Leutenbach

Acht Kinder ohne Kindergartenplatz in Leutenbach

Die bauliche Erweiterung des Kindergartens um eine Kindergruppe ist die nächste dringende Maßnahme der Gemeinde Leutenbach.
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Bürgermeister Florian Kraft berichtete in der Gemeinderatssitzung von einem Treffen mit den zuständigen Abteilungen der Diözese Bamberg. Seitens Leutenbach nahmen neben dem Bürgermeister Pfarrer Alfred Beißer und Kindergartenleiterin Lydia Heilmann daran teil. Nachdem bereits acht Kinder auf der Warteliste stehen, ist der Bedarf gegeben. Ein Anbau von rund hundert Quadratmetern ist vorgesehen. Dieser soll 50 Quadratmeter für einen Gruppenraum beinhalten, zusätzliche Raum für zwölf Schlafplätze, Garderobe und Nasszelle. Er kann auf dem Gelände des Eingangsbereichs räumlich realisiert werden.
Klar wurde im Gespräch, dass die Erzdiözese keine Zuschüsse mehr für derlei Bauten geben wird. Seitens des Staates werden solche Maßnahmen ungewöhnlich hoch mit bis zu 85 Prozent gefördert. Die restlichen 15 Prozent sind also von Leutenbach aufzubringen. Mit diesem Modell würde die Kirche, wie bisher, die Betriebsträgerschaft des Kindergartens übernehmen, alle Gebäude gehören weiterhin der Kirche. Für Renovierungen und Unterhalt muss die Gemeinde aufkommen. Zwei weitere Varianten standen alternativ zur Debatte. Die Gemeinde kauft die Kindergartengebäude auf Erbpacht oder tauscht entsprechende Grundstücke für den Erbpacht ein. Sie besäße dann das gesamt Areal und würde dann auch die Betriebsträgerschaft übernehmen. Als weitere Variante stand zur Diskussion: der Kauf des Grundes für den Anbau und die Gemeinde als Bauträger mit der Kirche als Betriebsträger Kirche.
Das sah alles recht kompliziert aus. Dazu kommt, dass nur die Gemeinde die Zuschüsse abrufen kann. Vereinfacht gesprochen, wird alles in der Konstellation wie bisher bleiben mit dem Unterschied, dass die Gemeinde beim der Erweiterung jetzt die 15 Prozent Baukosten ohne die Diözese schultern muss. Gemeinderat Igor Lamprecht stellt die Frage, ob man bei einem möglichen späteren Kauf dann auch seinen Anteil nochmals bezahlen muss.
Reinhard Weber hätte gerne eine ausgearbeitete Entscheidungsmatrix aller Möglichkeiten gesehen. Die Frage wurde auch im Rat aufgeworfen, wieweit auf Grund der Platzprobleme der Kindergarten aufgestockt werden könnte oder ob nicht gleich eine noch größere Erweiterung sinnvoll wäre, Antworten, die aber bestenfalls in ferner Zukunft überlegt werden können.
Letztlich folgte der Gemeinderat mit einer Gegenstimme dem Vorschlag des Bürgermeisters, das bisherige Modell auch für die Erweiterung beizubehalten. "Der Kirche ist es ein Anliegen, für Kinder und Familie da zu sein", betonte Lydia Heilmann. Die professionelle Betriebsträgerschaft durch die Kirche sei, wie bisher, durchaus entlastend für die Gemeinde Leutenbach. Dazu herrsche ein gutes Einvernehmen zwischen den Beteiligten.

Weniger kompliziert zeigten sich die diversen Bauanträge. So genehmigt der Rat den Anbau eines Nebengebäudes an ein bestehendes Wohngebäude auf dem Grundstück Fl. Nr. 277/4 der Gemeinde Oberehrenbach, die Errichtung eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage auf dem Grundstück Fl. Nr. 80/1 der Gemarkung Leutenbach, sowie ein weiteres Einfamilienhaus mit Garage auf Fl. Nr. 105/26, ebenfalls in Leutenbach. Keine Einwände gab es außerdem bei baulichen Modifizierungen eines Stallneubaus auf Grundstück Nr. 1270 der Gemarkung Mittelehrenbach in Seidmar für den Bereich Dach- und Grundriss.

Einstimmig genehmigten die Gemeindevertreter den Antrag aller Feuerwehren der Gemeinde auf Anschaffung des Verwaltungsprogrammes MP-Feuer. Es erleichtert die Verwaltung von Ausrüstung der einzelnen Wehren und gibt einen Gesamtüberblick. Das Programm mit vier Nutzern vermittelt leicht einen Überblick über alle Ressourcen, was auch Synergieeffekte bedeuten kann. Die Kommune muss dafür rund 18000 Euro in die Hand nehmen. Zusätzlich sind alle Feuerwehrgebäude mit WLAN auszustatten.
Schwimmen sollen die Kinder der dritten und vierten Grundschulklassen von Mittelehrenbach lernen können, darüber ist man sich in Leutenbach einig. Es gibt die Möglichkeit in Forchheim und in Gräfenberg. Jetzt liegt dem Gemeinderat ein Schreiben der Stadt Gräfenberg vor mit der Abfrage, ob die Grundschule Ehrenbürg beabsichtigt, die nächsten 25 Jahre die Kinder zum Schwimmunterricht nach Gräfenberg zu schicken. Gräfenberg braucht für die Planung von möglichen Investitionen entsprechende Grunddaten zur Orientierung, auch wenn sie nicht verbindlich sind. Bemerkenswert sind freilich die Kostensteigerungen. Kostete, wie Florian Kraft mitteilte, 2012 die Schwimmstunde mit 45 Minuten 38 Euro, so sind es jetzt 107 Euro, mit denen zu kalkulieren ist. Nachdem auch die Gemeinde Kunreuth zugestimmt hat, soll der Schulverband Ehrenbürg eine entsprechende Erklärung abgeben.

Thematisiert wurde in der Ratssitzung schließlich das jüngst angeschaffte Geschwindigkeitsmessgerät. Jetzt legte Bürgermeister Kraft erste Zahlen auf den Tisch. Auf der Messstrecke von Leutenbach Richtung Dietzhof waren die Übertretungen gegen Null und zu vernachlässigen. Ganz anders sah es bei der Ortseinfahrt von Mittelehrenbach aus Oberehrenbach kommend aus. Hier haben 88,4 Prozent der Fahrzeuge die vorgeschrieben Geschwindigkeit nicht eingehalten. Dies ist vermutlich auch dadurch zu begründen, dass der Ortsbereich wegen der einseitigen Bebauung als solcher nicht wahrgenommen wird. Das ist jedenfalls die Annahme der Gemeinderäte. Höchst bedenklich wird dies freilich, wenn der Spitzenreiter die Messstelle mit 154 km/h durchraste.

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