Forchheim
Rückblick

Annafest-Bilanz: So fällt das Fazit von Polizei und Ordnungsdienst aus

Ordnungsamt, Rettungsdienst und Polizei ziehen eine überwiegend positive Bilanz der vergangenen zehn Festtage.
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Das Annafest 2018 war ein voller Erfolg. Foto: Josef Hofbauer
Das Annafest 2018 war ein voller Erfolg. Foto: Josef Hofbauer
Die letzte Maß Festbier ist geleert. Ein Lebkuchenherz mit einem "Gruß vom Forchheimer "Annafest 2018" begleitet Georg und Karin auf dem Heimweg. "Orch schöö" war's. So wie es auf dem Annafest-T-Shirt, das "King Alladooch", alias Uli Raab, entworfen hat, steht.


Geschätzt 400.000 Besucher auf dem Annafest 2018

Das findet auch Sigrid Mauser vom Forchheimer Ordnungsamt. Sie kennt nur zufriedene Schausteller. Und auch die Wirte können sich wohl nicht beklagen. Zwar gibt es keinen Wirtesprecher mehr, aber angesichts geschätzter 400.000 Besucher an den zehn Festtagen dürfte der Umsatz gestimmt haben, vermutet Sigrid Mauser. "Ich habe keinen Keller gesehen, der leer war! Die Gäste haben sich schön im ganzen Kellerwald verteilt."

"Es war ein Familienfest, so wie es sein soll", findet die Mitarbeiterin des Forchheimer Ordnungsamtes. Dem schließt sich Walter Gräser vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Gräfenberg an. Zusammen mit den Kollegen des Roten Kreuzes haben seine Mitarbeiter den Sanitätsdienst übernommen. Allein vom ASB waren täglich mindestens sieben Personen im Einsatz, an den Wochenenden mehr. Insgesamt so Gläser leisteten die ASB-Mitarbeiter deutlich mehr als tausend Stunden freiwillige Hilfe.


99,9 Prozent friedliche Annafest-Gäste

Während das Rote Kreuz 228 Einsätze verzeichnete, waren es beim ASB 201. "Der überwiegende Teil waren Bagatellen. Insektenstiche wurden mit Fenistil behandelt, bei Schürfwunden kam ein Pflaster drauf und gut war's", schildert Gläser. Dann gab es noch ein paar verstauchte Knöchel. "Kreislaufprobleme, die wir auf Grund der Hitze befürchtet hatten, kamen recht selten vor", freut sich der Einsatzleiter des Rettungsdienstes.

Die Zahl der Personen, die auf Grund von übermäßigem Alkoholgenuss oder schwereren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde, habe sich mit 34 Fällen in Grenzen gehalten. Im Vergleich zu den angenommenen 400.000 Festbesuchern ist das ein Prozentsatz von gerade mal 0,085 Prozent.

"Die Präsenz von bis zu 40 Security-Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes Nürnberg, ein hohes Polizeiaufgebot und die Anwesenheit der Sicherheitswacht gaben den Festbesuchern ein Gefühl der Sicherheit", zeigt sich Sigrid Mauser vom Ordnungsamt der Stadt überzeugt.

Die Polizei war heuer mit 175 Einsätzen deutlich öfter gefordert als im Vorjahr. Neben Hilfeleistungen, streitschlichtenden Maßnahmen und Erhöhung der sichtbaren Polizeipräsenz, bildeten diverse Ordnungsstörungen und Aufnahmen von Straftaten die Einsatzschwerpunkte. Die Zahl der Körperverletzungen stieg gegenüber dem Vorjahr um drei auf 18. Die weitere Bilanz weist einen Raub, vier Diebstähle, fünf Beleidigungen (im Vorjahre 13), acht Sachbeschädigungen und eine Trunkenheitsfahrt aus. 20 Personen wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen.


Unrühmliche Ausnahmen

Die Körperverletzungsdelikte seien zwar leicht gestiegen, so eine Polizei-Sprecherin, doch in den meisten Fällen wurden die Kontrahenten nicht schwer verletzt. Die unrühmliche Ausnahme bildete eine gefährliche Körperverletzung, bei der ein 27-jähriger einem 16-jährigen unvermittelt einen Bierkrug ins Gesicht schlug und ihn dabei schwer verletzte. Zwei bislang noch Unbekannte haben einen Mann übel zusammengeschlagen und ihm Geldbeutel und Handy abgenommen.


Polizisten angegangen

Auffällig, so die Polizeisprecherin, war die Zahl von Aggressionsdelikten gegen Polizeibeamte. Bei sechs Fällen wurden vier Polizeibeamte leicht verletzt. Auch die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sowie die Rettungskräfte klagten über mangelnden Respekt und zunehmende Aggressivität. Ein Arzt und drei Krankenschwestern wurden von einem betrunkenen Annafest-Besucher während seiner "Anschlußbehandlung" körperlich und verbal angegangen.

Bei sechs sexuell motivierten Straftaten wurden Besucherinnen des Annafestes an den Brüsten oder aber auch am Gesäß (über der Kleidung) unsittlich berührt. Zwei Straftäter hat die Polizei bereits ermittelt.
Während im Vorjahr vorwiegend Zäune und Autos Ziele von Sachbeschädigungen waren, kam es heuer bei Streitigkeiten zu Beschädigungen von Kleidungsstücken, Brillen und anderen persönlichen Gegenständen. Insgesamt forderten zahlreiche, teilweise stark alkoholisierte, Festbesucher der Polizei und den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes viel Fingerspitzengefühl, aber auch nachhaltiges Vorgehen ab. In den meisten Fällen blieb es bei Belehrungen. 40 Personen wurde für den jeweils laufenden Annafest-Tag ein Platzverweis erteilt.

Vier Männern wurde ein "Annafestverbot" ausgesprochen, mit dem den Störenfrieden das Betreten des Festgeländes für die Restdauer des Annafestes verboten wurde.

Resümierend stellt die Polizei fest, dass auf dem Annafest, gemessen an der Vielzahl der Besucher, überwiegend gesellig gefeiert wurde. Das Zusammenwirken aller am Fest beteiligten Organisationen und das Engagement ihrer Mitarbeiter, so die Polizei, sei Garant dafür gewesen, dass tausende Besucher dieses schöne Fest genießen konnten.


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