Forchheim
Hitzewelle

Abkühlung ausverkauft: In Forchheim gibt es kaum noch Klimageräte und Ventilatoren

Wer in Forchheim Elektrogeräte für eine kühle Brise kaufen will, hat schlechte Karten: Bei den Händlern sind Ventilatoren und Klimageräte praktisch ausverkauft. Ein Forchheimer Arzt gibt Tipps, auf was wir während der Hitzeperiode achten sollten.
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Nur noch vier Standventilatoren hat Media Markt-Geschäftsleiter Matthias Klilian übrig - doch auch die werden bald weg sein. In Forchheim sind wegen des anhaltend heißen Sommers die Regale mit den Klimageräten in den Elektro- und Baumärkten praktisch leer gefegt. Foto: Ronald Heck
Nur noch vier Standventilatoren hat Media Markt-Geschäftsleiter Matthias Klilian übrig - doch auch die werden bald weg sein. In Forchheim sind wegen des anhaltend heißen Sommers die Regale mit den Klimageräten in den Elektro- und Baumärkten praktisch leer gefegt. Foto: Ronald Heck
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Die Hitzewelle hält Forchheim weiter im Schwitzkasten. Doch wer auf technische Hilfe hofft, schaut derzeit in die Röhre: Ventilatoren und mobile Klimageräte sind bei den Forchheimer Baumärkten und Elektrohändlern - bis auf wenige Ausnahmen - ausverkauft. "Wir haben ohne Ende Ventilatoren verkauft. Die Nachfrage war deutlich höher, als wir Ware da hatten. Auch die Klimageräte wurden brutal gut verkauft", sagt Matthias Kilian, der Geschäftsleiter des Media-Markts in Forchheim.

Tisch- und Standventilatoren, große und kleine Klimageräte - seine Kunden hätten ihm in der vergangenen Tagen die Regale leer geräumt. Am Montag wurden noch vier einzelne Standventilatoren geliefert, danach seien alle Abkühlungs-Elektrogeräte weg. "Es konnte ja keiner rechnen, dass die Hitzeperiode so lange anhält", meint Kilian.

Auch im Expert herrschte vergangene Woche Ausverkauf. "Jeden Tag haben wir über 70 Anfragen nach Ventilatoren. Die letzten 30 haben wir am Mittwoch bekommen, aber die waren nach vier Stunden bereits wieder verkauft", berichtet Diana Krenn, Abteilungsleiterin für Kleingeräte bei Expert Forchheim. "Die Ventilatoren sind, Gottseidank, noch ausgeliefert worden. Wir haben schon gar nicht mehr damit gerechnet ." Krenn hat aktuell wieder Nachschub bestellt. Aber sie weiß nicht, ob überhaupt noch Ventilatoren geliefert werden können.


Kunden kaufen auch teure Geräte

Auch die kostspieligeren Klimageräte sind alle ausverkauft. "Selbst wenn ein Kunde eine Klimaanlage für 800 Euro im Verkaufsraum sehen würde, nimmt er die trotzdem mit", verdeutlicht Achim Schiele, wie gefragt die technischen Kühlgeräte aufgrund der extremen Hitze aktuell sind.

Auch der Abteilungsleiter für Großgeräte kann nicht versprechen, dass die im Vergleich zu Ventilatoren effektiveren Klimageräte bald wieder angeboten werden können. Ende der Woche kämen eventuell neue Geräte an. "Wenn man jetzt Forchheim, Erlangen, Fürth oder Nürnberg abklappert - da hat man nirgendswo eine Chance. Das geht allen Händlern und Baumärkten gerade so", betont Schiele.

Das bestätigt Marcus Doppernas vom Globus-Baumarkt: "Am Freitag hat uns unser Lieferant drei Paletten Ventilatoren auf den Hof gestellt - die waren in vier Stunden ausverkauft." Ventilatoren und Klimageräte könne er aktuell gar nicht mehr bestellen. Mit den Lieferanten würde jedes Jahr ein Jahreskontingent abgemacht: Im Frühjahr bestellt der Globus-Baumarkt, wie viele Geräte gebraucht werden, bei hoher Nachfrage wird nachbestellt. "Wenn das Kontingent aufgebraucht ist, dann wird's schwierig. Aber es war nicht abzusehen, dass es so eine Hitzeperiode gibt", erläutert Doppernas den Engpass. Am Dienstag bekommt der Globus noch einmal 16 Geräte, die seien aber bereits alle reserviert.


Industrie kann nicht mehr liefern

Der Media-Markt in Forchheim hat diesen Sommer bereits dreimal Ventilatoren und Klimageräte nachbestellt. "Allerdings sind wir bei den Nachbestellungen jetzt vorsichtig geworden. Die Industrie kann nicht mehr liefern und wir wissen natürlich nicht, wie lange die Hitze noch anhält", so Media-Markt-Geschäftsleiter Kilian. Denn die Lieferzeit für Klimageräte würde aktuell bis zu drei Wochen dauern. "Wenn wir jetzt für Anfang September einen großen Schwung bestellen würden, dann wissen wir noch nicht, wie dann das Wetter sein wird", so Kilian. Deshalb bleiben Ventilatoren und Klimageräte in Forchheim auch in naher Zukunft Mangelware.


Vier Tipps für den heißen Sommer und den richtigen Umgang mit Klimaanlagen

Der Forchheimer Arzt Björn Schmorell ist Allergologe, Lungenarzt, Umwelt- und Schlafmediziner und weiß, worauf man bei der extremen Hitze achten sollte und wie man für ein gesundes Klima im Büro und in den eigenen Wohnräumen sorgen kann.

1. Tagsüber die Fenster zu lassen und nachts lüften! "Das wird leider immer noch oft falsch gemacht", meint Schmorell. Wer die Hitze während des Tages gar nicht erst in die Räume lässt, indem man Fenster und Rollläden geschlossen hält, brauche oft gar keine extra Klimaanlage.

2. Ausreichend trinken! "Bei diesen Temperaturen verlieren wir nicht nur über den Schweiß sehr viel Flüssigkeit", verrät der Mediziner. Auch wenn wir nicht akut schwitzen, verliert unser Körper während der Hitzewelle ständig Wasser. Deshalb sollte man darauf achten, über den Tag verteilt viel zu trinken.

3. Die größte Hitze vermeiden! "Wenn es möglich ist, sollte man Einkäufe oder andere Erledigungen bereits am Vormittag machen, wenn es nicht ganz so heiß ist", rät Schmorell. Nicht umsonst, würden die Südländer am Nachmittag eine Siesta einlegen. Wer es sich erlauben kann, sollte nachmittags eine Ruhepause einlegen.

4. Keine extremen Temperaturunterschiede! "Auch wer eine Klimaanlage im Auto, in der Wohnung oder im Büro hat, sollte sie nicht zu kalt einstellen", betont der Arzt. Bei rund 34 Grad Außentemperatur reiche innen 25 bis 26 Grad. "Der Körper gewöhnt sich mit der Zeit an die Hitze", so Schmorell. Er empfiehlt zudem nicht im direkten Luftzug der Anlage zu sitzen und regelmäßig den Luftfilter auszuwechseln.
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