursache des Brandes. Fotos: Franz Galster
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"Dass das Gästehaus gerettet wurde, ist für uns ein großes Glück", sagt Seniorchef Gregor Schmitt vom Gasthof Drei Linden in Bärnfels. Am Abend zuvor war die dem Gästehaus unmittelbar angebaute alte Scheune auf der gegenüberliegenden Dorfstraße bis auf die Grundmauern abgebrannt.

Jetzt tun dort zwei Kriminalbeamte des Bereichs Bamberg Land ihre Pflicht. Sie klettern über schwarze, verrußte Balken, zersägen diese und tragen sie aus dem Berg des verbrannten Dachstuhles Stück für Stück ab. Das ist eine Arbeit, wie man sie so im Grunde nur aus dem Fernsehen so nicht kennt. Es ist ein schweres und mühsames Vorgehen. Die Beamten so der Ursache des Feuers auf die Spur zu kommen. Später gesellt sich an anderer Stelle der Elektriker des Hauses mit seinem Insiderwissen hinzu.
Auf dem Dach war seit zwei Jahren eine moderne Photovoltaikanlage installiert, die restliche Installation fand sich in der Scheune.


Flammen aus dem Fenster

Irgendwo muss der Brand ja hergekommen sein. Allerdings betonen die Kriminalbeamten nachdrücklich, dass es noch keinerlei Verdachtsmomente gebe. Die Ermittlungen stünden erst ganz am Anfang.
Gregor Schmitt selbst macht einen gefassten Eindruck. "Wir kamen gestern Abend etwa eine Viertelstunde vorher von einer Besorgung zurück. Da schien noch alles ganz normal", erzählt er. Dann sei ein Azubi rausgegangen und habe dabei die bereits aus einem kleinen Fenster der Scheune schlagenden Flammen gesehen. Gregors

Sohn Heinrich eilte sofort zum nächsten Brandschutzmelder und gab Alarm. Kurze Zeit später waren die ersten Wehren da.
Die Ziegel flogen durch die Hitze vom Dach, das Feuer schoss mit der neuen Sauerstoffzufuhr, weithin sichtbar, hoch in die Luft. Sorgen, so Gregor Schmitt, macht der Westwind. Das Feuer drohte auf Nachbargebäude überzugreifen. Die Sorgen erwiesen sich am Ende als unbegründet. Dann stand das eigene, 1984 erbaute Gästehaus im Fokus.
Jetzt habe sich gezeigt, wie wichtig die Vorschrift damals ist, das Gebäude von der Holzscheune mit einer Brandschutzmauer abzuschirmen. Sonst gäbe es das Gästehaus, mit 22 Zimmern und rund 50 Betten Existenzgrundlage des Gasthofes, wohl nicht mehr. Die Schäden am Gästehaus dürften sich in überschaubarem Rahmen halten. Freilich rieche dort heute alles nach Rauch.


Ein Stück Vergangenheit

Die Wasserschäden müssen erst noch ermittelt werden. 220 Feuerwehrmänner beteiligten sich an der Brandbekämpfung. Über Nacht hielten 20 Männer der Wehr aus der Gemeinde Brandwache. Tief beeindruckt zeigte sich Gregor Schmitt vom Einsatz des THW aus Kirchehrenbach und Forchheim, die mit modernstem technischem Gerät die teils noch brennenden Balken fachkundig einlegten.

Wie es jetzt weitergeht? Gregor Schmitt schüttelt den Kopf: "Die Auswirkungen sind noch völlig offen. Alles kam ja völlig überraschend. Wir haben noch kein Wort über Planungen gesprochen." Als nächstes ist die Versicherungsfrage zu klären, sind die Untersuchungsergebnisse der Kriminalpolizei abzuwarten. In der bisherigen Form wird die zehn Mal 14 Meter große Holzscheune wohl nicht mehr aufgebaut werden.
"Es war unser erstes Lebenswerk mit 13 Jahren. Dann entstanden erst alle anderen Gebäude. Alle Einwohner von Bärnfels haben damals mit Hand angelegt", erinnert sich Gregor Schmitt. Das Feuer hat ihnen dieses Stück Vergangenheit jetzt genommen.

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