LKR Forchheim
Portrait

AfD-Mann der ersten Stunde

Tobias Peterka ist AfD-Direktkandidat für den Wahlkreis Bayreuth/Forchheim. Der 34-jährige Jurist will vor allem junge Leute ansprechen.
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Tobias Peterka ist seit der Parteigründung in 2013 AfD-Mitglied: Für die Bundestagswahl steht er auf Platz 11 der Landesliste der AfD Bayern. Foto: Ronald Heck
Tobias Peterka ist seit der Parteigründung in 2013 AfD-Mitglied: Für die Bundestagswahl steht er auf Platz 11 der Landesliste der AfD Bayern. Foto: Ronald Heck
Die "Altparteien", wie der AfD-Politiker sie abschätzig nennt, haben ihn nie interessiert. "Weil sie mir wie ein geschlossener Block vorkommen", sagt Tobias Peterka. Seine politische Karriere startete der 34-Jährige im März 2013 bei der Alternative für Deutschland. Im Gründungsjahr tritt er der neuen Partei bei, die sich damals vor allem gegen die Euro-Währungspolitik wendete. Bei der Bundestagswahl am 24. September ist Peterka der AfD-Direktkandidat für den Wahlkreis Bayreuth/Forchheim.

"Mir war damals schon klar, dass die AfD noch andere Themen aufgreifen wird, weil in Deutschland das Parteienspektrum unausgeglichen ist", findet er. Seine politische Haltung beschreibt Peterka als "mitte-rechts". "Bis zum rechten Rand, den wir nicht vertreten, gibt es erheblich viel Platz - und da stoßen wir hinein und gehören dort auch hin."

Im Mai 2013, als sich in Bayern der AfD-Landesverband gründete, wurde er Kreisvorsitzender von Bayreuth. Zu der Zeit war der studierte Jurist Doktorand an der Uni Bayreuth. "Das Vorurteil, dass in der AfD nur alte Männer sind, stimmt kein Stück. Gerade Bayreuth ist ein sehr junger Kreisverband", sagt Peterka. "Die AfD brauchte jemanden, der es macht und die wachsen nicht an den Bäume. Deswegen habe ich mich eingebracht." Der Aufbau des Bayreuther AfD-Kreisverbands ist für ihn sein größter politischer Erfolg. 2015 wird er zum Bezirksvorsitzenden der AfD Oberfranken gewählt.

Peterka arbeitet als Jurist im öffentlichen Dienst in der Nähe von Erlangen. Er ist liiert und lebt in Bayreuth.
Auf Integrationspolitik legt der AfD-Politiker ein besonderes Augenmerk: "Deutschland wird in 20 bis 30 Jahren anders aussehen und das muss man gestalten", lautet einer seiner Thesen. Er plädiert für eine "Leitkultur". "Wir sind zum Beispiel gegen Muezzin-Rufe aber für Glockengeläut, weil es das in Deutschland früher gab", nennt er ein Beispiel.


Analytisch und systematisch

Wenn er von Politik spricht, redet er unaufgeregt. "Als Jurist gehe ich eher systematisch und analytisch an die Dinge heran", sagt Peterka . "Das ist manchmal eine Schwäche, aber oft auch eine Stärke."

Peterka legt stets Wert darauf, dass seine Partei "gemäßigt rechts" sei. "Mit dem rechten Rand wollen wir nichts zu tun haben. Die NPD zum Beispiel ist keine Alternative, die werden hoffentlich nie erwähnenswert gewählt", sagt der AfD-Mann. Er will die Positionen rechts der Mitte vertreten. In der Sicherheitspolitik plädiert er zum Beispiel für eine "Law-and-Order"-Politik. "Bei strittigen Fällen stehe ich im Zweifel hinter der Polizei", so der AfD-Bundestagskandidat.

Während des Gesprächs wird deutlich, dass Peterka dem liberalen Lager innerhalb der AfD nahesteht. Die zwei Wurzeln der AfD seien Liberalismus und Koservatismus, die auch durch die beiden Spitzenkandidaten repräsentiert seien: Alice Weidel stehe für die liberalen Strömungen und Alexander Gauland für die konservativen.

Beim Familienbild beispielsweise gebe es in der AfD durchaus sehr konservative Auffassungen, die Mutter, Vater und Kinder als Idealfamilie definieren. "Es gibt aber auch sehr viele Liberale bei uns, die das Familienbild offener sehen. Dazu tendiere auch ich," so Peterka. Er zum Beispiel könne sich eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare vorstellen. Dafür müsste man aber das Grundgesetz ändern.

"Auch wirtschaftspolitisch bin ich absolut liberal, dass ist in der AfD auch nicht überall so", verortet sich Peterka. Jedoch vertrete die Mehrheit der AfD-Mitglieder wirtschaftsliberale Positionen.

Mit dem bisherigen Wahlkampf ist der junge AfD-Mann zufrieden. Der 34-Jährige will vor allem junge Wähler ansprechen: "Seid mit der AfD lieber kritisch als desinteressiert."


Sein Ziel: Drittstärkste Kraft

Sein Ziel für den Bundestagswahlkampf im Wahlkreis Bayreuth/Forchheim ist es, drittstärkste Kraft zu werden. Peterka steht auf Platz 11 der bayerischen Landesliste der AfD. "Der ist natürlich alles andere als sicher, aber auch alles andere als unmöglich", schätzt er seine Chancen ein. Er könnte in den Bundestag einziehen, wenn die AfD bei zehn bis elf Prozent landet. "Ich wäre einer der zwei fränkischen AfD-Abgeordneten mit Martin Sichert (Listenplatz 5) aus Nürnberg", so Peterka.

Abseits der Politik mag es der 34-Jährige eher entspannt. "Ich habe nichts gegen Ausschlafen. Am Wochenende mache ich das gern, wenn ich Zeit habe", scherzt Peterka.

"Früher habe ich sehr viel Heavy-Metal gehört und auch Schlagzeug gespielt. Aber jetzt höre ich lieber entspanntere Musik - also Mainstream oder Dubstep."
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