Forchheim
Bilanz

Badespaß im Königbad soll bezahlbar bleiben

Die Zahl der Badegäste ist im Jahr 2012 auf 288.000 gestiegen, das Defizit des Forchheimer Königsbades fiel damit geringer aus als im Vorjahr. Weitere Einsparmöglichkeiten sollen den Betrieb auf Dauer wirtschaftlicher machen.
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Mitmachangeboten tragen zur Attraktivität des Königsbades teil. Foto: Josef Hofbauer
Mitmachangeboten tragen zur Attraktivität des Königsbades teil. Foto: Josef Hofbauer
Mehr Besucher, mehr Einnahmen, geringeres Defizit - auf diesen Nenner brachte der für den Bäderbetrieb zuständige Walter Mirschberger die Betriebsabrechnung für 2012 im Finanzausschuss. Immerhin sei das Defizit von über einer Million im Jahr 2011 auf 879.000 Euro gesunken. Bemerkenswert: Die Gesamtaufwendungen für das Ganzjahresbad stieg von 2,27 auf 2,39 Millionen Euro.

Das Positive: Die Besucherzahlen sind von 259.000 auf 288.000 gestiegen. Hinzu kommen 36.237 Saunabenutzer. Im Durchschnitt stieg die Besucherzahl pro Tag von 745 auf 828.

Quer durch alle Altersgruppen war der Andrang beim Königsbad im dritten Jahr seines Bestehens größer. Im Winter stieg die Zahl der erwachsenen Badegäste von 42.500 auf 55.400, statt knapp 35.000 Jugendlicher kamen gut 36.000. Im Sommer lockte das Königsbad 82.800 Erwachsene an. Ein Jahr zuvor waren es nur 72.300 gewesen.
Die Zahl der Jugendlichen lag um 7000 über der Vorjahresmarke.

2013 werde die Zahl der Besucher wohl noch einmal geringfügig steigen, kündigte Kämmerer Gerhard Hagen mit Blick auf seine aktuellen Unterlagen an. Derzeit legt die Stadt auf jede Eintrittskarte 2,50 Euro drauf. "Eine erfreuliche Bilanz", lobte Stadtrat Günther Hammer (SPD), der daran erinnerte, dass die Attraktivität gestiegen sei und selbst Bamberger das Königsbad dem "Bambados" vorzögen. In dieses Lob wollte Stadtrat Gerhard Meixner (FGL) nicht einstimmen. Angesichts eines Defizites von knapp 900.000 Euro bestehe zur Euphorie kein Anlass.

Grund für Optimismus

Ulrich Schürr (JB) relativierte: Zwar sei das Defizit noch nicht im angestrebten Bereich von rund einer halben Million, doch die positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung stimmen optimistisch. Und Stefan Schick (CSU) sprach gar von einer "Erfolgsstory des Königsbades".

Das für 2013 prognostizierte Minus von 756.000 Euro soll durch weitere Einsparungen auf dem Energiesektor noch weiter reduziert werden. So soll auf einer 2200 Quadratmeter großen Dachfläche eine Photovoltaikanlage errichtet werden. Die 1081 Module würden pro Jahr fast 250.000 Kilowattstunden Energie produzieren. Die Anlage hätte sich bei einer Investition von 375.000 Euro in acht Jahren amortisiert, wenn sich die Stadt das Geld von der Bank leiht. Werden Eigenmittel eingesetzt, fallen Zinsen weg und die Anlage schreibt früher schwarze Zahlen.

Gleiches gilt für eine Überdachung der Carports mit Solarzellen. Die maximale Anzahl von 125 Stellplätzen würde 340.000 Kilowattstunden und einen Ertrag von 54.000 Euro bringen, erklärte Energieberater Bernd Brandstätter. Auch hier wäre eine Finanzierung über Fremdmittel denkbar. Die Verwaltung soll diesen Vorschlag prüfen.

Gleiches gilt für eine Solar-Absorberanlage, durch die eine Einsparung von 178 Euro pro Tag erzielt werden könnte. Betriebsleiter Christian Lenkl erinnerte daran, dass durch eine Ummantelung der beiden Rutschen der Wärmeverlust von 240.000 Kilowattstunden zu 97 Prozent wett gemacht werden könnte. Nach viereinhalb Jahren hätte sich die Investition rentiert. "Ab diesem Zeitpunkt sparen wir", betonte Lenkl. Derzeit minimiert er sehr unkonventionell den Energieverlust in der Nacht: Er verschließt die Röhren mit einem Petzi-Ball.


Standpunkt von Josef Hofbauer: Warum nicht gleich so?

Respekt. Betriebsleiter Christian Lenkl, technischer Leiter Jörg Mann und Marketing-Chef Peter Lutz, um nur drei Mitarbeiter des Königsbades zu nennen, betrachten diese Attraktion als ihre persönliche Herzensangelegenheit. Sie haben sich Gedanken gemacht, wie die Attraktivität des Ganzjahresbades gesteigert und die Betriebskosten ohne qualitative Einbußen gesenkt werden können.

Die Errichtung zusätzlicher Photovoltaikanlagen auf dem Dach, die Intensivierung des Energie-Ertrages durch eine Solar-Absorberanlage und die Isolierung der Rutschen erfordern zwar neue Investitionen, machen sich aber schnell bezahlt. Doch das wirft die Frage auf: Warum haben die Planer des Bades diese Vorschläge nicht längst gemacht? Schließlich ist es eine Binsenweisheit, dass die Betriebskosten, insbesondere die Energiekosten, beim Betrieb eines Ganzjahresbades den entscheidenden Kostenfaktor darstellen. Diese so niedrig wie möglich zu halten, wäre ureigenste Aufgabe der Architekten gewesen. Doch der Engergiespar-Gedanke scheint bei ihnen keine große Rolle gespielt zu haben. Wie gut, dass es Leute wie Mann, Lenkl und Lutz gibt.

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