Forchheim
Parken

Ärger über Strafzettel für Forchheimer Gottesdienstbesucher

Weil Kirchengänger, die an St. Martin in Forchheim parken, regelmäßig Strafzettel bekommen, hat sich Pfarrer Martin Emge nun an die Öffentlichkeit gewandt.
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Eigentlich ist hier Parken verboten, städtische Fahrzeuge haben eine Sondergenehmigung.Foto: Josef Hofbauer
Eigentlich ist hier Parken verboten, städtische Fahrzeuge haben eine Sondergenehmigung.Foto: Josef Hofbauer
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Die Autos der Kirchenbesucherinnen und -besucher von St. Martin in Forchheim würden in letzter Zeit immer wieder während der Sonntagsgottesdienste aufgeschrieben und mit 30-Euro-Strafzetteln verwarnt werden. Das hat den Forchheimer Pfarrer Martin Emge dazu veranlasst, sich in einem Brief an den Fränkischen Tag zu wenden und öffentlich eine Parkerlaubnis für die Kirchenbesucher von St. Martin zu fordern.

Öffentliches Ärgernis an der Forchheimer Kirche

"Was über viele Jahre hinweg kein Problem war, hat sich seit etwa einem halben Jahr zu einem öffentlichen Ärgernis entwickelt", kritisiert Emge. Die Verärgerung mache sich auch in "unschönen Begegnungen" auf dem Kirchplatz mit Polizeibeamten und massiven Beschwerden im Pfarramt Luft.

Offiziell ist das Gelände rund um die Kirche eine Fußgängerzone, Parken ist dort somit verboten. Der Pfarrer habe bereits im Frühjahr ein informelles Gespräch mit dem leitenden Beamten der Forchheimer Polizei gehabt: Demnach gebe es laut Emge Bürger, die die Polizei zum Aufschreiben auffordern und sogar Beschwerdebriefe an übergeordnete Stellen schicken, "so dass die Polizei praktisch gezwungen ist, aufzuschreiben". Die Polizei habe ihm gegenüber gemeint, dass der einzige sinnvolle Weg wäre, dass über eine Beschilderung eine Parkerlaubnis an Sonn- und Feiertagen für Kirchenbesucher gestattet wird.

Keine Antwort auf Schreiben des Pfarrers

Daraufhin wandte sich Pfarrer Emge am 8. Mai per Mail an das Straßenverkehrsamt der Stadt Forchheim. Er schilderte die Lage und bat um ein Abkommen mit der Stadt "zur Befriedung der Situation". Doch dieses Schreiben sei unbeantwortet geblieben. Emge sendete am 25. Juli einen Brief direkt an Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). Darin bat der katholische Pfarrer darum, das Problem zu lösen, indem den Kirchenbesuchern während der Gottesdienstzeiten das Parken erlaubt wird. Weil dieses Schreiben ebenfalls unbeantwortet geblieben sei und es sonntags wieder zu zahlreichen Verwarnungen mit Zahlungsaufforderungen gekommen sei, wandte sich der Pfarrer an die Presse. "Ich sehe mich gezwungen, diesen Weg zu wählen, um nachdrücklich auf die Lösung des Problems zu drängen", schreibt Emge.

Gelände gehört Kirchenstiftung

Bedienstete der Stadt parken allerdings regelmäßig rund um die Kirche. Sie haben eine Sondererlaubnis. Dafür hat Pfarrer Emge kein Verständnis: "Als Hintergrundinformation weise ich ausdrücklich darauf hin, dass die gesamte Grundfläche im Umgriff von St. Martin Eigentum der Katholischen Kirchenstiftung ist. Die Rechtsgrundlage, dass hier städtische Bedienstete täglich parken dürfen, Kirchenbesuchern aber das Parken nicht einmal während der Gottesdienstzeiten erlaubt wird, ist mir unbekannt und auch nicht nachvollziehbar. Nachdem am Wochenende ohnehin von städtischen Angestellten niemand die Plätze benötigt, wäre tatsächlich Platz zur Verfügung und eine Nutzung durch Kirchgänger zu den Gottesdienstzeiten an Samstagen und Sonn- und Feiertagen ohne weiteres möglich."

Die Polizei habe ihm mitgeteilt, dass es genüge, das an der Zufahrt zur Martinsstraße stehende einschränkende Verkehrsschild durch einen ergänzenden Hinweis zu modifizieren "und dauerhaft eine Befriedung für beide Seiten zu schaffen".

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