Hallerndorf

Zukunft für Hallerndorf definieren

Experte legte einen "Wunschzettel" fürs künftige Hallerndorf vor.
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Beim Spatenstich für die Generalsanierung der Hallerndorfer Schule im April 2019 konnte niemand ahnen, dass die Arbeiten ins Stocken geraten werden und ein Wechsel der Baufirma nötig wird. Foto: Archiv, Herbst
Beim Spatenstich für die Generalsanierung der Hallerndorfer Schule im April 2019 konnte niemand ahnen, dass die Arbeiten ins Stocken geraten werden und ein Wechsel der Baufirma nötig wird. Foto: Archiv, Herbst

Die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung in Hallerndorf wirkte nur auf den ersten Blick übersichtlich: Der Entwurf des Abschlussberichtes für das ISEK und der Flächennutzungsplan Hallerndorf wurden von Fachleuten vorgestellt; das dauerte.

Ist-Zustand: Schwarzbau

Knapp fiel das Ergebnis der Abstimmung für den nachträglich eingereichten Einbau einer Einliegerwohnung im Kellergeschoss mit 9:8 Stimmen aus. "Das ist ein Schwarzbau", monierte Lothar Fischer (WG Willersdorf/Haid), 2. Bürgermeister Sebastian Schwarzmann (WG Trailsdorf) stimmte zu.

Auch wenn Wohnraum gebraucht wird, sieht Werner Fischer (WG Hallerndorf) in dieser nachträglichen Genehmigung den falschen Weg und schlägt eine Sanktionierung vor. Da der Gemeinderat keine Genehmigungsbehörde ist, sei in jedem Fall das Bauamt des Landratsamtes zuständig, befand Bürgermeister Torsten Gunselmann.

Thomas Wirth vom Planungsbüro Arc.grün stellte für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) den Entwurf des Abschlussberichtes vor. Er betonte, dass die Gemeinde "ein attraktiver Wohnort mit dörflicher Identität in intakter Auenlandschaft ist". Die vorgeschlagenen Maßnahmen solle man als Ideen verstehen: "Die Beispiele sind hilfreich, nicht bindend."

Die Träger öffentlicher Belange sind am Zug, im März soll der Entwurf falls nötig ergänzt und gedruckt werden. Damit könne Hallerndorf Ende März die Aufnahme in die Städtebauförderung beantragen, erklärte Wirth. Die Gemeinderäte sollen ihm ihre Anregungen und Wünsche schicken.

Wie die Gemeinde Hallerndorf wachsen kann

Leonhard Valier vom Büro für Städtebau und Bauleitplanung ist mit der Neuerstellung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Haller ndorf beauftragt und stellte im Gemeinderat die Flächenpotenziale der Ortsteile und die Berechnung des künftigen Bedarfs an Wohnflächen vor.

Bevor neue Flächen als Bauland ausgewiesen werden können, muss nicht nur der Bedarf ermittelt werden, sondern es ist zu prüfen, ob es die Möglichkeit zur Innenentwickung des Orts gibt, erklärte Valier. Da mit Unterstützung der Allianz Regnitz-Aisch bereits ein Kataster für Leerstände, Baulücken und geringfügig bebauter Grundstücke erstellt wurde, die sich mit Innenentwicklung erschließen ließen, konnte der Stadtplaner auf die damit erhobenen Daten zugreifen und sie zu den vor Jahren geplanten potenziellen Entwicklungsflächen addieren. "Schauen Sie sich alle Zahlen und Pläne in Ruhe an", empfahl Valier und schlug eine Sondersitzung mit ausreichend Zeit für die Betrachtung jedes einzelnen Ortsteiles vor.

Hallerndorf wächst

Für die Bedarfsberechnung nutzte er die Prognosen des Bayerischen Landesamts für Statistik, die einen Anstieg der Einwohnerzahl von 4285 auf 4490 voraussagt und für die ein entsprechender Bedarf an Bauland ausgewiesen werden sollte.

Andere Firma soll die Schule abbrechen

Weil die Abbrucharbeiten in der Hallerndorfer Schule ins Stocken gerieten, vereinbarten alle Beteiligten einvernehmlich, dass eine andere Firma die weiteren Abbrucharbeiten übernehmen solle. Die Arbeiten müssen allerdings erst neu ausgeschrieben werden. Diese Info von Architekt Andreas Konopatzki freute die Gemeinderäte nicht. Gerhard Bauer (WG Hallerndorf) wollte wissen, warum dieser Schritt nicht eher erfolgt sei. "Wir haben versucht, die Bedenken der Firma proaktiv aus dem Weg zu räumen", gab Konopatzki zu.

Irgendwann sei dann der Punkt erreicht worden, an dem es nicht mehr weiterging. Wäre ohne die erzielte einvernehmliche Lösung möglicherweise eine juristische Klärung nötig gewesen, wäre die Baustelle dann bis zum Urteil zum Stillstand gekommen. Darauf wies der Architekt hin.

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