Gößweinstein
Marktgemeinderat

Altes Feuerwehrhaus in Leutzdorf wird abgerissen

Die Leutzdorfer bekommen ein neues Feuerwehrgerätehaus. Dies hat der Marktgemeinderat Gößweinstein beschlossen.
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Die rund 30 erschienenen Bürger aus Leutzdorf applaudierten am Ende einer kontroversen Debatte dem Gößweinsteiner Marktgemeinderat. Denn dieser beschloss einstimmig, dass die Leutzdorfer und Hartenreuther ein neues Feuerwehrgerätehaus am alten Standort neben dem Leutzdorfer Dorfweiher bekommen. Die Kosten für den Markt Gößweinstein belaufen sich aufgrund hoher Eigenleistungen und einer zu erwartenden Festbetragsförderung des Freistaats auf rund 150.000 Euro. Leutzdorfs Marktgemeinderat Stefan Richter (CSU) warb zu Beginn der Debatte für ein neues Heim der Feuerwehr. Denn die Leutzdorfer Wehr sei mit den jungen Kommandanten und jungen Leuten gut aufgestellt. Auch Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) war dafür. Für so einen kleinen Ort seien es relativ viele Aktive in einer Feuerwehr, die den Abriss des alten Gerätehauses und den Bau des neuen in Eigenleistung machen würden. Zimmermann rechnete vor, dass der Markt lediglich die geschätzten Materialkosten in Höhe von 183.000 Euro tragen müsse. Als Sicherheit habe die Verwaltung noch 17.000 Euro mehr gerechnet und komme so auf 200.000 Euro. Ziehe man die pauschale Stellplatzförderung des Freistaats in Höhe von 57.500 Euro ab, sei es machbar.

Auch als Gemeinschaftshaus

Ein neues Feuerwehrhaus in Leutzdorf ist laut Zimmermann auch als Gemeinschaftshaus von Bedeutung, ist die Wehr doch der einzige Verein, der die gesamte kulturelle Aktivitäten durchführt. Richter versicherte außerdem, dass die Wehr auch weiterhin ihre Hauptversammlungen im Gasthof Richter abhalten werde. Eine gastronomische Konkurrenz sei daher nicht zu befürchten. Dies bezweifelte Jürgen Kränzlein (SPD). Denn wenn man ein Vereinsheim baue, werde darin auch gefeiert. Auch müsse man sich überlegen, wie man mit öffentlichen Geldern umgehe und ob man in Leutzdorf überhaupt ein Feuerwehrhaus - größer als in Behringersmühle - brauchte. Zumal sei die Stützpunktwehr Gößweinstein in unmittelbarer Nähe. "Denn vom Büchenstock in Gößweinstein ist es weiter als von Leutzdorf zum Gößweinsteiner Feuerwehrhaus", erklärte Kränzlein. Den Betrag von nun 200.000 Euro hielt Kränzlein für "propper". "Bei der Begehung hatten wir 150.000 Euro im Kopf", betonte er. Zudem habe der Gemeinderat noch finanztechnische Entscheidungen in Millionenhöhe zu treffen. Er plädierte eher auf Vertagung dieser Entscheidung. Auch bezweifelte Kränzlein, dass es am Schluss bei 200.000 Euro bleibe. Auch in Behringersmühle wurde es teurer. Im Bauausschuss sei zudem lediglich einstimmig beschlossen worden, eine Planung zu erstellen. Für Kränzlein aber auch positiv ist das hohe Engagement der Leutzdorfer. "Für mich steht nicht zur Diskussion, dass in Leutzdorf ein neues Feuerwehrhaus gebaut werden muss", betonte Georg Rodler (CSU). Benno Beck (BMG) bescheinigte den Leutzdorfern ebenfalls ein hohes Engagement. Eine Konkurrenz zur Gastronomie sah Beck nicht. Denn in Morschreuth sei dies auch nicht der Fall gewesen. Beck riet dazu, abzuklären, ob man bei der Beheizung sparen könne. Denn Nachbarn hätten Hackschnitzelheizanlagen, die nicht ausgelastet seien. "Grundsätzlich bin ich für die kleinen Feuerwehren, die Planung sehe ich aber etwas skeptisch", betonte Dietmar Winkler (CSU), der auch Kommandant der Behringersmühler Wehr ist. Denn in Behringersmühle hätte man sich so manchen Euro sparen können, was aber nach den Vorschriften nicht ging. Dritter Bürgermeister Manfred Eckert (CSU) signalisierte Zustimmung. Denn mit dem Feuerwehrhaus Leutzdorf beschäftige man sich schon seit zehn Jahren. Dass dringender Handlungsbedarf bestehe, war auch für Konrad Schrüfer 8FWG) klar. "Alle sind erschrocken vom katastrophalen Zustand", meinte Schrüfer, der betonte, dass ein Abriss des maroden Gebäudes auch 30.000 Euro kosten würde. Bernhard Vogel (SPD) betonte, das man durch die Eigenleistung der Leutzdorfer auch Werte für die Gemeinde schaffe. Bürgermeister Zimmermann erläuterte noch, dass selbst der Grund für die Parkplätze die Gemeinde nichts kosten würde. "Die Leutzdorfer haben mich überzeugt, weshalb ich meine Anregung zurücknehme und auch zustimme", schloss Kränzlein die Debatte ab.

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