Forchheim
Stadtentwicklung

Architekten aus ganz Europa denken über Forchheimer Paradeplatz nach

Auch die Forchheimer Bürger haben sich am Wochenende in die Debatte um die Paradeplatz-Gestaltung eingemischt.
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Das Element Wasser fehlt, meinen viele Architekten, die neue Vorschläge zur Gestaltung des Paradeplatzes machen. Foto: Archiv/Josef Hofbauer
Das Element Wasser fehlt, meinen viele Architekten, die neue Vorschläge zur Gestaltung des Paradeplatzes machen. Foto: Archiv/Josef Hofbauer
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Der Paradeplatz soll schöner und belebter werden. Wie das geschehen könnte, ist der Auftrag des laufenden Planungswettbewerbs. 25 Architekten und Landschaftsplaner aus der Region und ganz Europa haben Entwürfe eingereicht. Sie alle sind bis zum 30. September im Obergeschoss des Heilmannhauses in der Hauptstraße von der Öffentlichkeit zu besichtigen. Und zu würdigen.

Neunköpfige Jury

Als Gestaltungelemente haben die meisten Entwürfe Wasser und zusätzliches Grün ausgewählt, meist durch weitere Baumpflanzungen in Kübeln oder Aufschüttungen. Das Element Wasser brachte die Mehrheit der Entwürfe in Form von Sprudlern ein. Das sind Spritzdüsen, die keine Ummauerung benötigen. Wird der Platz für eine Veranstaltung benötigt, können sie abgeschalten werden und die ebene Fläche für Marktstände oder größere Menschenanzahlen genutzt werden. Alle Entwürfe gehen davon aus, dass der Südrand weiterhin eine öffentliche Straße bleibt, an der links und rechts Bushalteplätze für den ÖPNV aber auch für Touristenbusse liegen.

Die neunköpfige Jury von Fachberatern und Kommunalpolitkern unter ihrem Vorsitzenden Gerd Aufmkolk hat bereits in einem eintägigen Prozess neun Entwürfe in die engere Auswahl genommen. Als Entscheidungshilfe war den Juroren der Grad der Beachtung der Vorgaben beigefügt, die in einer fachlichen Vorprüfung für jeden Entwurf einzeln festgehalten wurden. "Auch Entwürfe, die der Jury weniger gefallen, sind wichtig, um zu zeigen, wo es nicht hingehen soll", erklärte Aufmkolk, weshalb alle Entwürfe nun öffentlich präsentiert werden.

Die Wettbewerbsform, so Stadtplaner René Franz, ist für Forchheim Neuland. Sie ist ein vorgeschaltetes VgV-Verfahren, das eine große Beteiligung der Öffentlichkeit am Entwicklungsprozess gewährleistet. "Hausaufgabe für die Bevölkerung ist es nun, Wünsche und Anregungen vorzubringen", betonte er. "Was sie noch berücksichtigen müssen, soll daraus den Planern ins Schulheft geschrieben werden", ergänzte Aufmkolk.

Zu den Wettbewerbsvorgaben gehörten neben der unabänderlichen Form der hintereinanderliegenden zwei Plätze Verbesserungen zu entwickeln, ohne die vorhandene Vorteile aufzugeben. Ebenes Natursteinpflaster, mehr Sitzgelegenheiten zum Warten auf Busse oder zum Verweilen, oder mehr Sonnen- und Regenschutz, das waren solche Vorschläge. Oder auch: Behindertenparkplätze und Fahrradständer. Hierzu kam gleich ein beachtenswerter Hinweis eines Bürgers: Nicht nur Radständer würden benötigt, sondern auch abschließbare Boxen, in den Räder mit Packtaschen sicher abgestellt werden können.

Wohin mit der Marien-Gruppe?

Aufmkolk stellte die neun doch recht unterschiedlichenEntwürfe einzeln vor. "Er war sich dabei sicher: "Der Paradeplatz wird auf jeden Fall schöner, als er jetzt ist." Schwerpunktmäßig sprachen die Besucher bei der Eröffnungsveranstaltung vier Aspekte an: Wie die Wölbung des Tiefgaragendaches berücksichtig wird, wo die Marien-Gruppe platziert werden soll, das Zurückdrängen des Verkehrs aus der Klosterstraße und die Sichtachse zwischen Alter Wache und Kommandantur-Gebäude.

Letzeres ist ein aus historisches Sicht originäres Merkmal des Paradeplatzes. Hier traten vor Jahrhunderten die Soldaten des Bamberger Bischofs und des Bayerischen Königs an. Der Paradeplatz ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als Forchheim eine Festung war. Dies zu betonen, schlug Michael Wuttke, der frühere FT-Lokalchef vor. Er könne sich vorstellen, dass die Mariengruppe auf den Marktplatz wandert und dafür alte Wappensteine aus den Stadtmauern den Zusammenhang augenfällig machen. Mit etwas Fantasie könne man sich kleine, zusätzliche Bäume oder Sprudler als das exerzierende Militär vorstellen. Damit könnte man "die Seele der Stadt treffen", was Aufmkolk als Grundgedanken des Wettbewerbs nannte.

Die Idee der Umrahmung des ehemals militärischen Paraderaums fand allgemein Anklang; gleich ob in Form einer die Tiefgarageneinfahrt abgrenzenden Banksystems oder durch eine Pergola am Südrand als Schutz für Wartende, die sich ein Bürger begrünt wie am Parkplatz des Klinikums vorstellte.

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